Freitag 16. November 2018

Allerheiligen und Allerseelen im ORF

Totengedenken zu Allerheiligen und Allerseelen

Zahlreiche Beiträge im ORF-Fernsehen thematisieren Sterben, Tod und Trauer zu den Novemberfeiertagen. 

"Über den eigenen Tod oder das eigene Ende nachzudenken, ermöglicht mir einen klareren Blick auf mein jetziges Leben": Das sagt einer, bei dem das Nachdenken über das Sterben zum beruflichen Alltag gehört – der Wiener Grabredner Hannes Benedetto Pircher, den am Allerheiligentag die ORF2-Sendung "Feierabend" um 20 Uhr porträtiert. Der ehemalige Ordensmann hat bei Umberto Eco studiert und bereits über 5.000-mal zumeist konfessionslose Angehörige beim Abschied eines Verstorbenen begleitet. Worum es gehe, sei meist nicht die Angst vor dem Tod, sondern die Sorge, dass das Leben unvollständig und "nicht gelebt" bleiben könnte, so seine Erfahrung. 

Wie der Film zeigt, begleitet sich der aus Südtirol stammende Pircher für seine Grabreden akribisch vor und kalligrafiert den Namen jedes zu Grabe begleiteten Toten in ein Totenbuch, wobei sein eigener Name der letzte sein soll. Sein Auftrag sei es, Halt und Trost im Augenblick des Schmerzes und der Verzweiflung zu vermitteln, seine Berufung die ständige Suche nach den letzten Fragen, heißt es in der Programmankündigung des ORF.

Aus anderer Perspektive bringt am Allerseelentag ein weiterer "Feierabend" um 16.45 Uhr Erfahrungen mit dem Tod zur Sprache. Der Tübinger Religionspädagoge Alfred Biesinger ist selbst Notfallseelsorger und war im Einsatz, als 2009 ein Schüler an einer Realschule im deutschen Winnenden 16 Menschen tötete. Die Tragödie habe auch ihn selbst an seine Grenzen gebracht und er kenne als Theologe das "Ringen mit Gott" sehr gut, erklärt Biesinger in der Sendung. Dennoch gebe ihm in derartigen Situationen sein Glaube Kraft, denn: "Was wäre das für ein Gott, der in einer solchen Leid-Situation nicht mitgehen würde." 

Geprägt ist Biesinger seit 2010 – er selbst war damals 62 Jahre alt – von einer Nahtoderfahrung: Nach einem Routineeingriff im Krankenhaus musste er notoperiert werden, wurde dazu in künstliches Koma versetzt und erlebte ein dramatisches Absinken der Herzfrequenz. Er habe dabei ein Verlassen seines Körpers erlebt, einen "Sog ins Licht" und "explosives Glück" verspürt, erzählt er heute. Nachdem er entgegen aller Erwartungen der Ärzte die Operation überlebte, habe sich sein Leben nachhaltig verändert: Er habe erfahren, "dass es gar nicht so schlimm gewesen wäre, wenn ich gestorben wäre", verspüre nun keine Angst mehr vor dem Sterben, sei gelassener und frage sich öfters: "Ist das, was ich tue, das Richtige?"

Eine Reihe weiterer Sendungen zu den Novemberfeiertagen widmen sich dem Sterben: Darunter etwa "Grabgeschichten – André Heller und Dirk Stermann besuchen den Hietzinger Friedhof" oder die Dokumentation "Der letzte Takt" aus dem Landesstudio Kärnten, die sich mit "fast vergessenen Totenlieder" befasst. Auf dem Kultursender ORF III gibt es am 1. November gleich zwölf Ausgaben des Formats "ORF III Spezial zu Allerheiligen". Die Sendungen drehen sich u. a. um den Wiener Stephansdom, das Stift Admont und das Stift St. Florian, Mutter Teresa, den Wiener Zentralfriedhof oder die geheime Inquisition. 

 

Kathpress

 

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