Freitag 16. November 2018

Möglichkeiten, Mythen und ethische Fragen des Neuro-Enhancements

Zu diesem Thema fand am 9. Oktober 2018 der Tag der Linzer Hochschulen statt. Impulse kamen von Bischof Dr. Manfred Scheuer, Superintendent Dr. Gerold Lehner und Dr.in Nicole Kronberger von der JKU Linz. 

Wie wollen wir leben?

 

Zum schon traditionellen Tag der Linzer Hochschulen, einem jährlichen Vernetzungstreffen für Lehrende und Studierende der Linzer Hochschulen, luden am 9. Oktober 2018 die Katholische Hochschulgemeinde und das Forum St. Severin.

 

Gut besuchter Tag der Linzer Hochschulen 2018
V. l.: Hochschulseelsorger Markus Schlagnitweit, Bischof Manfred Scheuer, Superintendent Gerold Lehner, KU-Rektor Franz Gruber
V. l.: Bischof Manfred Scheuer, Univ.-Prof.in Silvia Habringer-Hagleitner, Assoc.-Prof.in Nicole Kronberger, Superintendent Gerold Lehner und Hochschulseelsorger Markus Schlagnitweit.

 

Mit Assoc.-Prof.in Dr.in Nicole Kronberger, stellvertretende Leiterin der Abteilung Sozialpsychologie, Personalentwicklung und Erwachsenenbildung an der Johannes Kepler Universität (JKU) Linz, konnte eine Expertin zum brennenden Thema des Transhumanismus und der Selbst-Optimierung gewonnen werden. Schon in seinen einleitenden Worten stellte Superintendent Dr. Gerold Lehner die Frage, ob Neuro-Enhancement als Grenzüberschreitung zu sehen sei oder ob es sich um die normale menschliche Erweiterung der eigenen Möglichkeiten handle. Lehner: "Können wir uns als endliche, fehlerhafte Menschen noch annehmen, oder sind wir gnadenlos?"

 

Superintendent Dr. Gerold Lehner

Superintendent Gerold Lehner. © Forum St. Severin

 

Dr.in Nicole Kronberger kündigte gleich zu Beginn an, dass sie mehr Fragen aufwerfen als beantworten werde. Sie gab einen umfangreichen Überblick über die unterschiedlichen Möglichkeiten der Verbesserung der Leistungsfähigkeit wie Pillen, Exoskelette, Hirnstimulation und bionische Prothesen. In ihren Ausführungen wies sie immer wieder darauf hin, dass die Ideen und viele der Medikamente nicht neu sind, dass sich jedoch der Einsatz und die Debatte darüber geändert haben. Was früher als Medikament bei diagnostizierter Krankheit eingesetzt wurde, wird heute zur Selbstmedikation verwendet, um mit Stress umgehen zu können oder länger wach zu bleiben. In unserer leistungsorientierten Gesellschaft wünscht sich der Mensch oft Hilfsmittel, um auf Knopfdruck perfekt funktionieren zu können. Die Debatten sind weitreichend und führen von Investitionen in Technologien, die unsterblich machen, bis zum Aufruf nach mehr Bescheidenheit und Respekt vor der menschlichen Natur.

 

In Zukunft werden Gesellschaft und Gesetzgebung vor allem mit grundsätzlichen Fragen konfrontiert sein: Was ist erlaubt? Was muss kontrolliert werden? Was sind die Nutzen und Risiken? Was ist Krankheit? Was ist Perfektion? Was ist Würde? Worin besteht die menschliche „Natur“?

 

Assoc.-Prof.in Dr.in Nicole Kronberger (JKU Linz)

 Assoc.-Prof.in Nicole Kronberger. © Forum St. Severin

 

Auch Diözesanbischof Dr. Manfred Scheuer führte diese Fragen in seinem Schlussstatement weiter: Welche Bilder von Perfektion haben wir? Was ist das Maß gelungenen Lebens? Der Bischof rief dazu auf, in allen Menschen das Liebenswerte zu finden und mit den eigenen „Rosen und Neurosen“ beziehungsreich umzugehen.

 

Bischof Manfred Scheuer

Bischof Manfred Scheuer.  © Forum St. Severin

 

Damit gab er den ca. 100 ZuhörerInnen viel Diskussionsstoff für das großartige Buffet mit, zu dem er im Anschluss einlud und das von der KHG-Küche liebevoll zubereitet wurde.

 

Mit vielen Fragen wurde übrigens auch der Musiker Günther Gessert konfrontiert, der den Abend mit seinem Theremin umrahmte. Mit seinen extraterrestrischen Klängen faszinierte er das Publikum.

 

Günther Gessert musizierte auf dem Theremin

Musiker Günther Gessert. © Forum St. Severin

 

Sarah Emberger | Katholische Hochschulgemeinde und Forum St. Severin 

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