Freitag 21. September 2018

Hilfswerk "Initiative Christlicher Orient": 465.000 Euro für bedrängte Christen

Hilfe für den Nahen Osten durch die Initiative Christlicher Orient

Knapp 465.000 Euro hat das in Linz ansässige Hilfswerk "Initiative Christlicher Orient" (ICO) im Vorjahr für Hilfsprojekte im Nahen Osten aufgewendet. Das geht aus dem kürzlich erschienenen Jahresbericht 2017 hervor.

Demnach hat die ICO im vergangenen Jahr 77 Hilfsprojekte mit insgesamt 463.266 Euro unterstützt. Damit konnte vor allem hilfsbedürftigen Christen, aber auch Muslimen und Angehörigen anderer religiöser Minderheiten im Irak, in Palästina, Syrien, Jordanien und im Libanon geholfen werden. Der Schwerpunkt lag dabei auf Syrien und dem Irak: Rund 160.000 Euro gingen nach Syrien, 155.000 in den Irak. Knapp 90.000 Euro gingen nach Palästina.

 

In der nordsyrischen Stadt Aleppo unterstützt die ICO beispielsweise die Arbeit der Franziskanerinnen. Die Ordensfrauen bemühen sich um Nahrungsmittelhilfe und medizinische Hilfe für die notleidende Bevölkerung. Die Schwestern bieten Hilfe für kriegstraumatisierte Frauen an und beherbergen (muslimische) Flüchtlingsfamilien im Kloster. Weiters betreiben sie ein Zentrum für autistische Kinder und einen Schlafsaal für ca. 25 Studentinnen. Vor Weihnachten 2017 haben die Schwestern in einer großen Aktion warme Kleidung an Kinder verteilt.

 

Im Nordirak arbeitet die ICO u. a. mit der Hilfsorganisation CAPNI (Christian Aid Programm for North Iraq) zusammen. Die NGO ist eine Einrichtung der Assyrischen Kirche des Ostens und setzt sich vor allem für Binnenvertriebene und rückkehrende Flüchtlinge ein. Programmschwerpunkte sind u.a. medizinische Versorgung, Bildung und Ausbildung oder auch die Vergabe von Mikrokrediten. Die CAPNI-Hilfe kommt allen Bedürftigen unabhängig von ihrer Religion zugute.

 

Im libanesischen Baskinta unterstützt die ICO beispielsweise ein Schulzentrum der Kongregation der Barmherzigen Schwestern St. Vincent de Paul. Die 400 Schülerinnen und Schüler kommen aus dem Libanon, aus Syrien, dem Irak und Ägypten. Das Verhältnis von christlichen zu muslimischen Kindern beträgt etwa 50:50. Für Flüchtlingskinder und Kinder aus finanzschwachen Familien übernimmt die ICO das Schulgeld.

 

 

Fokus auf "Frauen im Orient"

 

Die ICO-Jahrestagung am 17./18. September 2018 in Salzburg ist heuer den "Frauen im Orient" gewidmet. Damit will das Hilfswerk deutlich machen, dass es in den von Kriegen und sonstigen gesellschaftlichen Konflikten geplagten Ländern vor allem auch die Frauen sind, die die Gesellschaft in Gang halten und sich für eine gerechtere und bessere Welt einsetzen. Den öffentlichen Hauptvortrag am Montagabend (19.30 Uhr) gestalten gemeinsam die irakisch-schweizerische Filmemacherin Aida Schläpfer Al-Hassani und die jesidische Menschenrechtsaktivistin und Sacharow-Preisträgerin Lamiya Aji Bashar. Der Abend steht unter dem Thema "Verfolgung von ChristInnen und JesidInnen im Irak". Der Salzburger Erzbischof Franz Lackner wird den Abend mit einem Grußwort eröffnen.

 

Weitere Vortragende sind u. a. die oberösterreichische Ordensfrau Sr. Hildegard Enzenhofer, die in Qubeibeh in der Nähe von Jerusalem das Pflegeheim "Beit Emmaus" für 30 palästinensische Frauen leitet, und die Direktorin der "Orthodox Initiative", Wafa Goussous. Die "Orthodox Initiative" ist eine Hilfseinrichtung der griechisch-orthodoxen Kirche im Nahen Osten mit Sitz in der jordanischen Hauptstadt Amman.

 

Info: www.christlicher-orient.at


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