Dienstag 16. Oktober 2018

„Kontrollierte Überdosis Chorsingen“ wird 40

Eine Urlaubswoche der besonderen Art feiert heuer ihr 40-jähriges Bestehen: 116 Sangesfreudige lassen von 22. bis 27. Juli 2018 im Bildungshaus Schloss Puchberg bei der 40. Chorsingwoche für Kirchenmusik ihre Stimmen erklingen.

Einstudiert werden Werke der Chorliteratur von der Renaissance bis zur Gegenwart. Das Ergebnis ist bei zwei Jubiläums-Konzerten zu hören: am Mittwoch, 25. Juli um 18.15 Uhr bei einem Festgottesdienst im Linzer Mariendom und am Freitag, 27. Juli beim Abschlusskonzert um 19.30 Uhr in der Pfarrkirche St. Josef (Wels-Pernau). Organisiert wird die 40. Chorsingwoche für Kirchenmusik vom Referat für Kirchenmusik der Diözese Linz. Deren Leiter MMag. Andreas Peterl nennt diese Woche augenzwinkernd eine „kontrollierte Überdosis Chorsingen“.

 

In der Diözese Linz gibt es rund 500 Kirchenchöre und etwa 100 Jugendchöre. 116 SängerInnen studieren derzeit bei der 40. Chormusikwoche für Kirchenmusik im Bildungshaus Schloss Puchberg unterschiedlichste Werke geistlicher Chormusik ein. Der Bogen spannt sich dabei von der Renaissancezeit bis hin zum Neuen Geistlichen Lied. Musiziert wird im Gesamtchor, in den zwei Seminarchören „Cantemus“ und „Neues Geistliches Lied“ sowie im Chorleitungs-Seminar. Hauptwerke der heurigen Jubiläumswoche sind das „Te Deum für Soli, Chor und Orchester“ (WAB 45) von Anton Bruckner (1824 – 1896) und die „Missa Brixinensis für Chor, Orgel, Bläser und Pauken“ von Stefan Trenner (*1967).

 

 

Singen mit den Profis

 

Den Gesamtchor leiten MMag. Andreas Peterl, MMag.a Marina Ragger und Mag. Johann Baumgartner. Andreas Peterl ist Leiter des Referates für Kirchenmusik der Diözese Linz, Lehrer am Diözesankonservatorium für Kirchenmusik und Leiter des Wiener Motettenchors. Marina Ragger ist Referentin für Kirchenmusik, Konzertorganistin, Kirchenmusikerin, Chorleiterin und Sängerin. Beide leiten bei der Chorsingwoche auch jeweils einen Kammerchor. Johann Baumgartner unterrichtet am Bundesgymnasium Ramsauerstraße in Linz und leitet den Upper Austrian Gospel Choir und das Ensemble b.choired.

 

Potentielle und erfahrene ChorleiterInnen können bei einem Chorleitungsseminar mit Andreas Peterl das Chorleiten „einfach einmal ausprobieren“ oder vorhandene Kompetenzen vertiefen. Darüber hinaus werden die Seminarchöre „Cantemus“ (Marina Ragger) und „Neues Geistliches Lied“ (Johann Baumgartner) angeboten. Die Workshops „Ensemble“ für anspruchsvolle Chorliteratur, „Kantoren-Workshop“ und „Rhythmus-Workshop“ ergänzen das vielfältige Programm. Für die Pflege der Stimme stehen den TeilnehmerInnen fünf StimmbildnerInnen zur Verfügung: Judith Graf, Generose Gruber-Sehr, Michael Nowak, Irene Wallner und Rita Peterl. Am Klavier unterstützt neben dem Musikpädagogen und Kirchenmusiker Robert Zimmerling auch Theresa Zöpfl, Studierende für Orgel und Klavier an der Anton Bruckner Privatuniversität.

 

Chorleiter Andreas Peterl, Leiter des Referates für Kirchenmusik, arbeitet mit den TeilnehmerInnen im Gesamtchor.
Marina Ragger, Referentin für Kirchenmusik, beim Einstudieren eines Stücks mit den TeilnehmerInnen.
Chorleiter Johann Baumgartner in Aktion.

© Claudia Preinstorfer

 

 

Jubiläums-Chormusik-Genuss im Linzer Mariendom und in Wels-Pernau

 

Anlässlich des 40-Jahr-Jubiläums der Chorsingwoche für Kirchenmusik gibt es zwei besondere Konzertabende: Am Mittwoch, 25. Juli wird um 18.15 Uhr ein Festgottesdienst im Linzer Mariendom musikalisch gestaltet. Zur Aufführung gelangt die „Missa Brixinensis für Chor, Orgel, Bläser und Pauken“ von Stefan Trenner. Es musizieren der Chor der Diözesanen Chorsingwoche und MusikerInnen der Linzer Dommusik unter der Leitung von Marina Ragger.


Den Abschluss der Woche bildet am Freitag, 27. Juli um 19.30 Uhr ein Chor- und Orchesterkonzert in der Pfarrkirche Wels-St. Josef/Pernau. Zu hören sein werden das „Te Deum für Soli, Chor und Orchester“ von Anton Bruckner und Werke von der Renaissance bis zur Gegenwart unter der Leitung von Andreas Peterl, Marina Ragger und Johann Baumgartner.

 

Abschlusskonzert der Chorwoche für Kirchenmusik in Wels-Pernau

Traditionelles Abschlusskonzert in der Pfarre Wels-Pernau. © Buchegger

 

Seit 40 Jahren Vielfalt im Ein-Klang

 

Was 1978 als Sommerchorleitungskurs unter der Leitung von Anton Reinthaler begann, wandelte sich bald zu einer Kirchenmusik-Singwoche, die zunächst in Linz (Katholische Hochschulgemeinde, Bischöfliches Gymnasium Petrinum) stattfand, bald aber ins Bildungshaus Schloss Puchberg verlegt wurde. In den letzten 40 Jahren ließen insgesamt etwa 4.000 Sangesfreudige bei dieser Sommerwoche ihre Stimmen erklingen. Einstudiert wurden bedeutende Werke der Kirchenmusik wie das Brahms-Requiem, das Fauré-Requiem, Beethovens C-Dur-Messe, die Cäcilienmesse von Charles Gounod, Joseph Haydns Theresienmesse und Harmoniemesse; Mendelssohn Bartholdys Psalm 42 „Wie der Hirsch schreit“ und Psalm 98 „Kommet herzu“ oder Mozarts Krönungsmesse. Das „Te Deum für Soli, Chor und Orchester“ (WAB 45) von Anton Bruckner, das heuer als Hauptwerk erarbeitet wird, gelangt bereits zum zweiten Mal zur Aufführung. Bei den Konzerten der Chorwoche wurden dem Publikum auch immer wieder Uraufführungen geboten, u. a. von Werken von Anton Reinthaler, Wolfgang Reisinger und Gerhard Schacherl.

 

 

„Tankstelle“ Chorsingwoche

 

Der Leiter des Referates für Kirchenmusik der Diözese Linz MMag. Andreas Peterl über die Chancen und Ziele der Chorsingwoche für Kirchenmusik: „Jemand hat einmal solche Chorsingwochen als ‚Tankstelle‘ bezeichnet, das bringt es für mich auf den Punkt. Diese Woche ist eine Möglichkeit, Motivation und Kraft zu tanken für die vielfältigen kirchenmusikalischen Aufgaben in der eigenen Pfarre im Laufe des Jahres. Zwei Ziele stehen dabei im Mittelpunkt: Die SängerInnen und ChorleiterInnen können einerseits einmal ein Werk in einer großen Gruppe singen, das sie daheim nicht singen können, und lernen andererseits neue Chorliteratur kennen, die sie auch in ihren eigenen Chören ausprobieren können.“ Auch für ihn persönlich ist diese Woche „kontrollierte Überdosis Chorsingen“, wie Peterl sie schmunzelnd nennt, etwas ganz Besonderes: „So eine Woche lässt einen aus dem Alltag in eine ganz besondere Atmosphäre abtauchen, man wird dabei auch musikalisch gefordert und gefördert. Es ist immer eine Herausforderung, aber auch große Freude, so einen ‚Riesenhaufen‘ an ChorsängerInnen zu leiten und zu begleiten. Besonders schön ist auch das angenehme Klima unter den TeilnehmerInnen. Dankbar bin ich für das hervorragende Teamwork der ReferentInnen und OrganisatorInnen.“

 

Chorleiter Andreas Peterl, Leiter des Referates für Kirchenmusik, arbeitet mit den TeilnehmerInnen im Gesamtchor.

Andreas Peterl bei den Proben mit dem Gesamtchor. © Preinstorfer

 

Begeistert sind auch zwei langjährige TeilnehmerInnen, die sich die Chorsingwoche für Kirchenmusik nie entgehen lassen. Anita Zinke, die heuer zum 36. Mal dabei ist: „Die Chorsingwoche für Kirchenmusik ist für mich seit Jahrzehnten ein Fixpunkt, auf den ich mich immer sehr gefreut habe und freue. Viele erarbeitete Werke der kirchenmusikalischen Chorliteratur waren für mich ein Erlebnis. Außerdem war es sehr interessant, im Laufe der Zeit verschiedene DirigentInnen in ihrem künstlerischen Schaffen zu erleben. Die Singwoche ist für mich ein großer Erfahrungs- und Erinnerungsschatz in meinem Leben.“ – Für Heinz Janda ist es heuer die 26. Chorsingwoche – er war 1978 zum ersten Mal dabei, seit 2001 kommt er alle Jahre wieder zum Singen nach Puchberg. Auch er schwärmt von dieser besonderen Sommerwoche: „Die Chorsingwoche war und ist mir wichtig, um neue Chorliteratur kennen zu lernen. Durch die Weiterbildung in Stimmbildung und Chordirigieren hat auch mein Kirchenchor, den ich leite, immer wieder profitiert. Das Singen in einem Groß-Chor mit ca. 100 SängerInnen war und ist für mich immer wieder ein wunderbares Erlebnis.“

 

 

Umfassende Unterstützung für Kirchenmusik-Begeisterte

 

Organisiert wird die Chorsingwoche für Kirchenmusik vom Referat für Kirchenmusik der Diözese Linz. Aufgabe des Referats ist es, die rund 500 Kirchenchöre, etwa 100 Jugendchöre und etliche Kinderchöre, ChorleiterInnen, ChorsängerInnen, KantorInnen und nicht zuletzt OrganistInnen zu begleiten und zu unterstützen: durch Beratung bei konkreten Fragen und Anliegen und Fortbildungsveranstaltungen (z. B. Kantorenseminare, Chorliteraturabende, Orgelseminare, Schnupperkurse für Chorleitung und Orgel). Höhepunkte sind sicherlich die Chorsingwoche für Kirchenmusik im Bildungshaus Schloss Puchberg und die Diözesanen Sommerorgelkurse im Stift Schlierbach mit heuer über 50 teilnehmenden OrganistInnen. Das Referat für Kirchenmusik arbeitet intensiv mit anderen Einrichtungen zusammen, etwa mit dem Konservatorium für Kirchenmusik, den KollegInnen der Katholischen Jugend, der evangelischen Diözesankantorin Franziska Leuschner, mit dem Oö. Landesmusikschulwerk, der Öö. Vokalakademie und dem Öö. Chorverband.

 

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