Samstag 3. Oktober 2026

Caritas-Familienhelferin half bei der Erfüllung eines Herzenswunsches

Michaela Grafinger aus Hörsching ist durch ihre Krankheit in ihrer Bewegungsfreiheit stark eingeschränkt. Caritas-Familienhelferin Michaela Promberger, die die dreifache Mutter im Alltag unterstützt, half nun mit, ihrer Klientin einen Herzenswunsch zu erfüllen. 

Durch eine so genannte „Zebra-Krankheit“ ist Michaela Grafinger aus Hörsching auf den Rollstuhl angewiesen. Caritas-Familienhelferin Michaela Promberger (54) und ihre Kolleginnen unterstützen die dreifache Mutter und ihren ebenfalls gesundheitlich angeschlagenen Mann Josef Grafinger drei Mal pro Woche. Weil die Caritas-Mitarbeiterinnen immer bemüht sind, dass es auch „der Seele gut geht“, ist für die 44-Jährige ein Traum in Erfüllung gegangen: Einmal wieder Schwimmen zu gehen – mit ihrem Jüngsten Felix (7), der gerade Schwimmen lernt.

 

Erschlaffung der Muskeln, Fehlschaltungen im Gehirn, Spastiken, Blasenlähmung – das ist nur ein kleiner Auszug der Erkrankungen, die bei Michaela Grafinger (44) diagnostiziert wurden. Als sie vor sechs Jahren einmal umfiel, maß sie dem wenig Bedeutung zu. Als dreifache Mama mit zwei Jobs war ihr Alltag turbulent genug. Zwei Jahre später aber konnte sie vor Schmerzen nicht aus dem Bett. Sie kam ins Krankenhaus. Sechs Monate später war sie auf den Rollstuhl angewiesen. Niemand weiß, was sie hat. Ihre Krankheit gehört zu den (noch) nicht diagnostizierbaren „Zebra-Krankheiten“. „Das Schlimme ist, dass ich nicht weiß, wie es weitergeht“, erzählt sie. „Es hat Jahre gedauert, bis ich das akzeptiert habe. Es war so frustrierend: Ich sah die Arbeit im Haus – und konnte sie nicht machen.“ Heute meistert sie tapfer ihren Alltag. An guten Tagen kann sie maximal fünf Stunden im Rollstuhl sitzen, bevor sie sich wieder niederlegen muss. Ihr Mann kann sie nur wenig unterstützen, weil er ebenfalls an schweren Erkrankungen leidet.

 

Familienhelferin Michaela Promberger (l.) mit Familie Grafinger.

Familienhelferin Michaela Promberger (l.) mit Familie Grafinger. © Caritas OÖ

 

Vor knapp drei Jahren erfuhr Michaela Grafinger von der Caritas-Familienhilfe. Seither unterstützen die Caritas-Mitarbeiterinnen drei Mal pro Woche, wo sie können: Sie holen den 7-jährigen Felix vom Hort ab und spielen mit ihm, kochen und übernehmen Tätigkeiten im Haushalt. Und sie sind Gesprächspartnerinnen für die Frau, die sonst kaum jemanden zum Reden hat. So erzählte sie auch Caritas-Familienhelferin Michaela Promberger aus Kematen/Krems von ihrer Leidenschaft: dem Schwimmen.

 

 

Dank guter Idee wurde Traum wahr

 

Viele Pokale hat sie als Kind und Jugendliche bei Schwimmwettkämpfen gewonnen. Aufgrund der Blasenlähmung und dem damit verbundenen Loch in der Bauchwand für den Katheter rieten ihr die Ärzte davon ab, sich auch nur in die Badewanne zu legen. Die Infektionsgefahr sei viel zu hoch.

 

Das ließ Caritas-Mitarbeiterin Michaela Promberger keine Ruhe. Sie hatte früher in der Altenarbeit gearbeitet und kannte sämtliche Firmen mit Rehabedarf und Verbandsmaterialien. Bei der Firma Publicare stieß sie auf offene Ohren – und schließlich erhielt sie eine spezielle Klebefolie, die das Loch in der Bauchwand zuverlässig auch bei längerem Verbleib im Wasser schützt.

 

So fuhr Michaela Grafinger im März erstmals nach Bad Hall. Mit dem Badelift tauchte sie ins warme Thermalwasser ein. Sie fühlte sich so schwerelos und bewegungsfrei wie schon lange nicht. Keine Schmerzen – und in ihrem Element zu sein: Freude pur. Gemeinsamen Ausflügen ins Schwimmbad mit Sohn Felix stehen nichts mehr im Weg.

 

Mobile Familiendienste der Caritas

 

Familie Grafinger im Schwimmbad

Familie Grafinger im Schwimmbad. © Caritas OÖ

 

Edith Zehetner | Kommunikation Caritas OÖ

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