Montag 15. Oktober 2018

Georgiritt in Bad Wimsbach als Auftakt zur Visitation im Dekanat Gmunden

In einer Pferdekutsche begann Bischof Scheuer seine Visitationswoche im Dekanat Gmunden: Er nahm mit Landeshauptmann Stelzer am traditionellen Georgiritt in Bad Wimsbach teil. Nach der Pferdesegnung feierte der Bischof mit den Gläubigen eine Feldmesse in Kösslwang.

Bischof Dr. Manfred Scheuer, Generalvikar DDr. Severin Lederhilger und Bischofsvikar Wilhelm Vieböck besuchen von 22. bis 29. April 2018 das Dekanat Gmunden. Sie wollen vielen Menschen begegnen und das Leben in den Pfarren und den verschiedenen kirchlichen Einrichtungen bzw. Gruppen kennenlernen. Für Bischof Manfred Scheuer begann die Visitationswoche ganz ungewohnt in einer Pferdekutsche: Am Sonntag, 22. April 2018 nahm er gemeinsam mit Landeshauptmann Mag. Thomas Stelzer am traditionellen Georgiritt in Bad Wimsbach teil. Diese Pferdewallfahrt zu Ehren des hl. Georg findet rund um den Gedenktag des frühchristlichen Märtyrers (23. April) vor allem bei Kirchen oder Kapellen statt, die dem hl. Georg geweiht sind. Nach der Pferdesegnung und einer Feldmesse mit anschließendem Festakt bei der Georgskirche in Kösslwang klang der Vormittag bei einem Frühschoppen aus.

 

 

Das „Evangelium vom Leben“ als Kontrast zur „Welt des Todes“

 

Bei prachtvollem Sonntagswetter hatten sich um 8.45 Uhr bei der Filialkirche Wim zahlreiche Menschen eingefunden. Den Festzug führte die Trachtenmusikkapelle Bad Wimsbach-Neydharting an. Es folgten Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Bergham-Kösslwang, kleine und große „Goldhauben“, die Kutsche mit Bischof Scheuer und Landeshauptmann Stelzer, knapp 70 ReiterInnen und zahlreiche weitere Mitfeiernde.

 

Georgiritt in Bad Wimsbach mit Bischof Manfred Scheuer und LH Thomas Stelzer
Georgiritt Bad Wimsbach: Festzug mit Goldhauben
Georgiritt Bad Wimsbach: Festzug mit Trachtenmusikkapelle
Georgiritt in Bad Wimsbach mit Bischof Manfred Scheuer und LH Thomas Stelzer
Georgiritt in Bad Wimsbach mit Bischof Manfred Scheuer und LH Thomas Stelzer
Georgiritt in Bad Wimsbach mit Bischof Manfred Scheuer und LH Thomas Stelzer
Georgiritt in Bad Wimsbach mit Bischof Manfred Scheuer und LH Thomas Stelzer

© Diözese Linz / Jack Haijes

 

Bei der Georgskirche in Kösslwang segnete der Diözesanbischof die 68 Pferde, die den Festzug begleitet hatten. Danach feierten Bischof Dr. Manfred Scheuer, Pfarrer Dr. Johann Mittendorfer, die Diakone Gerhard Lampl und Klaus Autengruber sowie Pastoralassistentin Ursula Putz mit den zahlreich erschienenen Gläubigen eine Feldmesse.

 

Georgiritt und Pferdesegnung
Pferdesegnung mit Bischof Manfred Scheuer
Pferdesegnung mit Bischof Manfred Scheuer
Pferdesegnung mit Bischof Manfred Scheuer
Feldmesse in Kösslwang mit Bischof Manfred Scheuer
Feldmesse in Kösslwang mit Bischof Manfred Scheuer
Feldmesse in Kösslwang mit Bischof Manfred Scheuer
Feldmesse in Kösslwang mit Bischof Manfred Scheuer
Feldmesse in Kösslwang mit Bischof Manfred Scheuer
Feldmesse in Kösslwang mit Bischof Manfred Scheuer

© Diözese Linz / Jack Haijes

 

In seiner Predigt nahm Bischof Scheuer auf die Legende des hl. Georg Bezug, der zufolge dieser die jungfräuliche Königstochter vor einem bösen Drachen rettet. Nachdem Georg den Drachen erschlagen hat, ist das Land vom Bösen befreit und viele Menschen lassen sich taufen, wie die Legende erzählt. Bischof Scheuer regte dazu an, das Bild des Drachen umzudeuten in die Übel von heute: „Wir können dafür auch sagen: Ängste, Bedrohungen, Krisen, Wirtschafts- und Finanzkrise, Arbeitslosigkeit, Aggressionsverhalten, seelische Leere, Depression, Sucht, Armut. Oder: Was verpestet die Luft, die Atmosphäre, das Miteinander? Wie bekommen Menschen Kraft, eine Krise menschlich zu bewältigen, Schwierigkeiten zu meistern, hindurchzugehen, ohne dabei kaputt zu werden? Es wird nicht gehen, dass wir einfach den Drachen umbringen und alle erleichtert leben wie bisher. Wie kann eine Krise zur Chance werden zum Umdenken, zur Neubesinnung auf das, was gemeinsam trägt?“

 

Heiligenlegenden seien Geschichten gegen persönliche Angst, aber auch gegen die Angst um die Welt und die Kirche, so Scheuer. Heilige seien „Menschen, die sich auf die Seite der Mitchristen stellen, sich für Bedrängte einsetzen und für andere ihr Leben riskieren. Sie verweisen mit ihrem Leben auf die Würde des Nächsten, dessen, den man bis dahin problemlos zum Sündenbock machen konnte.“ Der Bischof betonte, das Besondere der christlichen Märtyrer gegenüber antiken Heroen und Helden sei ihre „innige Vertrautheit und Freundschaft mit Gott“ gewesen. Scheuer wörtlich: „Die Beziehungen zu den Märtyrern in Form von Freundschaft und Patrozinium hatten eine immens soziale und kirchliche Bedeutung. Patronat und Freundschaft wurde die Fähigkeit zugeschrieben, scheinbar unbarmherzig starre Vorgänge schmiegsam zu machen. Die Präsenz der Märtyrer in den christlichen Gemeinden beseitigte Schranken und eröffnete Solidarität von gesellschaftlichen Klassen und Gruppen. Zudem assoziierte man mit den Märtyrern die Präsenz der befreienden und erlösenden Macht Gottes. In der Verehrung der Märtyrer leuchtete Hoffnung auf Überwindung unmenschlicher Gewalt und Ungerechtigkeit auf.“

 

Feldmesse in Kösslwang mit Bischof Manfred Scheuer

Bischof Manfred Scheuer bei seiner Predigt. © Diözese Linz / Jack Haijes

 

Der hl. Georg wird auch „Märtyrer vom unzerstörbaren Leben“ genannt. Als Truppenführer, der vor dem Christenverfolger und Perser-König Datian sein Christentum bekannte, erlitt er nach einer Reihe unglaublicher Foltern drei Tode, wurde aber stets von Gott zum Leben erweckt. Letztlich wurde er durch das Schwert hingerichtet. Ein Duell auf Leben und Tod – darum gehe es beim hl. Georg und in der katholischen Osterliturgie, so Bischof Scheuer. Das „Evangelium vom Leben“ stehe im Kontrast zur „Welt des Todes“. Scheuer wörtlich: „Überall da, wo Leben abgeschnitten wird, wo Beziehungen zerstört, wo Menschen in Vereinsamung gefallen sind, da ereignet sich der Tod mitten im Leben. Formen des Todes sind: nicht mehr gebraucht zu sein, abgeschrieben zu werden, zum alten Eisen zu gehören, keine Zukunft zu haben, zu resignieren, bloß oberflächlich zu leben. Tot ist nach biblischem Verständnis der Egoist, der Erkaltete, der Zynische. Lebendig hingegen ist der zur Wandlung, zur Umkehr, zur Hoffnung Bereite.“

 

Predigt von Bischof Manfred Scheuer zum Nachlesen

 

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