Sonntag 24. Juni 2018

Papst: Nicht alles kontrollieren zu wollen ist auch fasten

Papst Franziskus

Bei seiner Aschermittwochspredigt unterschied der Papst zwischen den "Früchten des Glaubens" und den "Früchten des Misstrauens". Das Misstrauen führe zum Zwang, alles kontrollieren zu wollen. 

Die Feier am Nachmittag des Aschermittwoch (14. Februar 2018) begann traditionell mit einem Gebet und der Prozession von der Kirche des Benediktinergeneralats Sant'Anselmo zur nahe gelegenen Basilika Santa Sabina, die den Dominikanern anvertraut ist und wo Franziskus auch das Aschenkreuz austeilte. In seiner Predigt unterschied der Papst zwischen den "Früchten des Glaubens" und den "Früchten des Misstrauens". Wörtlich sagte er im Blick auf das Misstrauen: "Halte ein wenig inne angesichts der Zwangsvorstellung, alles kontrollieren, alles wissen, alles verdrängen zu wollen, was  daher rührt, dass man die Dankbarkeit für das Geschenk des Lebens und für all das Gute, was man empfangen hat, vergessen hat."

 

Weiters gelte es – so Franziskus laut dem vom Vatikan verbreiteten Redemanuskript –,  in der Fastenzeit auch innerlich frei zu werden "angesichts des Bedürfnisses, in Erscheinung zu treten und von allen gesehen zu werden, sich ständig zur Schau zu stellen". Dies schmälere den Wert der Sammlung. Ebenso gelte es frei zu werden "angesichts des hochmütigen Blicks", weil man Mitleid und Respekt im Umgang mit den anderen vergessen habe, "vor allem mit den Verwundbaren, Verletzten und auch mit denen, die sich in Sünde und Irrtum befinden".

 

Die Fastenzeit sei "eine wertvolle Zeit, um diese und andere Versuchungen zu entlarven", erinnerte der Papst. Die ganze Liturgie dieser 40 Tage sei von dieser Gesinnung durchdrungen. "Wir könnten sagen, dass diese in drei Worten nachhallt, die uns das gläubige Herz erwärmen wollen: halte inne, schaue und kehre zurück."

 

"Halte etwas inne, lasse diese Hektik und dieses sinnlose Rennen, das die Seele mit dem bitteren Gefühl erfüllt, niemals irgendwo anzukommen. Halte inne, lass ab von diesem Zwang, in Eile zu leben, der die Zeit für die Familie zerstreut, aufteilt und schließlich vernichtet, die Zeit für die Freundschaft, die Zeit für die Kinder, die Zeit für die Großeltern, die Zeit für die Selbstlosigkeit, die Zeit für Gott", so Franziskus. 

 

Er ging dann auf das "Schauen" ein: "Schaue auf die Zeichen, die ein Auslöschen der Liebe verhindern und die Flamme des Glaubens und der Hoffnung lebendig erhalten. Sie sind lebendige Gesichter der Zärtlichkeit und Güte Gottes, die unter uns am Werk ist." Unter jenen Gruppen von Personen, denen man stärkeres Augenmerk schenken müsse, seien auch die Kranken und die Strafgefangenen: "Schaue auf die Gesichter unserer Kranken und so vieler, die sich um sie kümmern: Gesichter, die in ihrer Verwundbarkeit und in ihrem Dienst uns daran erinnern, dass der Wert jeder Person niemals auf eine Frage von Kostenrechnung oder Nützlichkeit reduziert werden darf. Schaue auf die reuevollen Gesichter so vieler, die ihre Irrtümer und Fehler wiedergutzumachen suchen und ausgehend von ihrem Elend und ihren Schmerzen dafür kämpfen, die Situationen zu verwandeln und weiterzugehen."

 

In seiner Ansprache rief der Papst schließlich zu "Rückkehr" auf: "Kehre ohne Furcht zurück, die heilende und versöhnende Zärtlichkeit Gottes zu erfahren. Lass zu, dass der Herr die Wunden der Sünde heilt und die unseren Vätern gegebene Verheißung erfüllt: 'Ich gebe euch ein neues Herz und einen neuen Geist gebe ich in eurer Inneres. Ich beseitige das Herz von Stein aus eurem Fleisch und gebe euch ein Herz von Fleisch' (Ezechiel 36,26)."

Kathpress

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