Samstag 20. Januar 2018

85. Geburtstag von Bischof em. Maximilian Aichern: „Du bist ein Segen für uns in der Diözese Linz“

Mit diesen Worten würdigte Diözesanbischof Manfred Scheuer den emeritierten Bischof Maximilian Aichern beim Festgottesdienst zu dessen 85. Geburtstag am 26. Dezember 2017 im Linzer Mariendom. 700 Menschen feierten mit dem Jubilar.

Bischof des Volkes, Bischof mit den Menschen, Sozialbischof Österreichs, Ermutiger, Brückenbauer, Ermöglicher neuer Wege, ein Bischof, der weltoffen ist, Freiraum gibt, den MitarbeiterInnen etwas zutraut und den Menschen auf Augenhöhe begegnet – dies sind nur einige der Attribute und Eigenschaften, die Bischof em. Maximilian Aichern zugeschrieben werden. 23 Jahre lang war Aichern Bischof von Linz, er hat die katholische Kirche in Oberösterreich und darüber hinaus entscheidend geprägt und gestaltet. Bis heute bringt sich der Benediktiner aus dem Stift St. Lambrecht aktiv in das kirchliche und gesellschaftliche Leben ein.

 

Festgottesdienst mit Jubilar Bischof em. Maximilian Aichern zum 85. Geburtstag | 26.12.2017

Der junggebliebene Jubilar Bischof em. Maximilian Aichern. © Diözese Linz / Wakolbinger

 

Zum 85. Geburtstag des beliebten Altbischofs wurde im Linzer Mariendom am Fest des hl. Stephanus um 10.00 Uhr ein festlicher Dankgottesdienst gefeiert, an dem etwa 700 Gläubige teilnahmen. Mit Bischof em. Dr. Maximilian Aichern OSB feierten Diözesanbischof Dr. Manfred Scheuer, dessen Vorgänger Bischof em. Dr. Ludwig Schwarz SDB, Dompropst Prälat Wilhelm Vieböck, Dompfarrer Dr. Maximilian Strasser, Mitglieder des Linzer Domkapitels, die Diakone Fridolin Engl und Anton Birngruber und weitere Priester der Diözese Linz. Etwa 700 Menschen, darunter VertreterInnen diözesaner Gremien, Ämter und Einrichtungen, diözesane MitarbeiterInnen, SeelsorgerInnen und langjährige WegbegleiterInnen aus Kirche und Politik, waren gekommen, um mit dem Jubilar für 85 erfüllte Lebensjahre zu danken. Bischof Manfred Scheuer würdigte Aichern als Menschen und Seelsorger, der mit der Ermutigung zur Freude am Christsein viele motiviert und einen aufbauenden, Fenster öffnenden Blick in die Zukunft der Kirche erschlossen habe. „Aggiornamento“ und „Coraggio“ – Verheutigung und Mut – gehörten zu Aicherns Grundvokabular, das er auch in seinem Leben und Wirken verkörpert habe, so Scheuer. Der Diözesanbischof bezeichnete den beliebten Linzer Altbischof Aichern als „Segen für uns in Oberösterreich und in der Diözese Linz“.

 

Festgottesdienst mit Jubilar Bischof em. Maximilian Aichern zum 85. Geburtstag | 26.12.2017
Festgottesdienst mit Jubilar Bischof em. Maximilian Aichern zum 85. Geburtstag | 26.12.2017
Festgottesdienst mit Jubilar Bischof em. Maximilian Aichern zum 85. Geburtstag | 26.12.2017
Festgottesdienst mit Jubilar Bischof em. Maximilian Aichern zum 85. Geburtstag | 26.12.2017
Friedensgruß mit Bischof Manfred Scheuer
Friedensgruß mit Bischof em. Ludwig Schwarz
Die drei Linzer Bischöfe (v. l.) Bischof Manfred Scheuer, Bischof em. Maximilian Aichern und Bischof em. Ludwig Schwarz

© Diözese Linz / Wakolbinger | © Jack Haijes

 

Musikalisch gestaltet wurde der Gottesdienst am Fest des hl. Stephanus vom Linzer Domchor sowie von Orchester und SolistInnen der Dommusik Linz unter der Leitung von Domkapellmeister Mag. Josef Habringer. Zu hören war die „Zauberflötenmesse“ eines anonymen Komponisten, bei der Melodien aus Mozarts Oper „Die Zauberflöte“ mit lateinischen Messtexten musiziert werden. Die Komposition war um 1800 entstanden und erst vor etwa 20 Jahren in Wien-Lichtental wiederentdeckt worden. Aichern hatte sich diese Messe schon 2012 zum 30-Jahr-Jubiläum seiner Bischofsweihe gewünscht. An den Orgeln musizierten Domorganist Dr. Wolfgang Kreuzhuber und Heinrich Reknagel.

 

Festgottesdienst mit Jubilar Bischof em. Maximilian Aichern zum 85. Geburtstag | 26.12.2017

Linzer Domchor sowie von Orchester und SolistInnen der Dommusik Linz unter der Leitung von Josef Habringer. © Jack Haijes

 

„Lassen wir uns die Freude am Menschsein und am Christsein nie durch etwas nehmen!“

 

In gewohnter Bescheidenheit betonte Aichern bei der Eröffnung des Gottesdienstes, das vorrangige Fest sei das Fest des heiligen Stephanus, des ersten Märtyrers der Kirche, der für Oberösterreich große Bedeutung habe, weil er der Patron der Mutterdiözese Passau sei, aus der die Diözese Linz hervorgegangen sei. Erst in zweiter Linie sei der Festgottesdienst auch „Dank an Gott für mein hohes Lebensalter“, wie der Jubilar meinte.

 

In seiner Festpredigt erläuterte Bischof em. Aichern, der heilige Stephanus als erster christlicher Märtyrer verkünde und vertiefe in mehrfacher Hinsicht die Weihnachtsbotschaft. So sei der geöffnete Himmel, von dem Stephanus im Text aus der Apostelgeschichte spreche, der Kern der Weihnachtsbotschaft. „Auch heute kommt Gott mit seiner Liebe, seiner Freude und seinem Frieden zu uns. Gott hat uns reich beschenkt, als er den Himmel für uns öffnete und mit seinem Kommen diese Erde mit Spuren des Himmels erfüllt hat. Der als Kind in Bethlehem geborene Gottessohn ist der Menschensohn, den Stefanus an der Seite Gottes in der Herrlichkeit des Himmels sieht“, so Aichern. Darüber hinaus habe das Leben und Mühen von Stephanus, der mit dem Dienst an den Armen und Hilfsbedürftigen betraut worden sei, die Weihnachtsbotschaft verkündet: „Er hat mit seinen großen Fähigkeiten das fortgesetzt, was die Hirten in Bethlehem begonnen haben, nämlich die Botschaft vom gekommenen Messias weiterzusagen und erleben zu lassen“, unterstrich Aichern. Stephanus habe in der Nachfolge Jesu Verfolgung und sogar den gewaltsamen Tod auf sich genommen und wie Jesus um Vergebung für seine Mörder gebetet. Er sei dadurch „Vorbild für die tausenden von Christen, die in der Kirchengeschichte und auch heute wegen ihres Glaubens bedrängt und verfolgt werden, die ihr Leben für Gott und die Mitmenschen hingeben“, so Aichern.

 

Weihnachten stehe mitten in einer harten Wirklichkeit, in einer von Hass, Terror und Lieblosigkeit bedrängten Welt. Aichern wörtlich: „Wir erleben die furchtbaren Auswirkungen von Krieg und Terror. Uns bedrücken die Rückschläge um einen Frieden im Heiligen Land, in afrikanischen und asiatischen Ländern. Um diesen Frieden müssen wir uns bemühen, wir müssen dazu beitragen in Wort und Tat. Dazu fordert uns auch Papst Franziskus immer wieder auf, gerade erst gestern in seiner Weihnachtsbotschaft auf dem Petersplatz.“ Der offene Himmel bedeute auch, dass im Kind von Bethlehem, in Jesus von Nazaret Gott das Schicksal der Menschen geteilt habe: „Er hat am eigenen Leib erfahren, was es heißt, keine Herberge zu finden, Flüchtling zu sein, verfolgt und verurteilt zu werden, zu leiden und zu sterben. Er hat aber auch unsere Freuden und Hoffnungen geteilt: das Feiern im Kreis von Freunden und das Helfen-Können, wo Menschen Hilfe brauchen.“

 

Aichern dankte allen, die ihn „beim Dank an Gott für 85 gesegnete und erfüllte Lebensjahre und für die Möglichkeit des Wirkens in der Seelsorge“ unterstützten. ChristInnen dürften erleben, dass der Himmel nicht nur zu Weihnachten offen sei, sondern dass Gott mit seiner Liebe immer nahe sei und dass Jesus ihnen bei Gott eine Heimat bereitet habe. „Auf diese Heimat pilgern wir zu und arbeiten dabei geistlich, menschlich und gesellschaftlich nach den Notwendigkeiten der jeweiligen Zeit, mit Blick auf das Evangelium Christi“, so Aichern. Der Jubilar schloss mit einer Botschaft, die er den Menschen unzählige Male in Predigten und Ansprachen mitgegeben hat: „Lassen wir uns die Freude am Menschsein und am Christsein nie durch etwas nehmen!“

 

Predigt des Jubilars Maximilian Aichern am Fest des hl. Stephanus
Predigt des Jubilars Maximilian Aichern am Fest des hl. Stephanus
Predigt des Jubilars Maximilian Aichern am Fest des hl. Stephanus

© Diözese Linz / Wakolbinger

 

„Einen aufbauenden, Fenster öffnenden Blick in die Zukunft der Kirche erschlossen“

 

Am Ende des Festgottesdienstes würdigte Diözesanbischof Manfred Scheuer Bischof em. Aichern mit herzlichen Worten. Scheuer blickte zunächst auf Aicherns Bischofsweihe am 17. Jänner 1982 zurück. Bei seiner damaligen Ansprache hatte Aichern sich mit Abraham verglichen, der von Gott aufgefordert wird, in ein fremdes Land zu ziehen – „das war für dich Oberösterreich bzw. die Diözese Linz“, so Scheuer. Der Diözesanbischof erinnerte daran, dass Aichern mit der Bischofsernennung gerungen hatte: „Dass es dafür sehr viel Nachdruck bei dir gebraucht hat, hast du öfters erzählt. Linz war alles andere als eine ‚gmahte Wiesn‘.“ Als er, Scheuer, Anfang September 2017 beim emeritierten Papst Benedikt XVI. gewesen sei, wo er beim Ratzinger-Schülerkreis über das Martyrium referierte, habe Papst Benedikt XVI gemeint, Bischof von Linz zu sein, sei auch quasi ein Martyrium. Scheuer wörtlich: „Du hast mir gegenüber gemeint, das sei doch übertrieben. Aber es war doch eine harte Knochenarbeit für dich, die dich manchmal an den Rand deiner physischen Kräfte gebracht hat. Wir sind sehr dankbar dafür, dass du nach Linz gekommen bist, und wir sind sehr froh darüber, dass du 2005 in Linz geblieben bist. Auch dieser Übergang 2005 war ja durchaus schmerzlich. Nicht nur die transalpinen Kräfte in Rom haben ihn zu verantworten. Du hast einiges einstecken müssen …“

 

Scheuer würdigte Aichern als Pilger und Wanderprediger, der geografisch, aber auch „existentiell in Beziehungen und in unterschiedlichen Milieus“ unterwegs sei. Der Diözesanbischof zu Aichern: „Du stehst für die Vitalität der Kirche in der sozialen Frage, (mit)verantwortlich für den Sozialhirtenbrief der österreichischen Bischöfe, für das ökumenische Sozialwort der Kirchen. Dein Name steht für eine starke Sozialpartnerschaft, für die Allianz für den freien Sonntag, für die Sozialverträglichkeitsprüfung, für Joseph Cardijn, für Marcel Callo. Du steht für eine intensive Auseinandersetzung mit den Abgründen unserer Geschichte wie mit der Vernichtungsanstalt Hartheim oder dem Konzentrationslager Mauthausen. Du bist historisch höchst interessiert und informiert, du bist gesprächsfähig, Dialog eröffnend für unterschiedliche Ideologien.“

 

Mit der oft betonten Ermutigung zur Freude am Christsein habe Aichern viele motiviert und einen aufbauenden, Fenster öffnenden Blick in die Zukunft der Kirche erschlossen, so Scheuer. Der Diözesanbischof weiter: „‚Aggiornamento‘ und ‚Coraggio‘ – Verheutigung und Mut –, diese beiden Worte gehören zu deinem Grundvokabular, zur Grundmelodie deiner Ansprachen, und du verkörperst sie auch in deinem Leben und Wirken.“ Darüber hinaus sei Aichern jemand, der international glaube, denke und fühle und für den das „Wir“ der Kirche nicht durch Landesgrenzen eingeengt sei.

 

In einem Bibeltext aus dem Buch Kohelet heiße es, jedes Geschehen unter dem Himmel habe eine bestimmte Zeit – und in alles habe Gott die Ewigkeit hineingelegt. Bischof Scheuer zu Bischof em. Aichern: „Gott hat seine Ewigkeit in dein Wirken hineingelegt. Ein großes Vergelt’s Gott für dein Wirken, dein Dasein, dein Gebet und dein Zeugnis. Gottes Segen zum 85. Geburtstag! Du bist ein Segen für uns in Oberösterreich, in der Diözese Linz – und du bist ein Gesegneter.“

 

Würdigung von Bischof Manfred Scheuer zum Nachlesen

 

Bischof Manfred Scheuer fand herzliche Worte der Würdigung für Bischof em. Aichern.
Bischof Manfred Scheuer fand herzliche Worte der Würdigung für Bischof em. Aichern.
Herzliche Umarmung der beiden Bischöfe
Dank von Bischof em. Aichern an Bischof Scheuer

© Diözese Linz / Wakolbinger

 

Der Jubilar dankte für die herzlichen Worte und meinte, bei einem Fest werde immer das Positive hervorgehoben. Es sei aber „manches auch misslungen, manches wurde nicht angegangen oder ist auch durch meine Fehler nicht zustandegekommen. Wir brauchen immer die Barmherzigkeit Gottes.“ Allen Mitfeiernden wünschte Bischof em. Aichern frohe, gesegnete Festtage und viel Segen und Kraft für 2018. Der Jubilar schloss mit den Worten: „Der Papst sagt immer wieder: ‚Erkennt die Zeichen der Zeit, die Notwendigkeiten des Momentanen für die Menschen. Arbeitet weiter mit Blick auf das Evangelium und helft, das Leben der Menschen mitzugestalten.‘ Mit diesem Auftrag gehen wir hinaus.“

 

Bischof em. Aichern vor dem Schlusssegen
Bischof em. Aichern vor dem Schlusssegen
Festgottesdienst mit Jubilar Bischof em. Maximilian Aichern zum 85. Geburtstag | 26.12.2017
Festgottesdienst mit Jubilar Bischof em. Maximilian Aichern zum 85. Geburtstag | 26.12.2017

© Diözese Linz / Wakolbinger | © Jack Haijes

 

Die Mitfeiernden gratulierten und dankten am Ende der Festmesse mit minutenlangem Applaus. Nach dem Gottesdienst überbrachten viele Gläubige dem Altbischof noch persönliche Glück- und Segenswünsche auf dem Domplatz.

 

Glückwünsche an den Jubilar Maximilian Aichernauf dem Linzer Domplatz
Glückwünsche an den Jubilar Maximilian Aichernauf dem Linzer Domplatz
Glückwünsche an den Jubilar Maximilian Aichernauf dem Linzer Domplatz
Glückwünsche an den Jubilar Maximilian Aichernauf dem Linzer Domplatz
Glückwünsche an den Jubilar Maximilian Aichernauf dem Linzer Domplatz

© Diözese Linz / Wakolbinger

 

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Unermüdlicher Einsatz in Kirche und Gesellschaft

 

Maximilian Aichern wurde am 26. Dezember 1932 in Wien geboren. In seiner Jugend wurde er wesentlich durch die Kalasantiner geprägt, die sich in seiner Heimatpfarre vor allem in der Arbeiterseelsorge engagierten. Nach der Matura 1951 in Wien erlernte Aichern zunächst im elterlichen Betrieb das Handwerk des Fleischhauers und sollte den Betrieb übernehmen. Als seine jüngere Schwester Edeltraud die Fleischhauerei übernahm, konnte sich Maximilian Aichern seinen Wunsch erfüllen, Priester und Ordensmann zu werden. Er trat 1954 in die Benediktinerabtei St. Lambrecht (Steiermark) ein. Aichern studierte an der Universität Salzburg und an der Päpstlichen Hochschule San Anselmo in Rom und wurde 1959 in der Abtei Subiaco bei Rom zum Priester geweiht. Anschließend wirkte Pater Maximilian als Kaplan in der Stiftspfarre St. Lambrecht, als Jungschar- und Jugendseelsorger sowie als Religionslehrer in der Landesberufsschule für Maurer und Zimmerer in Murau. 1964 wurde der damals erst 32-jährige P. Maximilian zum Abtkoadjutor des Stiftes St. Lambrecht gewählt. 1977 wurde er nach dem Tod seines Vorgängers Wilhelm Blaindorfer Abt von St. Lambrecht. Ein Jahr später, 1978, wählte man ihn auch zum Abtpräses der österreichischen Benediktinerkongregation.

 

Am 15. Dezember 1981 ernannte Papst Johannes Paul II. Abt Maximilian Aichern zum 12. Bischof von Linz als Nachfolger von Franz Zauner. Die Bischofsweihe erfolgte am 17. Jänner 1982 durch Franz Kardinal König im Linzer Mariendom – in Anwesenheit aller österreichischen Bischöfe und mehrerer Bischöfe aus dem Ausland. Aicherns Wahlspruch lautet: „In caritate servire“ – „in Liebe dienen“. In seiner ersten Ansprache als Bischof formulierte Aichern sein „Programm“ folgendermaßen: „Ich will ein Mann des Friedens, der Gesprächsbereitschaft und des Verstehens sein. Ich will beitragen, dass Brücken zwischen den verschiedenen Meinungen gebaut werden. Ich will euer aller Bruder im Glauben sein.“

 

Bischof Aichern am Tag seiner Bischofsweihe am 17.1.1982 im Mariendom.

Bischof Aichern am Tag seiner Bischofsweihe am 17.1.1982 im Mariendom. © Diözesanarchiv

 

In der Bischofskonferenz war Aichern lange für soziale Themen zuständig, sein Einsatz dafür dauert bis heute an. Aichern begründete u. a. die erste Bischöfliche Arbeitslosenstiftung in Österreich (1987) und war Wegbereiter und Fürsprecher der „Allianz für den freien Sonntag“, die im November 1997 im Linzer Bischofshof unterzeichnet wurde. Unter der Führung des „Sozialbischofs Österreichs“ erarbeiteten die Bischöfe 1990 den Sozialhirtenbrief. Auch am Zustandekommen des Sozialworts des Ökumenischen Rates der Kirchen, das 2003 veröffentlicht wurde, war Aichern maßgeblich beteiligt.

 

Am 18. Mai 2005 nahm Papst Benedikt XVI. das Rücktrittsgesuch aus Altersgründen von Bischof Aichern an und ernannte ihn gleichzeitig zum Apostolischen Administrator der Diözese Linz. Am 18. September 2005 übergab Bischof Maximilian Aichern nach 23 Jahren das Amt des Diözesanbischofs an Dr. Ludwig Schwarz SDB.

 

Das Wirken von Bischof Aichern wurde mit zahlreichen Auszeichnungen gewürdigt. So wurde ihm u. a. 1993 von der Universität Passau das Ehrendoktorat der Theologie verliehen. 1994 erhielt Aichern als erster Bischof die Ehrenbürgerschaft der Stadt Linz; darüber hinaus ist er Ehrenbürger der Stadt Norcia (Italien), der Marktgemeinde St. Lambrecht, der Gemeinden Mariahof, St. Blasen und Königsbrunn am Wagram und der Stadt Mariazell. Verliehen wurden ihm auch das Große Goldene Ehrenzeichen mit Stern der Republik Österreich (1992), das Große Goldene Ehrenzeichen des Landes Oberösterreich (2005) sowie das Große Goldene Ehrenzeichen und der Ehrenring des Landes Steiermark. 2006 wurde Aichern an der Johannes Kepler Universität (JKU)Linz der Karl-Leitl-Partnerschaftspreis „Partnerschaft in der Arbeitswelt“ verliehen. 2008 wurde Aichern von der ÖVP Oberösterreich der „Erwin-Wenzl-Ehrenpreis“ für sein lebenslanges Engagement im Bildungsbereich verliehen. 2011 verlieh das Europa-Forum Neumarkt den „Mérite Européen in Gold“ an Bischof em. Maximilian Aichern.

 

Bis heute bringt sich Bischof em. Maximilian Aichern in der Diözese Linz und weit darüber hinaus aktiv in das kirchliche, gesellschaftliche, soziale und kulturelle Leben ein. Er nehme noch immer Anteil am Weg der Kirche, sei dabei aber „gelassener und geduldiger geworden“, wie Aichern in einem Interview mit der Linzer KirchenZeitung zu seinem Geburtstag betonte. Der Jubilar im Interview wörtlich: „Ich sehe das Älterwerden als Chance, großen Fragen des Lebens und unserer Beziehung zu Gott mehr Zeit zu widmen, die Lebenserfahrungen zu überdenken und manches weiterzugeben.“

 

 

Bischof em. Maximilian Aichern

Bischof em. Maximilian Aichern. © Diözese Linz / Wakolbinger

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