Montag 11. Dezember 2017

Zur Situation der Christen im Heiligen Land

Johannes Zang, Journalist und Pilgerführer im Heiligen Land, berichtete am 26. September 2017 im Linzer Ursulinenhof von seinen Erfahrungen in Israel und Palästina und von der besorgniserregenden Situation der Christen vor Ort.

Johannes Zang, der 10 Jahre in Bethlehem und Jerusalem gelebt und 50 Reisen mit Gruppen nach Israel und Palästina unternommen hat, bürgt für eine Vielfalt, Tiefe an Wissen, Reichtum an Begegnungen und Echtheit, wie sie nur selten zu erleben ist. Betroffen von dem Erlebten und dennoch mit dem Abstand eines „Nicht-Beteiligten“, ermöglicht er es Interessierten, Informationen jenseits der gängigen Medien zu erfahren, Zusammenhänge des Nahostkonflikts tiefer zu verstehen und eine innere Verbundenheit mit Menschen in Israel und Palästina zu entwickeln.

 

Johannes Zang im Linzer Ursulinenhof

Johannes Zang im Linzer Ursulinenhof. © Pax Christi OÖ / Dammayr

 

Eine Karte der Jerusalemer Stadtverwaltung von 1945 zeigt die Verhältnisse des Landbesitzes zwischen Arabern (christliche, muslimische und weitere), Juden und anderen. Obwohl in Städten wie Jaffa, Haifa und Tiberias die Situation des Landbesitz durch die jüdische Einwanderung seit 1882 bereits stark verändert wurde, wird immer noch eine deutliche Mehrheit des Arabischen gegenüber dem Jüdischen Landbesitz sichtbar (z. B. Jerusalem 84 % / 14 % / 2 %). Dies bildet sich im UNO-Teilungsplan von 1947 kaum ab. Der Krieg von 1948/49 hat letztlich zu einer massiven Entvölkerung vieler arabischer Dörfer geführt.

 

Dadurch sind die Christen überall zu einer extremen Minderheit geworden. Nirgends bilden sie mehr als 2 % und sind in ihrer Zusammensetzung sehr unterschiedlich, sowohl was ihre Konfession als auch ihre Herkunft betrifft: Palästinenser, Migranten, Gastarbeiter, Asylsuchende, ausländische Ordensangehörige u. Ä. Im Vergleich leben in Jordanien 6 % Christen. Die Feiern vieler christlicher Feiertage sind bedeutende gesellschaftliche Ereignisse, die das Bild der wenigen Orte, in denen Christen konzentriert leben, prägen. Dabei sind die beiden oft mitgetragenen Nationalflaggen heikle und strittige Elemente von Prozessionen. Auch die Teilnahme an zentralen Orten des Glaubens ist für viele Christen auf Grund der rechtlichen Bestimmungen bei weitem nicht gewährleistet. In Orten ohne christliche Bevölkerung wird man keinerlei Hinweise auf diese Feste finden. Es gibt ca. 50 verschiedene Konfessionen, wobei die zahlenmäßig größten in Israel die griechisch-melkitisch-katholische Kirche und in Palästina die griechisch-orthodoxe Kirche ist.

 

Der Alltag der Christen in den palästinensischen Gebieten ist durch dieselben Schwierigkeiten und Einschränkungen geprägt, wie das Leben aller anderen Palästinenser. Dazu gehören z. B. von 1967 – 2017 laut der israelischen Organisation ICAHD 48.488 Hauszerstörungen, u. a. als kollektive Bestrafung, aus militärischen Gründen oder wegen fehlender Baugenehmigung. Zu den weniger sichtbaren Auswirkungen der Besatzung gehören im selben Zeitraum z. B. die 14.595 Aberkennungen des Aufenthaltsrechts für palästinensische Bürger Jerusalems (Quelle HaMoked).

 

Neben Problemen mit physischer Gewalt durch extremistische jüdische Siedler gehören auch noch Spannungen mit der eigenen Kirchenleitung zu den Gründen, warum die Auswanderung von Christen massiv steigt. Hohe Bildung und unkomplizierte Lebenschancen sind starke Triebfedern.

 

Der Vortrag von Johannes Zang im Linzer Ursulinenhof war eine Kooperation u. a. von Bibelwerk Linz und Pax Christi OÖ.

 

Vortrag von Johannes Zang im Linzer Ursulinenhof

Vortrag von Johannes Zang im Linzer Ursulinenhof. © Pax Christi OÖ / Dammayr

 

Andreas Paul | Pax Christi OÖ
 

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