Samstag 18. November 2017

Start der Ökumenischen Sommerakademie: Verantwortung für Gottes Schöpfung

Ökumenische Sommerakademie 2017

Die 19. ökumenische Sommerakademie im Stift Kremsmünster beschäftigt sich mit der religiösen Symbolik des Gartens.

Theologie im Garten: Die OÖ. Landesgartenschau ist der Anlass, dass sich die 19. Ökumenische Sommerakademie im Stift Kremsmünster mit der religiösen Symbolik des Gartens und ökologischen Fragen der globalen wirtschaftlichen Entwicklung aus theologischer und ethischer Sicht beschäftigt. Das Thema „Gärten in der Wüste – Schöpfungsethik zwischen Wunsch und Wirklichkeit“ beleuchten christliche und muslimische TheologInnen, bekannte ExpertInnen aus der Umweltwissenschaft und Wirtschaftsethik ebenso wie PraktikerInnen ökologischer Verantwortung.

Die Veranstaltung wurde am 12. Juli mit 250 TeilnehmerInnen eröffnet.

 

Gärten haben in religiösen Traditionen eine besondere Bedeutung. Sie sind Orte der Sehnsucht und Gottesnähe. Eden, der Paradiesgarten der Schöpfungsgeschichte, ist aber auch jener Ort, aus dem Menschen als Konsequenz ihres Handelns vertrieben wurden.

 

Gott, Mensch und Natur in engster Weise verbunden. Kirche und Spiritualität betonen die Geschöpflichkeit der Welt und Umwelt. Umso dringlicher ist das Anliegen, der fortschreitenden Zerstörung der natürlichen Umwelt etwas entgegenzusetzen. Klimawandel ist aus naturwissenschaftlicher Sicht keine Glaubensfrage, sondern eine plausibilisierbare erhärtete Theorie. Anders verhält es sich aber beim Umgang mit dem menschenverursachten Klimawandel. Hier geht es um Verantwortung für die Zukunft, für Gottes Schöpfung.

 

Nähere Informationen und alle Vorträge der 19. Ökumenischen Sommerakademie zum Nachhören finden Sie hier.

 

250 Interessierte im Kaisersaal des Stiftes Kremsmünster

19. Ökumenische Sommerakademie im Kaisersaal des Stiftes Kremsmünster.

Foto: Diözese Linz

 

250 Interessierte beschäftigten sich am ersten Tag mit renommierten ReferentInnen mit dem brisanten Thema Schöpfungsethik und Klimawandel. Unter den Gästen waren Persönlichkeiten aus Kirche, Politik und Gesellschaft sowie VertreterInnen der VeranstalterInnen, etwa Landeshauptmann Mag. Thomas Stelzer, Alt-Landeshauptmann Dr. Josef Pühringer, der Bürgermeister von Kremsmünster Gerhard Obernberger, der Linzer Diözesanbischof Dr. Manfred Scheuer, Generalvikar DDr. Severin Lederhilger, der Superintendent der Evangelischen Kirche A. B. Dr. Gerold Lehner, sein Vorgänger Mag. Hansjörg Eichmeyer und dessen Frau Ulrike Eichmeyer-Schmid (ehemalige Leiterin des Evangelischen Bildungswerks OÖ), die stellvertretenden Vorsitzenden des Ökumenischen Rates der Kirchen in Österreich Bischof Andrej Cilerdzic und der altkatholische Bischof Heinz Lederleitner, die Leiterin des Evangelischen Bildungswerks Mag. Renate Bauinger, Caritas-OÖ-Direktor Franz Kehrer MAS, der Präsident der Diakonie Österreich Dr. Roland Sigrist, der Rektor der Katholischen Privat-Universität Linz Univ.-Prof. Dr. Franz Gruber, der Präsident der Katholischen Aktion OÖ Dr. Bert Brandstetter und der Chefredakteur der KirchenZeitung der Diözese Linz Mag. Matthäus Fellinger.

 

Moderiert wird die Veranstaltung von Dr. Helmut Obermayr, Mitbegründer der Ökumenischen Sommerakademie und langjähriger ehemaliger Landesdirektor des ORF-Landesstudios OÖ.

 

Abt Ambros Ebhart vom Stift Kremsmünster
Dr. Franz Gruber, Rektor der Katholischen Privatuniversität Linz
Superintendent Dr. Gerold Lehner, Evangelische Kirche A.B. Oberösterreich
Diözesanbischof Dr. Manfred Scheuer
Bischof Andrej Cilerdzic, Serbisch Orthodoxe Kirche
Landeshauptmann Mag. Thomas Stelzer

 

Begrüßungsworte: Realistisch in der Analyse, optimistisch im Handeln

 

„Der Garten als Ort der Harmonie und des Friedens möge zur Bewahrung der Schöpfung beitragen“

„Ein Schöpfer, der alles was ist ins Dasein rief. Himmel und Erde. Licht und Dunkel. Pflanzen und Tiere und auch den Menschen.“ So verwies der Abt des Stiftes Kremsmünster, Mag. Ambros Ebhart OSB, darauf, dass nach den biblischen Erzählungen am Anfang ein Garten – Eden – war. Die Landesgartenschau war der Anlass, bei der heurigen Sommerakademie das Thema ökologische Verantwortung aufzugreifen.

 

„Der Mensch ist nicht Herr der Natur – Gottes Schöpfung ist für alle Lebewesen“

Der Rektor der Katholischen Privat-Universität Linz, Univ.-Prof. Dr. Franz Gruber, machte in seiner Begrüßung deutlich, dass das Thema Schöpfungsverantwortung nicht neu ist, aber höchst aktuell. Die Theologie erinnert im Schöpfungsmythos an den Menschen als Gärtner im Lebenshaus. Zivilisationsprobleme werden nicht durch das Eingreifen Gottes gelöst, das ist die Verantwortung des Menschen.

 

„Unendlich kostbar. Und begrenzt“

An das erste Bild, das von der Erde aus dem Weltall aufgenommen wurde, erinnerte Superintendent Dr. Gerold Lehner. „Wir flogen hin, den Mond zu entdecken, aber was wir wirklich entdeckt haben, ist die Erde“, sagten die Astronauten. Die Erde ist begrenzt, klein, allein, im weiten Raum – sie ist kostbar, begrenzt, verletzlich. Damit hat sich der Horizont geändert, die Begrenzung ist in den Blick gerückt. Wie beim Thema Leben und Tod, geht es auch bei der Ökologie um ein Reden an der Grenze.

 

Wüste als Ort des Lebens und des Todes

Der Kontrast der Wüste war Thema der Eröffnungsworte von Bischof Dr. Manfred Scheuer.  Die Wüste ist ein Ort der Intimität. Wüste ist aufs engste verknüpft mit Befreiung und Freiheit, sie assoziiert Loskommen von Sklaverei, Bedrängnis und Verfolgung auf der einen und Offenheit für Gottes Liebe und Fürsorge auf der anderen Seite. Wüste ist ein Ort des Todes und des Lebens. Wüste ist eine geografische Landschaft, aber auch eine existentielle, soziale und spirituelle Wirklichkeit. Im Leben gibt es ja nicht bloß blühende Gärten, sondern auch karges Land, unbesiedelte Gebiete, Enttäuschung, Aggression und Angst. „Fürchte dich nicht, es blüht, hinter uns her.“ – Bischof Scheuer zitierte die Schriftstellerin Hilde Domin und erinnerte damit daran, dass die christliche Botschaft eine Botschaft der Hoffnung ist: „Die Wüste blüht!“.

 

„Die Menschen sollen im grünen Gras lagern“

Bischof Andrej Cilerdzic von der Serbisch-Orthodoxen Kirche begrüßte für den Ökumenischen Rat der Kirchen die TagungsteilnehmerInnen. Das Thema der Tagung erinnere ihn an die Speisung der Fünftausend, sogar Johannes verlagerte diese in die Gärten. Für Bischof Andrej ist Schöpfungsverantwortung ein wichtiges Thema der Ökumene.

 

Selbstbewusst Werte vertreten!

Über den „Anlass“ der Sommerakademie, die Landesgartenschau, freute sich Landeshauptmann Mag. Thomas Stelzer. In seinen Begrüßungsworten bezog er sich auf „Das Prinzip Verantwortung“ des Philosophen Hans Jonas. Keine frühere Ethik musste die Existenz der Erde und des Menschen berücksichtigen. So gilt es für die Politik angesichts der ökologischen Herausforderungen Antworten zu finden und zu handeln. Als Beispiele für Initiativen des Landes Oberösterreich nannte er das Engagement in der Entwicklungszusammenarbeit und die Förderung naturnaher, regionaler Lebensmittel. Wichtig sei die Bewusstseinsbildung in der Breite der Bevölkerung. Das europäische Friedensprojekt sei getragen vom Respekt und der Verantwortung dem Anderen und der Natur und Schöpfung gegenüber. Europa sollte darum durchaus selbstbewusster seine Werte vertreten, so der Landeshauptmann.

 

Dr. Helga Kromp-Kolb

Dr. Helga Kromp-Kolb bei ihrem Referat zum Thema „Klimawandel – eine Glaubensfrage?“

Foto: Diözese Linz

 

„Klimawandel ist ein Testfall für die Ernsthaftigkeit des Glaubens“

 

Die bekannte Klimaforscherin Prof.in Dr.in Helga Kromp-Kolb hielt den inhaltlichen Eröffnungsvortrag der Tagung unter dem Thema „Klimawandel – eine Glaubensfrage?“ Sie ist Leiterin des Zentrums für Globalen Wandel und Nachhaltigkeit an der Universität für Bodenkultur Wien.

 

Die Forschung zum Klimawandel beginnt mit dem Beobachten von Fakten. Erstmals gibt es in Österreich auch Temperaturen über 40 Grad. Erklärungen zu den Fakten sind Hypothesen. Oft genug getestet, werden Hypothesen zu Theorien. Die Theorien zum Klima sind gut erhärtet, sie sind überprüfbar und plausibilisierbar. Wenn Theorien gut überprüft sind, tun wir gut daran, sie ernst zu nehmen, erklärte Kromp-Kolb in einer erkenntnistheoretischen Perspektive. Klimawandel ist also in naturwissenschaftlicher Perspektive keine Glaubensfrage.

 

Die Veränderungen des Klimas erklären sich durch massive CO2-Emissionen seit der industriellen Revolution. Fossile Energien und der Verkehr sind entscheidend. Treibhausgase verändern die Zusammensetzung der Atmosphäre. Es ist mit einem Temperaturanstieg von 4 bis 6 Grad bis zum Ende des Jahrhunderts zu rechnen, „wenn nichts passiert“, so die Expertin. Und selbst wenn Maßnahmen ergriffen werden, ist mit einem Temperaturanstieg zu rechnen. 30 % aller derzeit bekannten Arten werden bedingt durch den Klimawandel Mitte des Jahrhunderts verschwunden sein.

 

Die Folgen wirken unmittelbar auf das Leben der Menschen. Klimawandel ist extrem unsymmetrisch. Die Auswirkungen sind unterschiedlich und verschiedene Regionen können unterschiedlich reagieren. Schon jetzt kommen Menschen wegen des Klimawandels ums Leben und müssen flüchten. Das werden mehr, so Kromp-Kolb. Wenn es nicht gelingt, die Emissionen auf Null zu reduzieren, dann ist von 200 Mio. Klimaflüchtlingen Mitte des Jahrhunderts auszugehen. Klimawandel ist selten der einzige Faktor für Krieg, aber er verschärft Probleme und bringt das Fass zum Überlaufen.

 

Die Klimaforscherin sprach damit die ethische Seite des Themas an, die Klimagerechtigkeit. Verursacher des Klimawandels sind die wohlhabenden Staaten. Die Auswirkungen treffen die wirtschaftlich Schwächsten bei uns und in der globalen Welt. „Kann es eine Rechtfertigung geben, zu Hunger und Tod beizutragen wegen Komfort und Bequemlichkeit?“, fragte Kromp-Kolb.

 

Weltanschauung und Glauben spielen eine wichtige Rolle bei diesen ethischen Fragen. „Klimawandel ist Testfall für die Ernsthaftigkeit des Glaubens“, meinte die Klimaforscherin. Sie bezog sich auf Papst Franziskus, der in der Enzyklika „Laudatio si'“ auffordert, die Kontrolle über die ökologische und ökonomische Entwicklung zurückzugewinnen zum Wohle der Schöpfung und der Menschen. Eine verantwortungsvolle Wirtschaft dürfe weder ökologische noch soziale Grenzen überschreiten.

 

Die Realisierung der ehrgeizigen internationalen Klima-Ziele würde allen Menschen helfen und zugleich die Schöpfung schützen, sagte Kromp-Kolb. Jeder und jede sei dabei gefragt. Sie wünsche sich Österreich als Vorbild in der Einhaltung der Klima-Ziele, ähnlich wie beim Thema Atomwaffen. Die Glaubensgemeinschaften seien in ökologischen Fragen gefordert, mitzuarbeiten und sollten dabei eine ganz wichtige Rolle spielen. Es gehe schließlich um die Schöpfung.

 

250 Interessierte im Kaisersaal des Stiftes Kremsmünster

Foto: Diözese Linz

 

„Verantwortliche Haushalterschaft“ braucht Ökologie und Ökonomie

 

Prof. Dr. Hans Diefenbacher hat sein Referat „Die Verantwortung der Christen für Natur und Umwelt“ schriftlich übermittelt. Er konnte aufgrund einer schwerwiegenden Erkrankung in der Familie nicht teilnehmen. Dr. Helmut Obermayr hat vorgetragen.

Prof. Dr. Hans Diefenbacher ist apl. Professor für Volkswirtschaftslehre an der Universität Heidelberg, stellvertretender Leiter der Forschungsstätte der Evangelischen Studiengemeinschaft (FEST) in Heidelberg und ehrenamtlich Beauftragter für Umweltfragen der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD).

 

ChristInnen begreifen die Umwelt als Schöpfung, die uns nicht beliebig zur Verfügung steht, so Diefenbacher. Natur und Kosmos wurden von Gott geschaffen. Der Mensch hat eine mitschöpferische Verantwortung, es gilt die Erde zu bebauen und zu bewahren.

 

Der Experte skizzierte die Entwicklung der Auseinandersetzung mit dem Ökologie-Thema in den christlichen Kirchen seit den 1970er-Jahren. Dabei ist beachtenswert, dass die Kirchen einbekannt haben, dass sie die drohende Gefahr der Umweltzerstörung nicht rechtzeitig erkannt haben. Seit der Versammlung des Weltrats der Kirchen in Nairobi 1975 ist von „Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung“ die Rede. Die Befreiung der Armen und die ökologische Befreiung gehören zusammen.

 

Die Bewahrung der Schöpfung ist eine spirituelle Herausforderung. Dazu braucht es ein „sakramentales Naturverständis“: Hiobs Blumen in der Wüste nach dem Regen sind wertvoll, auch wenn kein Mensch sie betrachtet. Gott macht die Lebewesen und die Natur um ihrer selbst willen. Alle Geschöpfe sind Mitgeschöpfe.

 

Schöpfungsverantwortung ist, so Diefenbacher, eine Aufgabe auf Dauer. Es ist denkbar, dass der Prozess der Schöpfung irreversibel gestört wird durch eine drastische Verringerung der Artenvielfalt, den Klimawandel, die Zerstörung der Bodenfruchtbarkeit. Aber auch hier ist nicht Resignation, sondern Hoffnung angesagt, wie es Paulus im Römerbrief formuliert: Gott wird sein Schöpferwerk vollenden.

 

Für kirchliche Umweltarbeit geht es auch um Glaubwürdigkeit. Kirche ist Großgrundbesitzer, hat viele Einrichtungen, die Energie verbrauchen, und trägt Verantwortung für die Bildungseinrichtungen. Es gibt ökologische Vorreiter im kirchlichen Bereich, aber Umweltarbeit auf der Höhe der Zeit als Wesensmerkmal christlicher Arbeit muss, so Diefenbacher, wesentliche umweltorientierte Praxis in der Breite haben.

 

Diefenbacher spricht im Kontext der Schöpfungsverantwortung von einer „verantwortlichen Haushalterschaft“, es geht darum, Ökologie und Ökonomie gleichzeitig in den Blick zu nehmen. Der Stellenwert der Bewahrung der Schöpfung ist so zu beschreiben, dass das ökonomische Kalkül relativiert, aber nicht abgelehnt wird. Kirchliche Umweltarbeit muss dazu beitragen, neu über den Stellenwert der Ökonomie nachzudenken. Heute wird Wirtschaftswachstum im reichen Norden gefördert, aber nicht in Ländern des globalen Südens, wo es wirklich nötig wäre. Es gilt Menschen direkt anzusprechen in den Gemeinden. Die praktische Initiative der Einzelnen für ökologische Nachhaltigkeit lässt sich nicht durch Verordnungen wettmachen.

Kirchen können, so der Experte, einen wertvollen Beitrag zu einer neuen Kultur der Auseinandersetzung leisten. Kirchen brauchen Widerständigkeit, eine langfristige Perspektive der Arbeit und die spirituelle Dimension der Hoffnung.

 

Ehrengäste bei der 19. Ökumenischen Sommerakademie

Ehrengäste bei der 19. Ökumenischen Sommerakademie.

Foto: Diözese Linz

 

Diskussion: „Pessimismus ist keine Option!“

 

In der anschließenden Publikums-Diskussion wurden vor allem praktische Fragen angesprochen. Es ging um die Frage, wie die Positionierung der Kirchen politisch relevant werden kann ebenso wie um vertiefende Erläuterungen zu den Ursachen und Mechanismen des Klimawandels. Prof.in Dr.in Helga Kromp-Kolb machte mit konkreten Beispielen den Zuhörenden Hoffnung, dass die Veränderung machbar ist: „Pessimismus ist keine Option!“.

 

Am Abend waren die TagungsteilnehmerInnen zu einem Empfang des Landes Oberösterreich geladen. In Vertretung von Landeshauptmann Mag. Thomas Stelzer sprach Landeshauptmann a. D. Dr. Josef Pühringer. Dem Bürgermeister von Kremsmünster, Gerhard Obernberger gratulierte Dr. Helmut Obermayr herzlich zum Geburtstag. Pater Daniel Sihorsch vom Stift Kremsmünster sprach über die Bedeutung von Gärten für die Klöster.

 

Weiteres Programm am Donnerstag und Freitag:

 

Die Ökumenische Sommerakademie dauert noch bis Freitag, 14. Juli 2017.

Den Donnerstag eröffnet die Bibelwissenschaftlerin und designierte Direktorin des Österreichischen Katholischen Bibelwerks Dr.in Elisabeth Birnbaum mit einen Vortrag zu den ambivalenten Naturerfahrungen im Alten Testament „Wüste, Sintflut, Garten Eden“. Indem der Mensch die Schöpfung behütet und bewahrt wird er zum Repräsentanten Gottes.

 

„Die grüne Seite des Islams“ stellt Dr.in Ursula Fatima Kowanda-Yassin, Islamwissenschaftlerin und Religionspädagogin, Dozentin an der Kirchlich Pädagogischen Hochschule Wien/Krems, dar. Schon vor über 1400 Jahren predigte der Prophet Muhammad die Bedeutung eines respektvollen Umgangs mit der Schöpfung. Die Erde ist ein anvertrautes Gut und soll achtsam behandelt werden.

 

Dr. Michael Rosenberger, Professor für Moraltheologie an der Katholischen Privat-Universität Linz und Umweltsprecher der Diözese Linz, widmet sich einem spirituellen Zugang zur Schöpfungsethik. Es geht um „engagierte Gelassenheit“, darum die Dramatik der globalen ökologischen Situation nicht zu verharmlosen, aber auch nicht zu resignieren. Er zeigt Chancen und Grenzen der uralten prophetischen und spirituellen Tradition auf.

 

Eine Podiumsdiskussion widmet sich den Erfahrungen ökologischer Aufbrüche. Dabei kommen PraktikerInnen zu Wort: die Biobäuerin DIin Margit Mayr-Lamm, der Geschäftsführer der Koordinierungsstelle der Österreichischen Bischofskonferenz für internationale Entwicklung und Mission Ing. Heinz Hödl, der Koordinator für „Urban Gardening“ im Klimabündnis DI Christoph Wiesmayr und der Landschaftsökologe Dr. Josef Heringer.

 

Das Freitagsprogramm beginnt mit einem Vortrag von Dr. Niko Paech, Professor am Lehrstuhl für Produktion und Umwelt an der Universität Oldenburg. Er spricht zu „Postwachstumsökonomie: Nachhaltigkeit ohne Greenwashing“. Er denkt über wirtschaftliche Alternativen nach, wenn Ressourcen, auf deren unbegrenzter und kostengünstiger Verfügbarkeit das industrielle Wohlstandsmodell bislang basierte, knapp werden.

 

Die Abschlussdiskussion widmet sich den Beiträgen der Kirchen zur ökologischen Umkehr. Stellung nehmen der in der Österreichischen Bischofskonferenz für das Thema Ökologie zuständige Bischof Dr. Alois Schwarz aus Kärnten, der Superintendent der Evangelischen Kirche A. B. Oberösterreich Dr. Gerold Lehner und der Bischof der Serbisch-Orthodoxen Kirche Andrej Cilerdzic.

 

Beendet wird die Sommerakademie mit einem ökumenischen Gottesdienst in der Stiftskirche Kremsmünster.

 

19. Ökumenische Sommerakademie

 

Die Ökumenische Sommerakademie 2017 findet von 12. bis 14. Juli im Kaisersaal des Stiftes Kremsmünster statt. Die Vorträge und Diskussionen sind öffentlich zugängig. VeranstalterInnen der Ökumenischen Sommerakademie sind das Evangelische Bildungswerk Oberösterreich, die Katholische Privat-Universität Linz, die KirchenZeitung Diözese Linz, das Land Oberösterreich / Landeskulturdirektion, der Ökumenischer Rat der Kirchen in Österreich, der ORF Religion Fernsehen / ORF Religion Hörfunk und das Stift Kremsmünster. Medienpartner sind der ORF Oberösterreich und die Oberösterreichischen Nachrichten (OÖN).

 

Während der Veranstaltung besteht die Möglichkeit zum Besuch des unlängst eröffneten „Klima-Erlebnis-Weges zwischen Schöpfung und Erschöpfung“.

 

Organisiert wird die Ökumenische Sommerakademie von der Katholischen Privat-Universität Linz.

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