Dienstag 19. September 2017

„Ich würde es wieder machen“

Der Schwerpunkt von der Quartiersuche für AsylwerberInnen verlagerte sich hin zu Integration, Wohnungs- und Arbeitssuche. Eine Wohnung zu finden, ist oft schwierig. Manche VermieterInnen haben Vorbehalte. Der Schärdinger Dekanatsassistent Martin Brait berichtet von einem gelungenen Beispiel.

Der Raaber David Witzeneder weiß, was er will. Im provisorischen Büro seines Start Ups, zwischen Holzkisten und Kompostwurmzüchtung, erzählt der 27-jährige Absolvent der Universität für Bodenkultur, über seine Erfahrungen mit der syrischen Familie, an die er seit fast eineinhalb Jahren eine Wohnung vermietet hat.

 

Zur Vermietung an diese Familie ist es eher zufällig gekommen. Nachdem die Vormieter ausgezogen waren, waren die Syrer, die zuvor im Flüchtlingshaus Obernberg wohnten, die ersten Interessenten. Eine Mitarbeiterin der Caritas vermittelte die neuen Mieter und betreute die Regelung der Formalitäten klar und unkompliziert. Bevor die Familie einzog, informierte Witzeneder die Nachbarn und erntete durchwegs positive Reaktionen.

Er hat ein entspanntes Verhältnis zu seinen Mietern, trinkt gerne einmal einen Schwarztee oder Kaffee mit ihnen. Er versteht sich auch als Ansprechpartner, wenn sie die eine oder andere Hilfe brauchen. Und er freut sich über die sprachlichen Fortschritte und wenn er sieht, dass seine Mieter Anschluss in ihrer Umgebung finden. Die drei Söhne im Alter von 11, 9 und 6 Jahren kicken im Nachwuchs von Raab und sind in der Schule gut integriert. Mutter Elham wird demnächst eine Ausbildung im Kindergarten beginnen; Vater Abdu besucht einen Deutschkurs in Schärding und ist intensiv auf Arbeitssuche.

 

Gelungene Wohnungsvermietung an eine asylberechtigte Familie in Raab

David Witzeneder mit seinen MieterInnen. © privat


Wenn Flüchtlingen Asyl gewährt wird, können sie noch vier Monate im Grundversorgungsquartier bleiben. Danach müssen sie eine eigene Wohnung beziehen. Doch es ist nicht einfach. Denn obwohl wie in anderen Orten auch in Raab etliche Wohnungen leer stehen, sind viele davon für Asylberechtigte nicht zugänglich. Denn seit der letzten Verschärfung der Rechtslage muss man für eine geförderte Wohnung fünf Jahre seinen Hauptwohnsitz in Oberösterreich haben, um sie mieten zu können. Eine zusätzliche Hürde sind die Kautionen, die sich auf bis zu sechs Monatsmieten belaufen können, was für Asylberechtigte in der Regel völlig unerschwinglich ist. Umso mehr sind sie auf private Mietwohnungen angewiesen.

 

David Witzeneder hat seinen Schritt nicht bereut. „Sie sind ehrliche Leute, man braucht keine Angst zu haben. Wenn man ihnen die Zeit gibt, kann es gut klappen“, sagt er. Und: „Wenn es wieder zu so einer Situation käme, würde ich es wieder machen.“

 

Brait, Martin

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