Sonntag 17. Dezember 2017

Papst Franziskus zu Ostern: Einsatz für Gerechtigkeit und Frieden

Papst Franziskus

Klare Worte fand Papst Franziskus bei der Feier der Osternacht und beim traditionellen Segen "Urbi et orbi" am Ostersonntag: Er forderte das persönliche Engagement zur Verringerung von Unrecht und Leid und neue Friedens-Initiativen.

Papst in Osternachtfeier: Unrecht und Leid nicht hinnehmen     


Papst Franziskus hat in der Osternacht dazu aufgerufen, Leid und Unrecht in der Welt nicht als unabänderlich hinzunehmen. Christen dürften sich nicht einreden, dass dies "das Gesetz des Lebens" sei und "sich mit Ausflüchten betäuben", sagte er am Abend des 15. April 2017 während des traditionellen Gottesdienstes im Petersdom. Als Beispiele nannte der Papst das Schicksal von Migranten, Obdachlosen und Opfern von Menschenhandel. Jesus habe durch seine Auferstehung nicht nur den Stein des Grabes umgekippt; er habe auch alle Schranken sprengen wollen, die von "unnützen pessimistischen Haltungen und berechnenden Denkwelten" errichtet würden, so Franziskus. In dem Gottesdienst taufte er elf Erwachsene aus acht Ländern, darunter China, Malaysia und Albanien. Sie erhielten auch Erstkommunion und Firmung.

Zu der festlichen Messe waren einige Tausend Gläubige in den Petersdom gekommen. Unter ihnen waren zahlreiche Kardinäle und Bischöfe. Der Papst warb dafür, all jene Orte aufzusuchen, "wo der Tod die einzige Lösung und das Grab das letzte Wort zu haben scheint", um zu verkünden, dass Jesus Christus auferstanden sei und lebe. "Wenn wir nicht fähig sind zuzulassen, dass der Heilige Geist uns auf diese Straße führt, dann sind wir keine Christen."

Franziskus führte in seiner Predigt die biblische Erzählung von den beiden Frauen an, die Jesu Grab leer antreffen. Im Gesicht dieser Frauen, die sich nicht mit dem Tod Jesu abgefunden hätten, spiegelten sich auch die Gesichter derer wider, "die Verachtung erfahren, weil sie immigriert sind, heimatlos, ohne Heim und Familie", erklärte Franziskus. Ebenso stünden sie für die Gesichter derer, "aus denen Einsamkeit und Verwahrlosung sprechen, weil sie auch sehr runzelige Hände haben" und derer, "die in der Gesellschaft den Schmerz des Elends, der Ausbeutung und des Menschenhandels spüren".

Die Schritte der heutigen Menschen, erklärte der Papst in der Ostermesse, glichen oft jenen der zwei Frauen, die zum Grab Jesu gegangen seien. In beiden Fällen handle es sich um "ein Gehen zwischen der Sehnsucht nach Gott und einer freudlosen Resignation". Doch Jesus lebe und wolle "in vielen Gesichtern auferstehen, welche die Hoffnung begraben haben, die Träume, die Würde".

 

 

"Urbi et orbi": Papst fordert mutige Initiativen für den Frieden


Papst Franziskus hat in seiner "Urbi et orbi"-Osterbotschaft, die er vom Balkon des Petersdom verlesen hat, neue Initiativen für den Frieden in der Welt gefordert. Der auferstandene Jesus Christus möge die Schritte jener leiten, "die nach Gerechtigkeit und Frieden suchen" und den Verantwortlichen der Nationen den Mut geben, "das Ausweiten der Konflikte zu verhindern und den Waffenhandel zu unterbinden", sagte der Papst am Ostersonntag. Franziskus rief vor allem zum Schutz der Zivilbevölkerung in Syrien auf. Die Attacke auf einen Flüchtlingskonvoi in Aleppo, durch den am Samstag laut derzeitigen Angaben 112 Menschen ums Leben kamen, nannte er einen "schändlichen Angriff".

Anschließend spendete der Papst vom Balkon des Petersdoms aus den traditionellen Segen "Urbi et orbi" ("Der Stadt und dem Erdkreis"). Der Segen wurde von 160 Fernseh- und Rundfunksendern weltweit übertragen.

Er bete dafür, dass der auferstandene Christus besonders die Bemühungen aller unterstütze, "die sich aktiv dafür einsetzen, Entlastung und Ermutigung der zivilen Bevölkerung in Syrien zu bringen, die Opfer eines Krieges ist, der nicht aufhört, Schrecken und Tod zu verbreiten", sagte Franziskus weiter. Ebenso appellierte er zu Frieden im gesamten Nahen Osten sowie in der Ukraine.

"Wir alle verlieren, wenn wir uns von der Sünde beherrschen lassen, den rechten Weg und irren wie verlorene Schafe umher", hob der Papst hervor. Doch Gott selbst sei in Jesus Christus gekommen, um die Menschen zu suchen und zu retten. Christus habe die Menschen durch seine Auferstehung von der Knechtschaft der Sünde und des Todes befreit und ihnen den Weg zum ewigen Leben erschlossen.

Zugleich mahnte der Papst in seiner Botschaft erneut zur Hilfe für Migranten sowie für Opfer von Menschenhandel und Zwangsarbeit. Wer zur Flucht gezwungen sei, habe Christus als Weggefährten, der bei denen sei, "die gezwungen sind, aufgrund bewaffneter Konflikte, terroristischer Angriffe, Hungersnöte oder unterdrückerischer Regime die eigene Heimat zu verlassen".

Dabei würdigte Franziskus die Flüchtlingshelfer als Mitarbeiter des "auferstandenen Hirten": "Er lässt diese erzwungenermaßen umherziehenden Migranten immer und überall Brüder und Schwesten begegnen, um auf dem gemeinsamen Weg Brot und Hoffnung zu teilen."         

Der Papst gedachte auch der notleidenden Bevölkerungen im Südsudan, Sudan, Somalia und im Kongo, die unter Konflikten und einer Hungersnot litten. Den Südsudan will Franziskus in diesem Jahr besuchen. Zudem forderte er, ohne direkt auf die Unruhen in Venezuela einzugehen, einen friedlichen und rechtsstaatlichen Dialog zwischen Opposition und Regierung insbesondere in lateinamerikanischen Ländern.

Vor der Verlesung der Osterbotschaft hatte Franziskus mit zehntausenden Teilnehmern aus der ganzen Welt auf dem Petersplatz die Ostermesse gefeiert. Die Menschenmenge auf dem Petersplatz trotzte einem kurzen Regenschauer, der während des Gottesdienstes niederging. Im Anschluss stellte sich jedoch wieder strahlender Sonnenschein ein.

Ostern sei mehr als nur "ein Fest mit vielen Blumen", sagte der Papst in der frei gesprochenen Predigt mit Blick auf die farbenfrohe Kulisse von 35.000 Tulpen, Narzissen und anderen Blumen aus den Niederlanden. Die Auferstehung Jesu sei keine Fantasie. In seiner kurzen Predigt berichtete Franziskus zudem von einem Telefonat mit einem schwerkranken Mann, das er am Vortag geführt habe. Er habe seinem Gesprächspartner erläutert, dass es keine Erklärungen für das gebe, was diesem widerfahre. "Schaue auf Jesus am Kreuz", habe er ihm gesagt. "Gott hat das mit seinem Sohne gemacht. Eine andere Erklärung gibt es nicht."

In den Vorjahren hatte der Papst in der Ostermesse selbst wegen der folgenden Osterbotschaft keine Predigt gehalten. Der Gottesdienst fand unter hohen Sicherheitsvorkehrungen statt. Rund 1.000 Sicherheitskräfte waren rund um den Petersplatz im Einsatz.

 

 

Ostermontag: Auferstehung fängt schon heute an

 

Die Auferstehung fängt nach Worten von Papst Franziskus schon zu Lebzeiten an. Die Auferstehung beginne bereits, wenn Christen den Wert des Lebens bekräftigten und "inmitten der Plagen der Welt, inmitten der Weltlichkeit, die von Gott entfernt, Gesten der Solidarität und der Aufnahme setzen", sagte Franziskus am Ostermontag beim Regina-Coeli-Gebet auf dem Petersplatz. Gleiches gelte, wenn sie "den universellen Wunsch nach Frieden nähren und Bestrebungen unterstützen, die Umwelt vor Verwahrlosung zu bewahren".

Dies seien zwar allgemeine und menschliche Zeichen, sagte der Papst weiter. Sie könnten jedoch eine höhere Wirksamkeit erzielen, "wenn sie vom Glauben an den auferstandenen Herrn beseelt werden". Christi Auferstehung bezeichnete der Papst als "die eigentliche Neuheit der Geschichte und des Kosmos". Sie habe gezeigt, dass das letzte Wort nicht das Grab und der Tod hätten, sondern das Leben.

Zwischen Ostern und Pfingsten betet der Papst sonn- und feiertags zu Mittag statt des üblichen Angelus-Gebets das Regina-Coeli-Gebet.

 

Kathpress

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