Friday 27. November 2020

60. Kokerei-Gedenkgottesdienst: „Gott ist auch am Hochofen“

Den Gedenkgottesdienst  für die Verstorbenen der Kokerei der Voestalpine feierte Bischof em. Maximilian Aichern am 11. April 2017 mit Angehörigen und MitarbeiterInnen in der Barbara-Kapelle.

Im Treffpunkt mensch&arbeit Standort voestalpine fand am Dienstag, 11. April 2017 der jährliche (und inzwischen 60.) Gedenkgottesdienst für die Verstorbenen der Kokerei statt. Arbeiter und Angestellte der Kokerei, Angehörige der Verstorbenen, Betriebsrat und VertreterInnen des Unternehmens sowie BetriebseelsorgerInnen und Treffpunkt-Angehörige gedachten der Verstorbenen und freuten sich besonders, dass Bischof em. Maximilian Aichern diesen Gottesdienst mit ihnen feierte.

 

60. Kokerei-Gedenkgottesdienst in der voestalpine
60. Kokerei-Gedenkgottesdienst in der voestalpine

© Treffpunkt mensch&arbeit voestalpine

 

 

„Es braucht neue Formen der Solidarität“

 

In seiner Predigt betonte Bischof em. Aichern unter Bezugnahme auf das Evangelium vom Sturm auf dem See (Mk 4,35-41): „In der heutigen Zeit bedrängen uns in vielen Bereichen Stürme und hohe Wellen. Terror, Arbeitslosigkeit, Flüchtlingsströme und politische Unberechenbarkeit belasten unser Leben und das der Gesellschaft. Da braucht es Vertrauen und Zusammenarbeit.“

 

Das Totengedenken sei eine Erinnerung an alle jene, deren Spuren bereits verblasst seien, die aber bis heute Wegweiser und Wegbegleiter seien, so Aichern beim Gedenkgottedienst. Die Kokereimesse und die Betriebsseelsorge des Treffpunkts mensch & arbeit würde zeigen, dass Gott mitten unter den Menschen sei: „Er ist nicht nur in den Kirchenräumen, sondern auch an den Drehbänken, am Hochofen und in den Büros. In Jesus hat er sich ganz mit uns solidarisch erwiesen, war Arbeiter wie wir. Jede Arbeit hat einen Bezug zum Schöpfer, ist Entfaltung der Person des Menschen, Dienst an den anderen und Absicherung der Lebensgrundlagen.“

 

Aichern betonte, der Mensch müsse wirklich im Mittelpunkt stehen und dürfe nicht zum bloßen Kostenfaktor werden: „Wo das Geld zum Gott wird, herrscht ein gnadenloses System, das weder den Menschen noch die Umweltressourcen schont.“ Es brauche neue Formen der Solidarität, gerechte Verteilung der Arbeit, Engagement an einer gemeinsamen Lösung der Weltprobleme, Beteiligung der Mitarbeitenden an betrieblichen Entscheidungsprozessen,  Sorge für eine gerechte Verteilung der Güter und Chancen, die Vereinbarkeit von Beruf und Familie, Solidarität und Eröffnung von Beteiligungsmöglichkeiten für alle Menschen.

 

Bischof em. Aichern würdigte die Betriebsseelsorge als unverzichtbaren Teil von Kirche in der heutigen Gesellschaft und dankte den MitarbeiterInnen des Treffpunktes mensch & arbeit Standort voestalpine für ihren Einsatz zum Wohl der Menschen.

 

 

Ehrung von Leo Watzinger


Berührend war die Ehrung von Leo Watzinger, der vor 60 Jahren den Gedenkgottesdienst initiiert und viel dazu beigetragen hat, dass in der Kokerei Seelsorge und Glaube kein Tabuthema mehr ist, sondern zu einem gelingenden (Arbeits-)Leben beitragen kann. Bischof Maximilian überreichte Leo Watzinger als Zeichen des Dankes und des Segens eine Statue der hl. Barbara.

 

60. Kokerei-Gedenkgottesdienst in der voestalpine

Der Initiator der Gedenkfeier, Leo Watzinger (l.), wurde von Bischof em. Aichern (r.) geehrt.

© Treffpunkt mensch&arbeit voestalpine

 

Den traditionellen Abschluss bildete ein gemütliches Zusammensitzen, bei dem Leib und Seele gestärkt wurden. Glück auf!

 

60. Kokerei-Gedenkgottesdienst in der voestalpine

Gemütliches Beisammensein zum Ausklang. © Treffpunkt mensch&arbeit voestalpine

 

Thomas Hammerl /  Treffpunkt mensch & arbeit Standort voestalpine
 

Stand 16.11.2020

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