Mittwoch 29. März 2017

Pfarrgemeinderatswahl 2017: Kirche am Ort ist den KatholikInnen ein Anliegen

In fast allen Pfarren von 487 in der Diözese Linz wurde am 19. März 2017 der Pfarrgemeinderat neu gewählt. Das Ergebnis von 82 % der beteiligten Pfarren zeigt die Bedeutung der Mitverantwortung in der Kirche am Ort.

Die Stimmung am gestrigen Wahlsonntag war dem diözesanen Wahlbüro zufolge sehr gut, das Engagement der Pfarren bezüglich der Wahl sehr groß.

 

In fast allen Pfarren von 487 in der Diözese Linz wurde am 19. März 2017 der Pfarrgemeinderat neu gewählt. Das Ergebnis von 82 % der beteiligten Pfarren zeigt die Bedeutung der Mitverantwortung in der Kirche am Ort. Die Stimmung am gestrigen Wahlsonntag war dem diözesanen Wahlbüro zufolge sehr gut, das Engagement der Pfarren bezüglich der Wahl sehr groß.

 

Stimmabgabe in der Pfarre Kleinraming

Stimmabgabe in der Pfarre Kleinraming. © Pfarre Kleinraming.

 

Pfarrgemeinderatswahl 2017 in Zahlen

 

Nach derzeitigem Auszählungsstand haben sich rund 7.000 Personen der Wahl gestellt, 3.898 wurden gewählt, davon 58 % Frauen und 42 % Männer. 45 % sind neue Mitglieder, 55 % wurden in den Pfarrgemeinderat wiedergewählt. Von ca. 656.298 wahlberechtigten KatholikInnen in den derzeit ausgezählten Pfarren gaben 141.622 ihre Stimme ab. Das ergibt eine Wahlbeteiligung von 21,6 %. Verglichen mit der Zahl der GottesdienstbesucherInnen ist die Wahlbeteiligung deutlich höher: Sie liegt bei 138,4 %. (2012: 194.457 Personen beteiligten sich an der Wahl, Wahlbeteiligung 24,21 %, 129,53 % der Mitfeiernden am Sonntagsgottesdienst).

 

Ein definitives Endergebnis wird erst in einigen Wochen vorliegen. Dies ist auf eines der drei möglichen Wahlmodelle, das sogenannte „Urwahl-Modell“, zurückzuführen. Bei diesem Wahlmodell gibt es auf dem Stimmzettel keine KandidatInnenliste, sondern die WählerInnen sind dazu aufgefordert, Personen ihrer Wahl anzuführen. Diese Personen müssen nach der Wahl noch befragt werden, ob sie die Wahl annehmen.

 

Wahlvorgang in der Pfarre Traun
Ansturm auf das Wahllokal in der Pfarre Wels-St. Josef
Auszählung der Stimmen in der Pfarre Kollerschlag

©  Diözese Linz / Kraml  | laumat.at / Matthias Lauber | Josef Jungwirth

 

 

Pfarrgemeinderäte entscheidend für lebendiges Pfarrleben

 

Diözesanbischof Dr. Manfred Scheuer bedankt sich bei all jenen, die sich mit ihrer Stimme bei der Pfarrgemeinderatswahl für eine lebendige Kirche eingesetzt haben. „Ein herzliches ‚Vergelt's Gott‘ auch all jenen, die bei der Pfarrgemeinderatswahl kandidiert haben. Pfarrgemeinderatsmitglieder sind Hoffnungsträgerinnen und Hoffnungsträger unseres Glaubens. Sie haben ihren Blick in die Zukunft gerichtet und nehmen das Leben im unmittelbaren Kontext ihrer Pfarre wahr, sehen, was nottut und packen an. Für die nächsten fünf Jahre und die anstehenden Aufgaben wünsche ich viel Freude, Zuversicht und Gottes Segen. Die Mitarbeit im Pfarrgemeinderat ist gesellschaftlich relevant und verwirklicht eine Kirche, die wach im Glauben und nah bei den Menschen ist.“

 

„Die Pfarrgemeinderatswahl ist ein starkes Zeichen, dass Menschen die Kirche am Ort mittragen“, freut sich Dr. Slawomir Dadas, Generaldechant, Pfarrer in Wels-Hl. Familie und Pfarrprovisor in der Welser Stadtpfarre. Vergleicht man die Zahl der Mitfeiernden bei den sonntäglichen Gottesdiensten mit der Zahl der Wählenden, ist letztere noch höher als 2012 – was zeigt, dass die Bindung an Pfarre bzw. Kirche nicht zwingend nur mit dem regelmäßigen Gottesdienstbesuch verknüpft ist.

 

Generaldechant Slawomir Dadas betont den unverzichtbaren Beitrag der Pfarrgemeinderäte zur Lebendigkeit der oö. Pfarrgemeinden: „Das Pfarrleben wäre um vieles ärmer, wenn es die Pfarrgemeinderäte nicht gäbe. Ihr vielfältiges ehrenamtliches Engagement bereichert wesentlich die Seelsorge am Ort. Ich danke allen KandidatInnen, WählerInnen und OrganisatorInnen und wünsche den künftigen PfarrgemeinderätInnen alles Gute.“

 

Dadas verwies darauf, dass die Pfarrgemeinderatswahl von Pfarre zu Pfarre verschieden gestaltet werde. Generell sei bei den Verantwortlichen in den Pfarren eine große Zufriedenheit spürbar, so der Generaldechant: „Die Pfarren haben sich viel einfallen lassen, um für die Wahl zu motivieren und zum Beispiel Veranstaltungen am Wahlsonntag angesetzt. Ein neuer Trend ist, schon am Wahlabend eine Zusammenkunft der bisherigen PfarrgemeinderätInnen und der KandidatInnen zu planen, bei dieser Gelegenheit das Wahlergebnis bekannt zu geben und miteinander zu feiern. Besonders wichtig dabei sei, jene mit hineinzunehmen, die nicht ausreichend Stimmen für einen Einzug in den Pfarrgemeinderat bekommen hätten, so Dadas: „Sie dürfen sich nicht als ‚ungewollt‘ und ‚ungebraucht‘ erfahren, sondern sollen Zugehörigkeit und Wertschätzung erleben.“

 

 

Aus dem Ich wird ein Wir

 

Mag.a Monika Heilmann, Leiterin der Abteilung Pfarrgemeinde und Spiritualität, ist mit dem Ergebnis zufrieden: „Die Pfarrgemeinderatswahl ist eine gute Rückenstärkung für die einzelnen Frauen und Männer, die gesagt haben: Ich bin da für einen neuen Pfarrgemeinderat. Sie haben ein Mandat erhalten, sich für die Entwicklung und Gestaltung der Pfarrgemeinden stark zu machen, und: Sie tun das in Zukunft nicht für sich allein, sondern gemeinsam als Pfarrgemeinderat. Wir sind da für die Menschen in unserer Pfarre mit ihren Anliegen und mit unseren eigenen Fähigkeiten und Interessen. Wir wollen eine lebensnahe Kirche erfahrbar werden lassen. Wir schauen nach Möglichkeiten, wie wir als ChristInnen und Christen viele Menschen mit der Botschaft vom Reich Gottes in Kontakt bringen.“

 

 

Erfolgreiches Engagement der Pfarren

 

Für Mag. Hans Putz, Referent in der Abteilung Pfarrgemeinde und Spiritualität, zeigt sich bei der Pfarrgemeinderatswahl einmal mehr das besondere Engagement der Pfarren. „Bereits im Zuge der KandidatInnenfindung wurden in vielen Pfarren bis zu hundert intensive Gespräche geführt. Dieses Engagement wurde kurz vor der Wahl auch bei der Mobilisierung der WählerInnen deutlich: In manchen Pfarren wurden die Stimmzettel persönlich im Pfarrgebiet ausgetragen, in anderen eine flächendeckende Briefwahl angeboten. Diesem Einsatz ist die stabile Wahlbeteiligung zu verdanken.“ Mag.a Beate Schlager-Stemmer, Referentin für pfarrliche Öffentlichkeitsarbeit, ergänzt: „Auch Pfarrblätter, Pfarrwebsites und der Einsatz von Social Media haben eine breitgestreute Wahlinformation ermöglicht. Viele Pfarren haben uns rückgemeldet, dass die Wahl eine schöne Gelegenheit war, mit vielen Menschen im Pfarrgebiet in Kontakt bzw. ins Gespräch zu kommen.“

 

Konkrete Beispiele, die das Engagement der Pfarren rund um die Wahl verdeutlichen: Die Pfarre Peilstein konnte das Durchschnittsalter im Pfarrgemeinderat von 41 auf 35 Jahre senken und erzielte eine Wahlbeteiligung von 65 % Wahlbeteiligung (im Vergleich zu 43 % im Jahr 2012). Die Pfarre Mehrnbach (bei Ried im Innkreis) konnte die Wahlbeteiligung im Vergleich zu 2012 verdoppeln (2012 waren es 235 Stimmen, 2017 stieg die Zahl auf 474). Pfarren mit einer außergewöhnlich hohen Wahlbeteiligung sind Kollerschlag (82,2 %), Kleinraming (79,8 %) und Naarn (77,1 %). Dass die Zugehörigkeit zu einer Pfarre nicht nur mit dem regelmäßigen Gottesdienstbesuch verbunden ist, zeigt das Wahlergebnis von Pettenbach. Üblicherweise besuchen 368 Personen die Sonntagsgottesdienste, zur Wahl gingen jedoch 856 Personen. Bezogen auf den Kirchenbesuch also eine Wahlbeteiligung von 232,6 %.

 

V. l.: Mag. Hans Putz, Mag.a Monika Heilmann und Mag.a Beate Schlager-Stemmer von der Abteilung Pfarrgemeinde und Spiritualität mit Generaldechant Dr. Slawomir Dadas im Wahlbüro der Diözese Linz.

V. l.: Mag. Hans Putz, Mag.a Monika Heilmann und Mag.a Beate Schlager-Stemmer von der Abteilung Pfarrgemeinde und Spiritualität mit Generaldechant Dr. Slawomir Dadas im Wahlbüro der Diözese Linz.  ©  Diözese Linz / Kraml

 

Neue Pfarrgemeinderäte starten durch

 

Unter dem Motto „Ich bin da.für“ stellten sich etwa 7.000 Menschen in der Katholischen Kirche in Oberösterreich am 19. März 2017 der Pfarrgemeinderatswahl. Gemeinsam mit den amtlichen und berufenen Mitgliedern werden ungefähr 8.600 Menschen Verantwortung für das Leben und die Entwicklung der Pfarrgemeinden übernehmen. Die Abteilung Pfarrgemeinde und Spiritualität der Diözese Linz unterstützt die neu zusammengestellten Pfarrgemeinderäte bei ihrem Start. „Am 30. März 2017 findet die erste von insgesamt 11 regionalen Startbegegnungen statt. Bei diesen Veranstaltungen erhalten Pfarrgemeinderätinnen und Pfarrgemeinderäte Impulse für ihr Engagement und tauschen Erfahrungen aus, um für die kommenden fünf Jahre gut gerüstet zu sein“, so Mag.a Monika Heilmann, Leiterin der Abteilung Pfarrgemeinde und Spiritualität.

 

Bilder von der Pfarrgemeinderatswahl 2017 aus Oberösterreichs Pfarren

 

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