Mittwoch 26. September 2018

Kirche feiert 100 Jahre Sozialethik-Pionier Johannes Schasching

Pater Johannes Schasching SJ

Mit zahlreichen Veranstaltungen und einem Gottesdienst gedenkt die katholische Kirche in Österreich in diesen Tagen des Sozialethik-Pioniers P. Johannes Schasching SJ, der am 10. März 1917, vor genau 100 Jahren, geboren wurde.

Schasching gilt als Vorreiter der Katholischen Soziallehre. Inzwischen ist ein Institut an der Katholischen Privat-Universität Linz, ein Fellowship an der Katholischen Sozialakademie Österreichs (ksoe) sowie ein Preis zur Förderung des Dialogs von Wirtschaft, Ethik und Religion nach ihm benannt. Der Jesuit starb am 20. September 2013 in Wien. Zu seinen bedeutendsten Werken gehören "Katholische Soziallehre und modernes Apostolat" sowie "Kirche und industrielle Gesellschaft".

Am 13. März lädt die Katholische Sozialakademie Österreichs aus diesem Anlass zu einem "Schasching-Tag" mit einem Symposion und einem Gedenkgottesdienst in der Wiener Jesuitenkirche ein. Den Auftakt bildet an diesem Tag ein "ksoe-Frühstück" mit dem aktuellen Schasching-Fellow, Christina Plank, die über "Neue Lebens- und Produktionsweisen" referieren wird (Beginn: 8.30 Uhr, Restaurant "Inigo", 1010 Wien). Am Nachmittag spricht der letztjährige Schasching-Fellow, Sebastian Thieme, über das Thema "Menschengerechtes Wirtschaften". Der Gedenkgottesdienst beginnt um 16.30 Uhr in der Wiener Jesuitenkirche. Anschließend kann das Grab Schaschings in der Krypta der Kirche besucht werden.

Hochkarätig geht es schließlich ab 17.30 Uhr mit einem Symposion in der Österreichischen Akademie der Wissenschaften weiter: Geplant sind u.a. Vorträge von Jesuitenprovinzial Bernhard Bürgler, vom Innsbrucker Sozialethiker Wolfgang Palaver sowie vom emeritierten Linzer Bischof Maximilian Aichern und der Publizistin Barbara Coudenhove-Kalergi. Das Festprogramm steht unter dem Titel "zeitgerecht - zeitbedingt".



Pühringer: "großer Oberösterreicher"
 

Als einen "großen Oberösterreicher" und "anerkannten Sozialethiker und Kirchenlehrer" würdigte der oberösterreichische Landeshauptmann Josef Pühringer P. Schasching: "Schasching war einer der größten Lehrer der katholischen Soziallehre, den die Kirche Österreichs jemals hervorgebracht hat", heißt es in einer Aussendung des Amtes der Oberösterreichischen Landesregierung. Wie wichtig die Katholische Soziallehre sei, habe sich u. a. in der Zeit der akuten Finanzkrise 2008/09 gezeigt, wo es zu einer Ablösung von Wirtschaft und Moral gekommen sei. Dies habe sich als ein fataler Irrtum erwiesen, so Pühringer.

P. Johannes Schasching SJ wurde am 10. März 1917 in St. Roman bei Simling in Oberösterreich geboren. Er besuchte das Jesuiten-Gymnasium Collegium Aloisianum am Freinberg in Linz und trat nach der Matura 1937 in die Gesellschaft Jesu ein. Er studierte Philosophie, Theologie, Staatswissenschaften sowie Soziologie etwa in München, Wien, Innsbruck, in Chicago, New York und Löwen. Schasching profilierte sich als Universitätslehrer, er unterrichtete Sozialwissenschaften in Innsbruck und an der Päpstlichen Universität Gregoriana. Zugleich war er Provinzial der österreichischen Jesuiten, dann Regionalassistent im Generalat des Jesuitenordens in Rom.

Pater Schasching war Berater bis in höchste Kreise, etwa Konsultor des Päpstlichen Rates Iustitia et Pax, und Mitglied der Päpstlichen Akademie der Sozialwissenschaften. Nach seiner Emeritierung im Jahr 1991 war er bis 2005 in der Katholischen Sozialakademie Österreichs (ksoe) in Wien tätig. Er wirkte mit am Sozialhirtenbrief der katholischen Bischöfe Österreichs (1990) und am 2003 erschienenen Ökumenischen Sozialwort der christlichen Kirchen Österreichs. 2013 verstarb P. Johannes Schasching im 97. Lebensjahr und im 77. Jahr seines Ordenslebens.

Für seine Verdienste um ein sach-, menschen- und gesellschaftsgerechtes Wirtschaften wurde er vielfach geehrt, unter anderem mit dem "Großen Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland" (1973), dem "Großen Goldenen Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich" (1987) sowie mit mehreren Ehrendoktoraten.

 

Kathpress

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