Dienstag 26. September 2017

Scheuer: Reformationsjubiläum mit "Grundfreude" begehen

Auch KatholikInnen dürfen, sollen und können das Reformationsjubiläum 2017 mit einer gewissen "Grundfreude" begehen. Das hat der Linzer Bischof Manfred Scheuer bei der ökumenischen Reise auf den Spuren Luthers betont.

Der Linzer Diözesanbischof Manfred Scheuer ist in der letzten Septemberwoche 2016 gemeinsam mit dem lutherischen Bischof Michael Bünker im Vorfeld des Jubiläums zu einem Lokalaugenschein im ostdeutschen Kernland der Reformation unterwegs. Luther sei ein "Zeuge des Evangeliums", ein "Erneuerer des Glaubens" und ein "Verkünder Jesu Christi" gewesen. Das gelte auch für KatholikInnen, so Scheuer: "Und dafür dürfen wir auch dankbar sein."

Vieles, was sich beginnend mit Luther in den Kirchen der evangelischen Tradition schon bald entwickelte, habe die katholische Kirche schließlich mit dem Zweiten Vatikanischen Konzil (1962-65) auch nachvollzogen. Scheuer wies in diesem Zusammenhang beispielsweise auf die Wiederentdeckung der hohen Bedeutung der Heiligen Schrift für das Leben und die Lehre der Kirche hin. Auch das Verständnis der Kirche als Volk Gottes und die damit verbundene Betonung des allgemeinen Priestertums aller Getauften sei schon von Luther wiederentdeckt worden.

Freilich hätten die Reformation bzw. die katholische Reaktion darauf auch viel Leid und gegenseitige Verletzungen mit sich gebracht, räumte Scheuer ein. Dies dürfe im Rahmen des Reformationsjubiläums nicht ausgespart bleiben. Es bedürfe einer "Heilung der Erinnerung".

Der Kern der Ökumene sei letztlich das gemeinsame Christus-Zeugnis im Heiligen Geist, so der Bischof: "Die katholische Kirche ist nicht katholisch (= allumfassend) ohne die anderen Kirchen." Scheuer ermutigte zu noch mehr gegenseitigen Anfragen. Die Kirchen könnten noch viel voneinander lernen und sich gegenseitig bereichern.

Scheuer äußerte sich im Rahmen eines Besuchs im Augustinerkloster von Erfurt, in dem Luther von 1505 bis 1511 lebte. Ein wesentlicher Teil seines theologischen, spirituellen und menschlichen Entwicklungsprozesses spielte sich hinter den Klostermauern von Erfurt statt. Ein anstrengendes Leben wartete auf den jungen Luther: Von zwei Uhr früh bis zehn Uhr nachts war das Leben der Mönche angefüllt mit Gebet, Gottesdienst, Arbeit und Studium. Bischof Scheuer und Bischof Bünker, besuchten u.a. die Klosterkirche, wo Luther einst seine erste Messe als frisch geweihter Priester feierte. Im Kapitelsaal des Klosters, wo Luther sehr viel Zeit mit seinen Mitbrüdern verbrachte, gestalten die beiden Bischöfe eine ökumenische Vesper.

 

Bischof Manfred Scheuer im Augustinerkloster in Erfurt.
Bischof Manfred Scheuer im Augustinerkloster in Erfurt. © epdUschmann / FlickR CC by-SA 2.0. Zur Lizenz


Das Erfurter Augustinerkloster wurde 1277 gegründet und ging im Zuge der Reformation 1525 in den Besitz der Evangelischen Kirche über. 1559 wurde es von der Stadt Erfurt säkularisiert. 1945 wurden Teile des Klosters bei einem Luftangriff zerstört. Seit 1994 ist das Augustinerkloster Dienstsitz der evangelischen Propstei Erfurt-Nordhausen. 1996 bezogen Schwestern der evangelischen Castellerring-Kommunität einen Teil des Gebäudes, das ansonsten vor allem als Tagungs-, Bildungs- und Begegnungszentrum genutzt wird. Das Kloster ist ein wichtiges Kulturdenkmal des Landes Thüringen.

Am 23. September 2011 traf der damalige Papst Benedikt XVI. dort im Rahmen seines Deutschlandbesuchs mit führenden Vertretern des deutschen Protestantismus zusammen. Dabei würdigte er den Reformator Martin Luther als leidenschaftlichen Gottsucher.

 

Kathpress

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