Freitag 17. November 2017

Altenfelden: Ein starkes und hoffungsvolles Zeichen für den Frieden

Nach dem Brandanschlag auf eine Unterkunft für AsylwerberInnen in Altenfelden initiierten die Pfarre und andere kirchliche Einrichtungen ein multireligiöses Friedensgebet. Ein starkes Zeichen dafür, wie gelebte Integration und wertschätzendes Miteinander funktionieren können.

In der Mühlviertler Gemeinde war es in der Nacht auf 1. Juni 2016 zu einem Brandanschlag auf eine gerade fertiggestellte, aber noch nicht bewohnte Flüchtlingsunterkunft des Roten Kreuzes gekommen. Bereits am Sonntag, 5. Juni 206 hatte es eine überparteiliche Solidaritätsveranstaltung von der Sozialistischen Jugend mit vielen im Asylbereich Engagierten stattgefunden. Am Donnerstag, 9. Juni 2016 initiierten die Katholische Jugend Oberes Mühlviertel, die Pfarre und das Katholische Bildungswerk Altenfelden sowie der "Treffpunkt mensch & arbeit Rohrbach" (Betriebsseelsorge) ein multireligiöses Friedensgebet. „Aufstehn, aufeinander zugeh'n, voneinander lernen, miteinander umzugeh'n“: Dieses Lied, welches die über 300 BesucherInnen gemeinsam sangen, war das Motto des Friedensabends.

 

Wie diese Art von Integration gelingen kann, wurde dem Publikum gemeinsam von AsylwerberInnen und deren BetreuerInnen beispielhaft aus 4 Pfarren aus dem Oberen Mühlviertel verdeutlicht. Voneinander gelernt wird etwa beim wöchentlichen Kulturaustausch-Stammtisch und dem Verkaufsstand beim Bauernmarkt, beim guten Miteinander von SchülerInnen unterschiedlicher Herkunft in der Schule, im gemeinsam neu belebten Pfarrhof, wo die Vielfalt deutlich spürbar ist, oder im gemeinsamen Garten der Vielfalt, der von Menschen aus den verschiedensten Ländern mit Einheimischen gestaltet wird.

 

Ein Volksschulprojekt verdeutlicht gelebete Integration
Pfarrhof-Projekt

© Katholische Jugend

 

Auf die Gemeinsamkeiten schauen, einander annehmen, sich gegenseitig Gutes tun und voneinander profitieren: Diese Leitgedanken waren auch der rote Faden für das gemeinsame Gebet, das Gebet und Impulse, aktives Aufeinander-Zugehen und passende Liedern beinhaltete. Musikalisch gestaltet wurde das Gebet vom „Pax-Nobis-Chor“, dem Friedenschorprojekt aus Rohrbach - ein ganz besonderer Chor mit einer Vielfalt an SängerInnen aus Österreich, Somalia, Afghanistan, Irak und Syrien.

 

Das abschließende bestärkende Segensgebet und ein Lied, das alle Menschen verbindet („We are the world“), machten dieses multireligiöse Friedensgebet zu einem hoffnungsvollen Ankerpunkt für viele Menschen.

 

Begrüßung auf Deutsch, Arabisch und Farsi (am Mikrofon Initiatorin Nicole Leitenmüller)
Friedenschor "Pax nobis"
Gemeinsames Singen verbindet
Angeregter Austausch
Mit voller Aufmerksamkeit dabei
Friedenschor
Das Vorbereitungsteam

© Katholische Jugend

 

Nicole Leitenmüller / Regionskoordinatorin Oberes Mühlviertel und Jugendleiterin Dekanat Sarleinsbach

 

 

Bischof Scheuer: "Richtige Antworten auf Altenfelden finden"

 

"Hass und Zerstörung sind Gift für jede Gesellschaft": Darauf hat der Linzer Bischof Manfred Scheuer anlässlich des multireligiösen Friedensgebets hingewiesen. Der Linzer Diözesanbischof Scheuer konnte aus Termingründen nicht persönlich am Friedensgebet teilnehmen, sein Grußwort wurde am Abend verlesen. Darin kommentierte Scheuer den Brandanschlag mit Sorge: "Das, was wir nicht für möglich hielten, ist auf einmal ganz nahe." Er appellierte demgegenüber für Dialog und "Begegnung auf Augenhöhe", die Frieden fördern, Gesellschaft aufbauen und Integration bewirken würden.

 

Das multireligiöse Friedensgebet in Altenfelden wertete Scheuer als Ausdruck dessen, dass "wir als Menschen guten Willens richtige Antworten darauf finden können und werden", dass Skepsis und Abwehrmaßnahmen in Österreich gegenüber Flüchtlingen nun auch zu Gewalt geführt hätten. Er plädierte für Integration als "Versuch eines gelingenden Zusammenlebens unter Beibehaltung von Identität". Das Aufnehmen von Fremden und Obdachlosen sei ein Auftrag Jesu, erinnerte der Bischof. Das "Aufnehmen" brauche aber auch ein "Annehmen". Das bedeutet nach den Worten Scheuers "ein Sich-Zuwenden in Freundschaft und gegenseitiger Achtung". Dabei gehe es nicht um Gleichmacherei. "Wir sollen unsere Geschichte, unsere Kulturen, unsere Eigenarten und Werte pflegen."

Bischof Scheuer erinnerte an den Appell von Papst Franziskus bei seinem Besuch des Flüchtlingslagers auf Lesbos im April, die "dichte Decke der Gleichgültigkeit" zu überwinden, "die Herz und Geist umnebelt". Die sei "bleibende Grundaufgabe von uns Christinnen und Christen, aber auch von allen, die an ein gelingendes und friedvolles Miteinander in unserer Gesellschaft glauben."

 

 Bischof Dr. Manfred Scheuer

Bischof Dr. Manfred Scheuer. © Diözese Innsbruck / Aichner

 

 

Kardinal Schönborn in "Heute"-Kolumne: Teilen und Helfen tut einem selber gut


Auch Kardinal Christoph Schönborn ging in seiner Freitags-Kolumne in der Gratiszeitung "Heute" auf die Ereignisse in Altenfelden ein. Er lobte die vorbildliche Haltung des dortigen Bürgermeisters Klaus Gattringer, der nach dem Anschlag meinte: "Nicht vor Flüchtlingen sollen wir Angst haben, sondern vor denen, die Flüchtlingsunterkünfte anzünden." Nun bemühe sich Gattringer nach Kräften um den Wiederaufbau und wolle nicht aufgeben - diese würden ihm seine drei Töchter nicht verzeihen.

Die Überzeugung des Bürgermeisters - "Es geht nur mit Teilen, und auch wir sind nur Gäste hier auf Erden" - teilt der Wiener Erzbischof, wie er schrieb: Es brauche in Österreich Menschen, die helfen, und "mindestens so dringend ist die Hilfe dort, wo die Flüchtlingsströme entstehen". Schönborn: "Eines ist sicher: ohne Teilen wird es nicht gehen. Weder bei uns, noch dort." Teilen und Helfen tue einem selber gut und mache das Leben reicher.

 

Kathpress

 

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