Donnerstag 1. Oktober 2026

Frauenorden-Präsidentin Mayrhofer: "Wir dürfen keine Zäune zwischen Menschen ziehen"

Am 10. März 2016 war Frauenorden-Präsidentin Sr. Beatrix Mayrhofer zu Gast in der ORF-Sendung ZIB 24. Mayrhofer sprach sich für eine humanitäre Flüchtlingspolitik aus. 

 

Am 10. März 2016 war Frauenorden-Präsidentin Sr. Beatrix Mayrhofer zu Gast in der ORF-Sendung ZIB 24. Im Mittelpunkt des Gespräches mit ZIB-Moderator Roman Rafreider stand die am Vortag veröffentlichte Stellungnahme für eine humanitäre Flüchtlingspolitik, die gemeinsam von einer Vielzahl von TheologInnen, Ordensleuten und kirchlichen EntscheidungsträgerInnen unterzeichnet worden war. Mayrhofers Botschaft: Zäune sind keine Lösung, denn jede und jeder ist unser Nächster. Die Frage sei vielmehr: Wer profitiert an dieser Situation?

 

Viele würden sich in Österreich um eine gute, vernünftige Lösung in der derzeitigen Flüchtlingssituation bemühen, zeigte sich Sr. Beatrix Mayrhofer, Präsidentin der Vereinigung der 105 Frauenorden Österreichs, im ZIB24-Gespräch überzeugt. „Aber es gibt natürlich politisch engagierte Menschen in unserem Land, die leider versuchen, diese Situation für ihre eigenen Interessen und für ihren eigenen Erfolg auszunützen.“ Gegen die müsse man jetzt aufstehen und Widerstand leisten – das sei der Grund für die Veröffentlichung der gestrigen Stellungnahme. „Es geht um ein dringendes Wachrütteln in einer sehr brisanten Situation in unserem Land“, Präsidentin Mayrhofer.

 

Eine Politik, die Zäune er- und Obergrenzen einrichtet, lehnte die Ordensfrau definitiv ab. „Zäune errichten ist etwas, was gar nicht geht. Wir sind Menschen füreinander, und wir gehen über Grenzen zu den anderen hin.“ Die eigentliche Frage sei: „Wer ist der Verursacher dieser Situation? Wo sind denn die Gewinner, wenn andere leiden? Ich habe heute eine Schlagzeile gesehen: Wenn der Krieg so weitergeht, wird er 1,18 Billionen Dollar kosten. Wer gewinnt denn daran?“ Mayrhofer hat darauf eine klare Antwort: „Wir müssen hier an große überregionale Interessen denken, und wir müssen an die Waffenlobby denken.“

 

Sr. Beatrix Mayrhofer © Ordensgemeinschaften Österreich / Katrin Bruder

 

Auch auf Roman Rafreiders Frage, ob Mayrhofer „alle Flüchtlinge aus Nächstenliebe reinlassen“ würde, fand die Frauenorden-Präsidentin deutliche Worte: „Mein Herz würde sich um jeden Einzelnen unbedingt kümmern, besonders um die Kinder. Natürlich brauchen wir Herz und Verstand.“ Eine Lösung könne nur in einem gemeinsamen Miteinander bestehen, nicht in einem sich gegenseitigen Ausspielen. Mayrhofers Credo: „Aber letztendlich geht es um die Botschaft Jesu, dass jede und jeder unser Nächster ist. Darum dürfen wir keinen Grenzzaun ziehen. Als Christin, als Christ sind mir alle Menschen nahe, und ich bin für sie alle mitverantwortlich.“

 

Ordensgemeinschaften Österreich

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