Donnerstag 23. November 2017

Dies Academicus zum Thema Sterbe-Hilfe

Je mehr Möglichkeiten die Medizin besitzt, Leben zu verlängern, umso drängender wird die Frage gestellt, wie der Mensch sein Leben würdig beenden kann. 

Der diesjährige Dies Academicus der Katholischen Privat-Universität Linz (KU) rückte die Angst vor dem Verlust der Würde in den Blick und brachte sich damit in die aktuelle gesellschaftspolitische Debatte zum Thema Sterbe-Hilfe ein.

 

Was ist hilfreich beim Sterben? Wie können Menschen mit ihrer Angst umgehen, am Ende die Würde zu verlieren, wenn sie dement, nicht mehr äußerungsfähig oder in höchstem Ma­ße von der Versorgung durch andere abhängig sind?

In der von mehr als 250 ZuhörerInnen äußerst gut besuchten Veranstaltung am 10. November 2015 an der KU Linz konzentrierten sich die beiden von Urban Wiesing (Tübingen) und Michael Rosenberger (Linz) gehaltenen wissenschaftlichen Referate auf die aktuelle Kontroverse rund um die Legitimität von assistiertem Suizid. Die klassische Unterteilung von aktiver und passiver Sterbehilfe, gemäß erstere für eine unmittelbare Tötung durch den Arzt und zweitere für einen Verzicht auf lebenserhaltende Maßnahmen steht, wird in der gegenwärtigen Diskussion durch die Varianten einer indirekten Sterbehilfe sowie dem assis­tierten Suizid weiter ausdifferenziert. Das Anliegen der indirekten Sterbehilfe besteht in der Optimierung der Lebensqualität vornehmlich durch Verabreichung schmerzreduzierender Medikation auf Kosten der Lebensdauer und findet in Form der Palliativmedizin Anwendung. Demgegenüber unterstützt der assistierte Suizid sterbenskranke Menschen im Akt der Selbsttötung.  

Während sich der Medizinethiker Urban Wiesing von der Eberhard Karls Universität Tübin­gen unter eng vorformulierten Bedingungen für die Öffnung eines assistierten Suizids aus­sprach, lehnte der Moraltheologe Michael Rosenberger von der Katholischen Privat-Universität Linz eine solche Liberalisierung ab. Einigkeit herrschte dahingehend, dass die palliativen Maßnahmen, wie sie im Rahmen der indirekten Sterbehilfe zum Tragen kommen, weiter ausgebaut werden sollten.

 

Univ.-Prof. Dr. Michael Rosenberger
Univ.-Prof. DDr. Urban Wiesing


Einen Einblick in den unmittelbaren Umgang mit sterbenden Menschen vor dem Hintergrund der Palliativmedizin und der Psychotherapie gewährten die Statements von Oberarzt Johann Zoidl und der Pflegewissenschafterin Sabine Feichtner. Beide verdeutlichten anschaulich, wie sich die Selbsterfahrung und -deutung im Sterbeprozess nochmals verschieben kann.

In der Diskussion um „Sterbe-Hilfe“ – so der einheitliche Tenor – ist man gut beraten, nicht alleine Maß an der angewandten medizinischen Methodik zu nehmen, sondern daran, wie einem sterbenden Menschen die Angst vor dem Verlust der Würde genommen werden kann.

Im abschließenden Abendprogramm näherten sich Christine Reitmeier und Liza Riemann mit dem Theaterstück von Brian Lausund „Ich erinnere mich genau“ dem sensiblen Spannungs­feld von Demenz und Würde an.

 

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