Montag 23. Februar 2026

Beziehung als zentraler Aspekt für die kindliche Gesundheit

Silvia Breitwieser, Primar Adrian Kamper, Barbara Lanzerstorfer-Holzner

Den Weltelterntag am 1. Juni nahm die Telefonseelsorge zum Anlass, um die Bedürfnisse und Anliegen der Eltern sichtbar zu machen. Mit dem Elterntelefon gibt es eine eigene Anlaufstelle bei der Telefonseelsorge speziell für Eltern.

Primar OA Dr. Adrian Kamper, Abteilung für Kinder- und Jugendheilkunde des Klinikums Wels-Grieskirchen, betonte im Rahmen einer Pressekonferenz die Wichtigkeit der Eltern für eine gesunde Entwicklung der Kinder. „Aufgabe der Eltern ist es, den Kindern Sicherheit zu vermitteln und gleichzeitig eine Unabhängigkeit fördernede Beziehung aufzubauen. Der Weg vom sicheren Nest zum Verleihen der Flügel."

 

Jedes 5. Kind bzw. Jugendliche ist von psychischen Problemen betroffen. Die führen zwar nicht immer zu einer chronischen Krankheit, können aber die Vorstufe sein. Insofern ermutigt Kamper die Eltern Hilfsangebote früher anzunehmen. Ein Anruf beim Elterntelefon könnte hier bereits ein erster Schritt sein.

 

Eltern überlastet

 

Barbara Lanzerstorfer-Holzner, Projektleiterin des Elterntelefons, unterstrich ebenfalls die Wichtigkeit der Eltern und Familien. Denn: „Familien kann niemand ersetzen. Das Wohlergehen der Eltern bedingt das Wohlergehen der Kinder und dieses ist entscheidend für die Zukunftsfähigkeit unserer Gesellschaft.“

 

Das Angebot des Elterntelefons wird vorwiegend von Frauen genutzt. Rund ein Drittel der AnruferInnen ist alleinerziehend oder lebt getrennt. Ein Hauptgrund für Anrufe ist Überlastung. Die Eltern fühlen sich überfordert und können oft nicht auf ein stützendes soziales Netz zurückgreifen.

 

Beim Elterntelefon zeigt sich, dass in schwierigen Situationen und Krisen ein Gespräch schon sehr viel weiterhilft. Denn es gibt Tage, an denen Eltern einfach nicht mehr weiter wissen, sich alleine gelassen fühlen und jemanden zum Reden brauchen. Die Anrufenden können ohne Angst vor Bewertungen oder Konsequenzen, ohne das Gefühl, versagt zu haben, und ohne Scham mit einer neutralen Person über ihre Erziehungsschwierig-keiten, Sorgen, Ängste, Nöte sprechen.

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