Wednesday 26. June 2019

Der Wachstumswahn und mögliche Alternativen

Was uns in die Krise führt und wie wir wieder herauskommen – dieser Frage ging Dr. Friedrich Hinterberger, Präsident des Sustainable Europe Research Institute, bei einem Vortrag in der Katholischen Hochschulgemeinde Linz nach.

Vor dem Hintergrund der weltweiten Finanzkrise, sinkender Wachstumsraten des Bruttoinlandsprodukts in Europa und einer immer lauter werdenden Kritik an der ungerechten Verteilung von Einkommen, Vermögen und sozialen Aufstiegsmöglichkeiten stellt sich die Frage, wie unser Wirtschaftssystem in Zukunft funktionieren kann, ohne die Lebensqualität folgender Generationen dauerhaft einzuschränken.

 

Auf Einladung der Katholischen Hochschuljugend präsentierte Dr. Friedrich Hinterberger am 13. April 2015 die Ergebnisse langjähriger Forschungsarbeit auf dem Gebiet der Wachstumsökonomie und zeigte die Chancen von Lebensweisen auf, die bei gleichbleibender Wirtschaftsleistung und umweltschonenden Produktionsformen eine steigende Lebensqualität versprechen.

 

In den 1950er bis 1970er Jahren erlaubte es die vorteilhafte Konstellation der Träger von wirtschaftlichem Wachstum u. a. in Europa und den USA, Wirtschaftswachstum als Allheilmittel sämtlicher Probleme der Menschheit zu verstehen. Demografischer Wandel, ein größeres Umweltbewusstsein und allgemeine Veränderungen in der Struktur des Wirtschaftssystems tragen jedoch dazu bei, dass dieser Optimismus verstärkt hinterfragt wird. Zudem scheinen positive Wachstumszahlen bei einem Großteil der Bevölkerung nicht mehr wirklich zu einer spürbaren Steigerung der Lebensqualität zu führen. Sind damit die Grenze des Wachstums erreicht?

 

Nicht unbedingt, so Hinterberger. Das treffe vielleicht dann zu, wenn Wachstum als eine rein quantitativ messbare Größe verstanden werde. Im Hinblick auf die Lebensqualität der breiten Bevölkerung bestünden jedoch noch zahlreiche Entwicklungsmöglichkeiten. Zu ihnen gehören neben nötigen politischen Veränderungen u. a. eine bewusstere Form des persönlichen Konsumverhaltens, die Förderung erneuerbarer Formen der Energiegewinnung sowie die Unterstützung regionaler Wirtschaftsstrukturen. Die bereits im kleinen Rahmen existierenden Ansätze solcher Lebensweisen schenken Mut zum Glauben an eine bessere Welt und bezeugen den Wahrheitsgehalt einer der zentralen Aussagen des Vortrags von Dr. Hinterberger: „Nur Leben ist Reichtum“.

 

Katholische Hochschulgemeinde Linz

 

Dr. Friedrich Hinterberger (r.) mit dem Moderator der Veranstaltung, Franz Mohr. © Katholische Hochschulgemeinde Linz

 

 

Buchtipp:

 

Christine Ax, Friedrich Hinterberger:
Wachstumswahn.
Was und in die Krise führt – und wie wir wieder herauskommen.

Ludwig Verlag, 978-3453280540, 18,50 €

 

Franz Mohr (be)

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