Donnerstag 1. Oktober 2026

Bischof Schwarz begrüßt Befragung zur Sonntagsarbeit im Handel

Bischof Dr. Ludwig Schwarz, Sprecher der Allianz für den freien Sonntag

Bei der Vollversammlung der Allianz für den freien Sonntag Österreich waren die Tourismuszonen in Wien und ihre Auswirkungen zentrales Thema.

Die Vollversammlung der Allianz für den freien Sonntag Österreich am 10. März 2015 in Wien beschäftigte sich schwerpunktmäßig mit dem Thema Tourismuszonen in Wien. „Die von der GPA-djp durchgeführte Urabstimmung zur Sonntagsöffnung im Handel begrüßen wir als Allianz für den freien Sonntag Österreich. Sie gibt den Wiener Handelsangestellten eine Stimme und hat bundesweite Bedeutung“, sagt Sonntags-Allianz Sprecher Bischof Ludwig Schwarz, der gleichzeitig Vertreter der Österreichischen Bischofskonferenz in diesem Bündnis von über 50 Organisationen ist. „Es ist gut, dass nun auch diejenigen zum Thema Sonntagsarbeit im Handel befragt werden, die es wirklich betrifft: Vor allem Frauen, überwiegend in Teilzeit und häufig in der schwierigen Situation, Erwerbsarbeit und Kinderbetreuung unter einen Hut zu bringen. Wir wissen, wie schwierig das schon unter der Woche ist, weil leider nicht die Kinder an erster Stelle stehen können, sondern die Erfordernisse des Betriebes.“ Bis einschließlich 13.3. können die Stimmzettel noch retourniert werden. Ca. 38.000 Handelsangestellte werden dabei um ihre Meinung zum arbeitsfreien Sonntag gefragt.

„Unsere Mitgliedsorganisationen äußern deutliche Sorge, dass die Einführung von Tourismuszonen in Wien das Tor zur uneingeschränkten Sonntagsarbeit im Handel aufmacht“, so die Koordinatorin der Allianz für den freien Sonntag Österreich Gabriele Kienesberger. „Es stellen sich in diesem Zusammenhang viele Fragen: Wie sind in einer Tourismus-Hochburg mit Sehenswürdigkeiten und Attraktionen – über die ganze Stadt verteilt - einzelne Tourismuszonen abzugrenzen? Hielte eine solche Regelung etwaigen Klagen von Einkaufszentren, die auch aufsperren wollen, überhaupt stand? Werden nicht auch in Niederösterreich Begehrlichkeiten geweckt, wo es doch von St. Pölten nach Wien mit der Bahn nicht weiter ist als innerhalb von Wien?“

Im Gespräch mit BetriebsrätInnen aus den Bereichen Handel, Elektroindustrie und Banken wurde deutlich, dass die Etablierung von Tourismuszonen in Wien einen „Flächenbrand“ auslösen könnte, so Kienesberger. „In einem ersten Schritt könnte es zur allgemeinen Ladenöffnung am Sonntag in der Bundeshauptstadt kommen und in einem zweiten Schritt dann auch in allen Bundesländern. Außerdem wären weitere Branchen betroffen: Polizei oder Sicherheitsdienste wären dann nicht – wie bisher an Sonntagen – zurückgefahren, sondern müssten auf demselben Level im Einsatz sein wie wochentags.“

Einmal mehr wurde auch von Seiten der BetriebsrätInnen derjenigen Branchen, wo es Sonntagsarbeit gibt – wie z.B. EDV-Dienste von Banken (etwa damit Behebungen von Bankomaten stattfinden können) - , darauf hingewiesen, dass unregelmäßige Arbeitszeiten ein zusätzliches Gesundheitsrisiko und soziale Ausgrenzung darstellen und dieses auch nicht durch monetäre Abgeltung aufgewogen werden kann.

Als breites gesellschaftliches Bündnis stellt die Allianz für den freien Sonntag Österreich, der über 50 Organisationen aus den Bereichen Vereine, Freizeitorganisationen, Kinder- und Jugendeinrichtungen, Gewerkschaften und Kirchen angehören, die Bedeutung gemeinsamer freier Zeiten für das gesellschaftliche Zusammenleben in den Mittelpunkt.


Allianz für den freien Sonntag Österreich, Gabriele Kienesberger (ej)

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