Thursday 21. November 2019

„Oma-Dienst“: wertvoller Beitrag zur flexiblen Kinderbetreuung

Vom Oma-Dienst profitieren die 'Leih-Omas' genauso wie die Familien, die ihn in Anspruch nehmen.

Der „Oma-Dienst“ als flexibles Kinderbetreuungsmodell des Katholischen Familienverbandes leistet mit finanzieller Unterstützung durch das Familienreferat des Landes Oberösterreich einen wertvollen Beitrag zur flexiblen Kinderbetreuung.

"Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf kann im Alltag nur dann Realität werden, wenn die Mütter bzw. die Väter wissen, dass ihre Kinder in guten Händen sind. Flexibel gestaltbar, leistbar und kontinuierlich soll die Kinderbetreuung sein", so Familienreferent LH-Stv. Franz Hiesl über die Anforderungen an die Kinderbetreuung. Auf dieses Anforderungsprofil hat der Katholische Familienverband OÖ reagiert und – in Zusammenarbeit mit dem Familienreferat des Landes – ein Betreuungsmodell entwickelt, das den Familien eine besonders familiennahe Kinderbetreuung als Alternative zu den vielfältigen traditionellen Einrichtungen der institutionellen Kinderbetreuung anbietet: "Oma-Dienst".

 

Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist eine der größten familienpolitischen Herausforderungen. Um Familienarbeit wie die Betreuung der Kinder mit den Ansprüchen aus der Erwerbsarbeit zusammenzuführen, greifen viele Familien auf die Möglichkeit der Teilzeitbeschäftigung zurück. Diese Form des Arbeitsverhältnisses wählen bewusst knapp 92 % aus freien Stücken, lediglich 8 % befinden sich in unfreiwilliger Teilzeit. Eine wesentliche Stütze für die Familien bei der Kinderbetreuung ist das familiäre Umfeld:

 

Laut der ersten österreichischen Familien- und Wertestudie unterstützen vor allem die Großeltern (66 %) die Mamas und Papas bei der Betreuung. Für jene Eltern, die nicht auf Großeltern zurückgreifen können, ist der „Oma-Dienst“ ein optimales flexibles Kinderbetreuungsmodell.

 

 

"Oma-Dienst" ist Win-win-Situation

 

Der "Oma-Dienst" ist auf dem Sektor der Kinderbetreuung wohl die familienähnlichste Betreuungsform und schlägt Brücken zwischen den Generationen. Ziel ist die Zusammenführung von Familien, die eine Betreuung suchen mit erfahrenen Frauen (Leihomas), die ihre Zeit gerne mit Kindern verbringen. Vom Modell des "Oma-Dienstes" profitieren alle, sowohl die "Leihomas" als auch die Familien, die auf Kinderbetreuung angewiesen sind. Die Nachfrage nach "Leihomas" ist in den letzten Jahren enorm gestiegen. Im Vergleichszeitraum von Mai 2010 bis November 2014 ist die Anzahl der betreuten Kinder um knapp 80 Prozent gestiegen. Aber auch die steigende Anzahl der aktiven "Leihomas" spricht eine eindeutige Sprache. Im selben Vergleichszeitraum gibt es um 44 Prozent mehr "Leihomas".

 

Die Vorteile für die betreuten Kinder liegen klar auf der Hand. Die Kinder erleben ihre "Leihoma" als Bezugsperson über einen längeren Zeitraum und als Bereicherung im Kontext Familie und Generationen. Da sie in ihrer gewohnten Umgebung betreut werden, bleibt ihr Tagesrhythmus auch erhalten. Außerdem lernen sie Sichtweisen, Verhalten und Werte älterer Menschen kennen.

 

Die Eltern wiederum werden entlastet, da sie ihre Kinder in einer vertrauten und sicheren Obhut wissen. Ein großer Vorteil des "Oma-Dienstes" ist die geboten Flexibilität, denn die Eltern erhalten eine bedarfsorientierte Kinderbetreuung, die – im Gegensatz zur institutionalisierten Kinderbetreuung - nicht vorweg an bestimmte Öffnungszeiten gebunden ist.

 

"Leihomas" erleben ihren Einsatz als bereichernd und können einer sinnstiftenden Aufgabe nachgehen.

 

 

OÖ Familienreferat als Partner des "Oma-Dienstes"

 

Neben der jährlichen Vereinsförderung in der Höhe 18.000 Euro, fördert das oberösterreichische Familienreferat von LH-Stv. Franz Hiesl das Modell des "Oma-Dienstes" jährlich mit 65.000 Euro. Diese Förderung ermöglicht umgerechnet eine wöchentliche Betreuungskapazität von 2.155 Betreuungsstunden durch 378 "Leihomas". (Stand Nov. 2014)

 

 

LH-Stv. Franz Hiesl, Leihoma Susanne Keferböck und Mag. Andreas Pumberger (Vorsitzender katholischer Familienverband)

LH-Stv. Franz Hiesl, Leihoma Susanne Keferböck und Mag. Andreas Pumberger (Vorsitzender katholischer Familienverband). © Land OÖ / Linschinger

 

378 aktive "Leihomas" betreuen 923 Kinder

 

In Oberösterreich gibt es derzeit 378 "Leihomas" die 923 Kinder in 584 Familien betreuen. Die Entwicklung der Anzahl der "Leihomas" bzw. der betreuten Kinder zeigt stark nach oben. Im Jahr 2010 haben 262 Leihomas 513 Kinder betreut.

 

Die meisten "Leihomas" bzw. betreuten Kinder gibt es im Großraum Linz. Zusätzliche "Leihomas" werden in ganz Oberösterreich gesucht, vor allem jedoch in den Bezirken Gmunden und Vöcklabruck, im Innviertel und in den Großstädten Linz, Wels und Steyr.

 

 

Was machen "Leihomas"?

 

Eine "Leihoma" wird nicht für einmalige Beaufsichtigungen vermittelt, sondern – wie der Name schon sagt - als Ersatz für fehlende Bezugspersonen neben den Eltern, also für eine längerfristige Beziehung auf Basis der Regelmäßigkeit und des gegenseitigen Vertrauens. Die "Leihomas" arbeiten dabei eng mit der Kernfamilie zusammen, sehen sich als Unterstützung und arbeiten familienergänzend und nicht familienersetzend. Die Hauptaufgabe der "Leihoma" ist die Begleitung der Kinder.

 

"Leihomas" als Betreuungspersonen ...

  • haben Freude an der Arbeit mit Kindern und gehen auf deren Bedürfnisse ein
  • ... bringen Erfahrungen mit (eigenen) Kindern mit
  • ... bieten Kindern Raum, in dem sie sich zu starken, selbstständigen und selbstbewussten Menschen entwickeln können
  • ... unterstützen und entlasten Familien
  • ... nehmen eine verantwortungsvolle Aufgabe wahr

 

Welche Voraussetzungen benötigen "Leihomas"?

  • eine psychisch und physisch stabile Persönlichkeit
  • Zeit
  • Geduld
  • Fähigkeit sich an Regeln zu halten und Spannungen auszuhalten
  • Vitalität
  • Erfahrung im Umgang mit Kindern
  • Liebe und Begeisterungsfähigkeit für Kinder
  • Bereitschaft zur Startqualifikation durch die Teilnahme am Basiskurs
  • Bereitschaft zur einmal jährlich verpflichtenden Weiterbildung
  • Austausch mit der zuständigen Zweigstellenleiterin bzw. Koordinatorin
  • Identifikation mit den Zielen des KFV OÖ

 

Alle Frauen, die diese Voraussetzungen mitbringen und sich für den "Oma-Dienst" interessieren, werden zu einem ausführlichen Gespräch mit der jeweiligen Koordinatorin bzw. Zweigstellenleiterin eingeladen. Die Aufnahme der Betreuungsperson wird im Anschluss an das Gespräch durch die jeweilige Mitarbeiterin, wenn nötig auch in Absprache mit der Leitung des "Oma-Dienst" entschieden.

 

 

Was wird von "Leihomas" erwartet?

  • Teilnahme am 9-stündigen Basiskurs innerhalb eines Jahres
  • Teilnahme an einer jährliche verpflichtenden Fortbildung (Seminare, Erste Hilfe Kurs), die vom "Oma-Dienst" angeboten werden
  • Mitgliedschaft beim Katholischen Familienverband. Dadurch sind die Betreuungspersonen während ihrer Tätigkeit haftpflicht- und unfallversichert.
  • Zusammenarbeit mit den MitarbeiterInnen des "Oma-Dienstes"
  • Teilnahme an regionalen Austauschtreffen
  • Gewissenhafte Ausführung ihrer übernommenen Aufgabe

 

Welche Kosten entstehen für die Familien?

 

Die Vermittlungsgebühr beträgt einmalig 35 €. Durch die Familienkarte des Landes OÖ erhalten Familien 2 € Nachlass. Mit der Einbezahlung der Vermittlungsgebühr ist die Familie automatisch Mitglied beim KFV und erhält alle Ermäßigungen und Vorzüge. Die Mitgliedszeitung „ehe und familie“ wird 4 x im Jahr gratis zugestellt. Die verpflichtende Mitgliedschaft beim Katholischen Familienverband (14 € jährlich), besteht solange wie die Kinder durch eine Leihoma betreut werden. Nach Beendigung des Betreuungsverhältnisses kann die Familie nach Erhalt des Erlagscheines entscheiden, ob sie weiterhin Mitglied beim KFV bleiben möchte.

 

Die Betreuungsperson wird – sofern sie ihre Arbeit nicht ehrenamtlich verrichtet – als „Neue Selbständige“ tätig. Die Bezahlung erfolgt in Form eines Werklohnes. Aus Erfahrung wissen wir, dass als Gegenleistung pro Stunde zwischen € 5 und € 8 vereinbart werden. Zwischen Betreuungsperson und Familie wird ein Rahmenvertrag abgeschlossen, auch die finanziellen und organisatorischen Details werden darin geregelt.

 

 

Die Geschichte des "Oma-Dienstes "

 

Der "Oma-Dienst" ist 1974 in Wien gegründet worden. Unter der Mithilfe ehrenamtlicher Leiterinnen und vieler Leih-Omas entwickelt sich der "Oma-Dienst" zu einer wichtigen Anlaufstelle für flexible Kinderbetreuung.

Im Sommer 1997 initiieren Frau Adelheid Milly und Herr Walter Kastner vom Kath. Familienverband  OÖ einen "Oma-Dienst" in Linz

Frau Elfriede Wukonig übernimmt 1998 ehrenamtlich die Leitung des "Oma-Dienstes". Vorerst nur für den Großraum Linz gedacht, nehmen die Anfragen aus den Gemeinden und Pfarren immer mehr zu. Die erste Filiale wird am 13.9.2001 in Eggelsberg eröffnet.

Mit Jänner 2003 wird mit Unterstützung des Landes OÖ ein hauptamtlicher Posten geschaffen. Frau Elfriede Wukonig wird mit der Koordinierung und Begleitung des Zweigstellenaufbaus betraut und mit 2006 übernimmt Frau Elisabeth Asanger zusätzlich die Koordinierung im Raum Linz.

Aufgrund der großen Nachfrage werden Ende 2009 die Zweigstellen in sieben Koordinierungsbereiche zusammengefasst und hauptamtlich mit Unterstützung der Zweigstellenleiter/innen betreut.

2010 wird Frau Evi Kapplmüller in Nachfolge von Frau Wukonig angestellt.

 

 

 Vom Oma-Dienst profitieren die 'Leih-Omas' genauso wie die Familien, die ihn in Anspruch nehmen.

Vom Oma-Dienst profitieren die "Leih-Omas" genauso wie die Familien, die ihn in Anspruch nehmen. © Katholischer Familienverband

 

 

Der Katholische Familienverband Oberösterreich

 

Der Katholische Familienverband OÖ (KFV OÖ) hat das Ziel, die Interessen und Anliegen aller Familien im Bundesland OÖ wirksam zu vertreten und erfüllt damit eine wichtige gesellschaftspolitische Aufgabe. Als Landesverband – in engster Zusammenarbeit mit seinem Dachverband, dem Katholischen Familienverband Österreichs - sieht er sich einer nachhaltigen und zukunftsorientierten Familienpolitik - auf allen politischen Ebenen - verpflichtet, die Mut zur Familie und Mut zum Kind macht.

 

Kontakt

 

Kath. Familienverband Oberösterreich

Kapuzinerstraße 84, 4020 Linz

www.familie.at

Vorsitzender Mag. Andreas Pumberger

GF und Leitung Oma-Dienst Alexandra Hager-Wastler

T: 0732 / 7610 3431

M: info-ooe@familie.at

 

"Oma-Dienst" Zentrale

Kapuzinerstraße 84, 4020 Linz

www.omadienst.info

 

Elisabeth Asanger

Großraum Linz

T: 0732 / 7610 – 3433 oder

0676 / 8776 – 3433

E-Mail: omadienst-linz@familie.at

 

Evi Kapplmüller

Oberösterreich

T: 0732 / 7610 – 3432

E-Mail : omadienst-ooe@familie.at

 

Oö. Landeskorrespondenz 22.1.2015 (be)

Katholische Kirche in Oberösterreich
Diözese Linz

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4021 Linz
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