Samstag 31. Januar 2026

"Der Kirchenmusik gehört derzeit mein Hauptaugenmerk…"

Der junge Mühlviertler Christoph Eidenberger erlebt nun die ersten Sommerferien als Junglehrer am Petrinum - und geht in diese mit der mit Auszeichnung absolvierten C-Kirchenmusiker-Ausbildung am Konservatorium für Kirchenmusik.

Hauptportal Petrinum. Das Petrinum beherbergt nicht nur die allseits bekannte Schule, sondern ist daneben auch Beheimatung für das Konservatorium für Kirchenmusik. Christoph Eidenberger verbindet an diesem Ort Beruf und Hobby - einerseits unterrichtet der junge Mühlviertler Mathematik und Physik am Petrinum, andererseits bildet er sich am Petrinum in Kirchenmusik weiter.

 

Christoph Eidenberger. © Tom Mesic 

 

Faszinosum Orgel: "Da sehe ich noch am meisten Potential…"

 

Orgel spielt der Junglehrer bereits seit elf Jahren, auf "seiner" Kirchberger Dorforgel, wenn er auch zugibt, dass er bei Messen lange einfach nur "Klavier auf der Orgel gespielt" hat. Ändern sollte sich dies erst im Sommer 2012, als er - weil sein letztes Studienjahr an der Kepleruni sonst einfach so fad gewesen wäre - sich dazu entschied, am Konservatorium für Kirchenmusik seine Aufnahmeprüfung zu machen. Ein letzter Kick war auch der Schlierbacher Orgelsommer, durch den er sich so richtig darin bestärkt fühlte, diesen musikalischen Weg zu gehen. Auch seine Chorleiterin Ulli Koblmüller (dem einen oder anderen vielleicht aus dem Referat für Kirchenmusik bekannt) war einfach lange genug "lästig", wie er schmunzelnd erzählt.

 

Der Schritt von der Dorforgel über die Orgel im Petrinum versuchsweise auch einmal an die Rudigierorgel im Linzer Mariendom ist zugegeben kein ganz kleiner - und man sieht ihm die Ehrfurcht fast ein bisschen an, als er erklärt: "Da gibt's vier Manuale…" - Sich aber von Wolfgang Kreuzhuber, Direktor des Konservatoriums für Kirchenmusik und Domorganist, im Orgelunterricht bestens begleitet fühlend, freut sich Eidenberger doch schon auf diese Erfahrung im neuen Schuljahr. Zumal er es sehr genießt, nicht nur unterschiedliche Orgeln zu bespielen, sondern auch verschiedene Stilrichtungen aus vielen Ländern und Zeiten zu entdecken.

 

Modernes Studienkonzept: "Es herrscht ein guter Geist in den Kons-Räumen…"

 

Sein Studium am Konservatorium genießt Eidenberger sichtlich - gemeinsam zu musizieren, gemeinsam mit- und voneinander zu lernen, auf Basis verschiedener Lehrmethoden und Unterrichtsformen, im Wissen um die unterschiedlichen Vorkenntnisse und Altersgruppen: ein Konzept, das dem jungen Mühlviertler gefällt.

Als großen Vorteil erachtet Eidenberger darüber hinaus, dass die Lehrenden keine Theoretiker, sondern in der Linzer Kirchenmusikszene verankerte und etablierte Experten sind und dabei doch ein kollegialer und angenehmer Umgang untereinander herrscht, sodass man im Aufenthaltsraum manchmal gar nicht sagen könne, wer da wer ist. Mit leuchtenden Augen erklärt er, dass er da noch ganz viel an Wissen und Fähigkeiten aufsaugen, sich manches abschauen und  zusammensammeln möchte… Offenbar herrscht "ein guter Geist in den Kons-Räumen", meint Eidenberger. Und es ist bestimmt ein umtriebiger, musikalischer.

 

Petrinum am Fuße des Pöstlingberges. © x-hibit (=Hans)/flickr.com/CC BY-NC-SA 2.0 

  

Erweiterung des Horizonts: "Eigentlich wollte ich gar nicht singen…"

 

Auch wenn Eidenberger durch das Klavierspielen bereits Kontakt zu Jugendchören hatte, auch die eine oder andere Hochzeit gespielt hat: das Singen war zunächst gar nicht so im Plan, bezeichnet er sich doch selbst als "Tastenmensch". Da das Konservatorium für Kirchenmusik jedoch eine ganzheitliche Ausbildung vorsieht, kam er auch in den Genuss von Stimmbildung, Kantorengesang und Gregorianik. Und merkte recht bald, dass die Stimme durch Training besser wird - und schon war der Ehrgeiz geweckt. Und wen wundert's, dass er inzwischen zuhause auch mal gerne die Funktion des Kantors übernimmt?

 

"Eigentlich" ist er ja auch kein Chorleiter, wie er vor sich hinsinniert - aber der ganzheitliche Ansatz des Konservatoriums gefällt ihm, so sitzt er nicht nur auf der Orgelbank, sondern erlebt auch, wie es ist, selbst vor dem Chor zu stehen, einzusingen, etwas einzustudieren. Auch wenn das Einsingen nicht zu seinen Lieblingstätigkeiten gehört, merkt Tenor Eidenberger doch, wie sehr das doch beim Singen hilft.

 

Chancen, Neues zu entdecken: "Unsingbar... was schreibst Du, Du Trottel?"

 

Prägend war für Eidenberger die Messe in d-moll von Anton Bruckner, die er im vergangenen Jahr mit dem Chor des Diözesankonservatoriums und dem Domchor im Linzer Mariendom aufgeführt hat. Geflucht hat er während der Proben, sodass das eine oder andere Mal aus dem Tenoreck gebrummelt zu hören war: "Unsingbar, was schreibst Du, Du Trottel?!" Und dann das Erlebnis bei näherer Beschäftigung mit der Musik: Wenn man's kann, geht's einfach voll auf… fast ins Philosophieren kommt der junge Musiker: "Fast jeder Schlussakkord geht direkt zum Himmel…"

 

Chor des Diözesankonservatoriums beim Proben. © Tom Mesic

 

Und das, wo das Philosophieren eigentlich so gar nicht seins ist, denn er ist - wie er selbst meint - eher "der, der einfach tut". Einfach probiert hat er's auch mit der Gregorianik, um die kirchenmusikalischen Wurzeln kennenzulernen - eine große Kunst, die er sehr schätzt, aber er fügt dennoch hinzu: "Meine liebste Musik ist nun mal die Barockmusik, vor allem Johann Sebastian Bach…" - Drum ist für ihn auch das jährliche Adventkonzert mit dem Chor des Konservatoriums in der Minoritenkirche aus der Reihe "Musica Sacra" ein Highlight, weil da vieles von dem musiziert wird, was seine Leidenschaft ist.

 

Musiktheorie gar nicht fad: "Es ist in Tonsatz irrsinnig lustig…"

 

Wer weiß, vielleicht freut sich Eidenberger schon deshalb diebisch auf die Fugen und den Kontrapunkt im nächsten Jahr, weil er sich in seiner Diplomarbeit in Mathematik mit "Lego-Stufenpyramiden", also Folgen und Reihen, beschäftigt hat. Denn schon jetzt hat ihm der Tonsatz-Unterricht viel Spaß gemacht - wie lustig doch parallele Quinten sein können, auch wenn das für andere seltsam klingen mag, wie er grinsend hinzufügt.

 

Wie lustig Tonsatz sein kann... © KurtFML/flickr.com 

  

Weiterbildung für Jung und Alt - auch berufsbegleitend: "… ich werde mir immer mehr aneignen…"

 

Wenn er nicht gerade am Freitag Abend, am Samstag Abend und zwei Mal am Sonntag Vormittag in seiner Heimatpfarre orgelt, ist Eidenberger auch gerne im Dienst der guten Sache unterwegs - als Rettungssanitäter in Neufelden. Aber ganz ohne Musik geht's auch fernab des Petrinums nicht, so ist er Kapellmeister-Stellvertreter und Trompeter bei der Musikkapelle Kirchberg, wenngleich er zugibt: "Der Kirchenmusik gehört derzeit schon mein Hauptaugenmerk…"

 

Und augenzwinkernd fügt er auf die Frage nach seinen Zukunftsplänen hinzu: "Naja, wahrscheinlich werde ich die nächsten vierzig bis fünfzig Jahre Lehrer sein… und solange ich in Linz bin, werde ich am Konservatorium auch weitermachen und mir immer mehr aneignen…"

 

Und vielleicht gibt's den einen oder anderen, der auch seine Liebe zur Kirchenmusik entdecken möchte und sich kirchenmusikalisch etwas aneignen möchte - ob als Anfänger oder Fortgeschrittener: eine Anmeldung für das Schuljahr 2014/15 ist bis 30. August 2014 möglich.

 

Mehr Informationen:

Konservatorium für Kirchenmusik

 

H. Ewald Nathanael Donhoffer
Mag. H. Ewald Donhoffer MA OPraem
Direktor
T.: 0732/736581-4445
 Manfred Payrhuber
Manfred Payrhuber
Lehrer
Mag.a Claudia Medek
Mag.a Claudia Medek
Assistentin
T.: 0732/736581-4445
M.: 0676/8776-3113
MMag. Andreas Peterl
MMag. Andreas Peterl
Lehrer
 Gerhard Raab
Gerhard Raab, M.A. M.A. B.A.
Lehrer
Mag.a Monika Schwabegger
Mag.a Monika Schwabegger
Lehrerin
 Andrea Stumbauer
Andrea Stumbauer
Lehrerin

 

 

(sp)

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