Samstag 10. Januar 2026

Luther übersetzte die Bibel nicht als erster ins Deutsche

Der Bonner Germanist Werner Besch präsentiert in seinem Buch "Luther und die deutsche Sprache" eine ganz neue Sicht auf Luthers Bedeutung als Übersetzer.

Martin Luther hat nach Erkenntnissen des Bonner Germanisten Werner Besch nicht als Erster die Bibel ins Deutsche übersetzt. Er sei aber der Erste gewesen, der sich nicht sklavisch an die Ausgangssprache des lateinischen Textes gehalten habe. Statt "Wort für Wort" zu übertragen, habe der Reformator nach der Methode "Sinn für Sinn" übersetzt, heißt es in dem am Mittwoch in Bonn vorgestellten Buch Beschs "Luther und die deutsche Sprache".

 

Als Beispiel nennt der frühere Rektor der Universität Bonn den theologischen Kernsatz Luthers, wonach der Mensch "allein durch den Glauben" (sola fide) gerettet werde. Katholische Kritiker hätten Luther vorgeworfen, den Bibeltext verfälscht zu haben, weil das Wort "sola" (allein) an der entsprechenden Stelle gar nicht vorkomme. Daraufhin habe Luther selbstbewusst geantwortet: "Wahr ist's. Diese vier Buchstaben stehen nicht drinnen. Aber wo man's will klar und gewaltiglich verdeutschen, so gehöret es hinein."

 

Lutherbibel (1534) im Lutherhaus Wittenberg. © Torsten Schleese/wikimedia.org/PD (gemeinfrei)

 

Nach den Worten des emeritierten Professors beruhte die wichtige Rolle Luthers für die Entwicklung der deutschen Sprache auf mehreren Faktoren: So habe der Reformator weder das in Bayern, Franken, Baden, Schwaben und Österreich gesprochene "Oberdeutsch" noch das in Westfalen, Niedersachsen und an den Küsten gepflegte "Niederdeutsch" benutzt, die beide wegen ihrer großen Unterschiede wie verschiedene Sprachen schienen. Vielmehr habe Luther das von Sachsen, Thüringen, Hessen bis ins Rheinland verbreitete "Mitteldeutsche" verwendet. Die "Sächsische Kanzleisprache" sei für ihn ein großer Vorteil gewesen, weil sie sprachlich und geografisch in der Mitte gelegen habe.

 

Luther hat nach den Worten Beschs gewusst, was gutes Übersetzen ausmacht. Zudem sei er sprachmächtig gewesen. Auch habe er seine Sprachform auf eine wichtige Autorität stützen können: "Das war kein König, kein Kaiser, kein London, kein Paris. Es war die Autorität des Wortes Gottes - nunmehr in deutscher Sprache."

 

Quellenangabe:

Kathpress: Forscher: Luther übersetzte Bibel nicht als erster ins Deutsche. URL: http://www.kathpress.co.at/site/nachrichten/database/65325.html [Stand: 10/2014]


(sp)

Bücher-Paradiese...
Ein Koffer voll Bücher. © Frau M./flickr.com

„Ich habe mir das Paradies immer als eine Art Bibliothek vorgestellt.”

(Jorge Luis Borges)

Autoren im Fokus

Zustimmung erforderlich!Bitte akzeptieren Sie Cookies von Youtube und laden Sie die Seite neu, um diesen Inhalt sehen zu können.

Robert Schindel: „Im Herzen die Geschichte”

Bücher ohne Ende!
Derzeit finden keine
Termine statt.
Literaturtipps
Heinz Nußbaumer: Der Mönch in mir (Hörbuch). © Styria Premium

Heinz Nußbaumer: "Der Mönch in mir."

Heinz Nußbaumers Beststeller "Der Mönch in mir" zum Nachhören - gelesen vom Autor und mit einem Geleitwort von Hubert von Goisern...

Zur Bibliothek... nichts wie hin!

Marienpflanzen

Literaturtipps

Noch ein Lesetipp...

Rudolf Habringer. © Rudolf Habringer

Rudolf Habringer: "Island-Passion"

Eine Sonate aus Worten von Rudolf Habringer - rezensiert von Stefanie Petelin.

Katholische Kirche in Oberösterreich
Diözese Linz

Herrenstraße 19
4020 Linz
https://www.dioezese-linz.at/
Darstellung: