Samstag 7. Februar 2026

Bischof Scheuer: Aufbrechen von Antijudaismus ist bleibende Aufgabe der Kirche

Das Aufbrechen des jahrhundertelang gepflegten Antijudaismus durch die Kirche ist eine bleibende Aufgabe, betonte Bischof Scheuer am Freitag, 27. Jänner 2023 anlässlich des Internationalen Tags des Gedenkens an die Opfer des Holocaust.

„Der Gedenktag an die Opfer der Shoah ist für Christen verbunden mit dem Eingedenken in die Verstrickung in Schuldzusammenhänge des Antisemitismus“, hielt Scheuer fest. Die Jahrhunderte lang tradierten antijüdischen Stereotypen in der Theologie, vor allem die Anklage des Gottesmordes, hätten bei Christen zu einem Gefühl der Selbstgerechtigkeit und einer Mentalität, die sich vor der notwendigen Solidarität mit den ausgegrenzten und später dem Tod preisgegebenen Opfern des nationalsozialistischen Regimes, beigetragen, so der Bischof.


„Das Bewusstsein der Glaubenssolidarität der Christen mit den Juden war nicht oder viel zu wenig vorhanden. Und es gab zu wenig, viel zu wenig Gerechte“, betonte der Bischof. „Politische Naivität, Angst, eine fehlgeleitete Theologie, die über Jahrhunderte hinweg die Verachtung des jüdischen Volkes gelehrt hatte, und mangelnde Liebe haben viele Christen damals veranlasst, gegenüber dem Unrecht und der Gewalt zu schweigen, die jüdischen Menschen in unserem Land angetan wurden.“


Die Kirche trage den Antijudaismus als mahnenden Teil ihrer Geschichte mit. Das Aufbrechen dieser Strukturen ist eine bleibende Aufgabe und kann nicht ungeschehen gemacht werden. „Es bleibt: Sie verantwortet dunkle Nacht. Dieser Verantwortung kann sich die Kirche nicht entziehen, kann sich die Gesellschaft nicht entziehen“, so der Bischof.


Aktuell bleibe das Übel des Antisemitismus leider weiterhin, so Scheuer: „Als christliche Kirchen warnen wir vor zunehmenden Hassbotschaften – nicht nur im Internet – bzw. Antisemitismus und prangern die Tendenz an, die Ereignisse des Holocaust zu verharmlosen, zu bezweifeln oder gar zu leugnen.“ Verachtung und Hass entwickele sich allmählich, warnte der Bischof, „aus Worten, Stereotypen und Vorurteilen, durch rechtliche Ausgrenzung, Entmenschlichung und Gewalteskalation“.


(Zusammenfassung: Kathpress)

 

 

Die Botschaft von Bischof Manfred Scheuer im Wortlaut.

 

Honorarfreie Pressebilder von Bischof Manfred Scheuer zum Download:


https://www.dioezese-linz.at/bischof-scheuer/offizielle-bilder-zum-download-bischof-manfred-scheuer

 

Presseunterlagen zum Download

 

Pressemitteilung zum Download (doc / PDF)

Kirche vor Ort
Pfarrgemeinde Hirschbach feierte ein Fest mit den Täuflingsfamilien

Pfarrgemeinde Hirschbach feierte ein Fest mit den Täuflingsfamilien

Zu einem Gottesdienst und anschließendem Frühstück lud am 1. Feburar 2026 die Pfarrgemeinde Hirschbach jene Familien...

Zell/Pettenfirst: Maria Lichtmess mit Täuflingen

Zell/Pettenfirst feierte Maria Lichtmess mit Täuflingen

Zu Maria Lichtmess 2026 wurden in der Pfarrgemeinde Zell am Pettenfirst die Täuflinge des vergangenen Jahres noch...

Neue kfb-Obfrau in Leopoldschlag

Neue kfb-Obfrau in Leopoldschlag

Am 28. Januar 2026 fand im Zuge der Jahreshauptversammlung der Katholischen Frauenbewegung die Wahl einer neuen...
Katholische Kirche in Oberösterreich
Diözese Linz

Herrenstraße 19
4020 Linz
http://pfarre-wilhering.dioezese-linz.at/
Darstellung: