Arbeiterkammer warnt vor Abzocke mit Kirchenaustritt

Unter www.kirchenbeitrag.com werde für die Weiterleitung eines Austrittsgesuchs an die zuständige Behörde ein Betrag von 89,90 Euro verlangt - "mehr als so mancher Jahreskirchenbeitrag", heißt es in einer Aussendung vom Mittwoch. Dies sei ein "Abzock-Versuch", sei doch der Austritt aus einer Religionsgemeinschaft in Österreich grundsätzlich kostenlos, so die AK, die festhält: "Nun machen Internet-Gauner auch vor der Kirche nicht mehr halt."
Die Website wirbt mit einem "Online-Kirchenaustritt" und vermittelt laut AK durch eine rot-weiß-rote Fahne vor dem Logo den Eindruck eines österreichischen Behördenangebots. Tatsächlich werde lediglich der Austrittswunsch an die zuständige Bezirkshauptmannschaft oder den Stadtmagistrat weitergeleitet. Ein weiterer Kontakt mit der Behörde lasse sich dadurch nicht vermeiden.
Vorsicht bei Weitergabe von Daten
Als Rechnungssteller trete ein angebliches US-Unternehmen namens SmartWay Solutions LLC mit Sitz in Newark im Bundesstaat Delaware auf. Die angegebene Anschrift werde häufig von Briefkastenfirmen genutzt, so die AK. Die Internetseite sei erst wenige Tage zuvor in den USA registriert worden. Der Arbeiterkammer seien bereits mehrere Fälle bekannt geworden, in denen Betroffene mit Rechnungen konfrontiert worden seien.
Die AK rät, kostenpflichtige Onlineangebote vor der Nutzung genau zu prüfen und persönliche Daten nicht voreilig in Formulare einzutragen. Unseriöse Anbieter könnten diese Daten nicht nur für Rechnungen verwenden, sondern unter Umständen auch weiterverkaufen.
Wer in Österreich aus einer Religionsgemeinschaft austreten möchte, könne dies direkt bei der zuständigen Bezirksverwaltungsbehörde oder beim Stadtmagistrat erledigen, so die Arbeiterkammer. Für den Austritt fielen keine Gebühren an, es sei denn, man verlange eine schriftliche Austrittsbestätigung.
Kirche ersucht um direkten Kontakt
Eine Nachfrage von Kathpress am 22. Oktober 2026 in den Diözesen hat ergeben, dass vergleichbare irreführende und schädigende Online-Angebote immer wieder vorkommen. "Im aktuellen Fall haben sich bereits einige Geschädigte bei uns direkt gemeldet", berichtete der Kirchenbeitragsverantwortliche der Erzdiözese Wien, Wolfgang Paset, im Gespräch mit Kathpress. "Wer wegen des Kirchenbeitrags über einen Kirchenaustritt nachdenkt, sollte zuerst mit der Kirchenbeitragsstelle Kontakt aufnehmen. In den allermeisten Fällen finden wir gemeinsam eine Lösung. Und der direkte Weg schützt auch davor, Opfer einer dubiosen Kostenfalle zu werden", so Paset.
https://www.dioezese-linz.at/kirchenbeitrag







