Freude über Entlassung des Papstes
Tausende haben den erst vor fünf Tagen operierten Papst am Sonntag, am Tag nach seiner Entlassung aus dem Spital, beim Mittagsgebet auf dem Petersplatz gefeiert. „Ich möchte mich bei allen bedanken, die in den letzten Tagen für mich gebetet haben", sagte Leo XIV. unter Jubel und „Viva-il-Papa"-Rufen der geschätzt 30.000 Menschen beim traditionellen Angelusgebet. „Ich habe eure Unterstützung wirklich gespürt, vielen Dank!", so der Papst vom Fenster seines Arbeitszimmer im Apostolischen Palast, rund 25 Meter über dem Petersplatz. Leo XIV dankte eigens den Ärzten des römischen Gemelli-Spitals und bekundete auch seine Verbundenheit mit anderen Krebskranken: Er habe sich jenen nahe gefühlt, die diese Krankheit durchmachten.
Der italienische Staatspräsident Sergio Mattarella übermittelte dem Papst nach dessen Entlassung Genesungswünsche. Er wünsche ihm im Namen Italiens und persönlich eine ruhige Erholung sowie eine baldige vollständige Wiederherstellung seiner Gesundheit, schrieb Mattarella. Die zahlreichen Solidaritätsbekundungen aus der Bevölkerung und von politischen Verantwortlichen weltweit hätten Menschen aus vielen Ländern miteinander verbunden.
Auch die Spitze der Italienischen Bischofskonferenz (CEI) reagierte mit Freude und Dankbarkeit auf die Nachricht von Leos Entlassung. In einer Grußbotschaft wünschten die Bischöfe dem Papst eine gute Genesung. Sie verwiesen dabei auf den heiligen Augustinus und dessen Vertrauen darauf, dass Gott Menschen gerade in ihrer Schwachheit Kraft schenke.
Dank kam zudem von der Rektorin der Katholischen Universität vom Heiligen Herzen in Mailand, Elena Beccalli. Die Betreuung des Papstes im Gemelli-Klinikum sei für die Universität eine große Verantwortung und ein Privileg gewesen, erklärte sie. Zugleich würdigte sie den Einsatz der medizinischen Fachkräfte.
Leo hatte seine Erkrankung eine Woche vor der Operation öffentlich gemacht. Bei dem rund 90-minütigen Eingriff wurde nach Angaben der behandelnden Ärzte der untere Lappen des rechten Lungenflügels entfernt, in dem sich ein bösartiger Tumor befand. Die Operation sei erfolgreich verlaufen. Ob sich Krebszellen an anderen Stellen des Körpers gebildet haben, blieb zunächst offen; auch zu einer möglichen weiteren Behandlung lagen keine näheren Angaben vor.
Bis einschließlich Dienstag (20. Oktober 2026) sind alle Audienzen des Papstes abgesagt. Als nächster großer Termin steht die Teilnahme am 40. Jahrestag des Interreligiösen Gebets in Assisi (Mittelitalien) am 27. Oktober bevor. Die geplante Südamerikareise soll stattfinden. Laut dem Thoraxchirurgen Stefano Margaritora, der den 71-Jährigen operiert hatte, spricht aus medizinischer Sicht nichts gegen die geplante Papstreise nach Südamerika. Leo XIV. will vom 6. bis 17. November Uruguay, Argenitinien und seine zweite Heimat Peru besuchen. Dort hatte das Mitglied des Augustinerordens rund 20 Jahre als Missionar und Bischof gelebt. Der gebürtige Chicagoer besitzt auch einen peruanischen Pass.







