100 Jahre Weltmissions-Sonntag: Österreich sammelt für Äthiopien
Zum 100. Weltmissionssonntag hat Papst Leo XIV. zur Stärkung der Einheit der Kirche und zu einem gemeinsamen Einsatz für die weltweite Mission aufgerufen. Das diesjährige Thema „Eins in Christus, vereint in der Mission" lade dazu ein, „über die grundlegende Aufgabe nachzudenken, die Einheit der Kirche in der Nachfolge Christi zu fördern", erklärte er in einer am Mittwoch veröffentlichten Videobotschaft. Zugleich würdigte der Papst den Einsatz jener, die den Weltmissionssonntag seit seiner Einführung vor 100 Jahren mitgetragen haben.
Leo XIV. verwies auf seinen persönlichen Bezug zum Weltmissionssonntag. Die Gebete und Spenden der Gläubigen hätten dazu beigetragen, seine Berufung zum Augustinermissionar vorzubereiten und später seine missionarische Tätigkeit in Peru sowie die Arbeit anderer Missionare weltweit zu unterstützen. Dafür sprach er den Unterstützern des Aktionstags seinen Dank aus.
Mit Blick auf das Jubiläum betonte der Papst zudem die Verantwortung jedes einzelnen Getauften für die Mission der Kirche. Jeder habe entsprechend seiner Berufung und seinen Gaben einen Beitrag zur Evangelisierung zu leisten. "Setzen wir uns alle, jeder entsprechend seiner Berufung und den empfangenen Gaben, für den großen Auftrag der Evangelisierung ein, die immer ein Werk der Liebe ist", so Leo XIV.
Papstbotschaft zum 100. Weltmissionssonntag im Wortlaut
Österreich sammelt für Äthiopien
Der Weltmissionssonntag ist die größte Solidaritätsaktion der katholischen Kirche. Die päpstlichen Missionswerke sammeln an diesem Tag weltweit für die soziale und pastorale Arbeit der Kirche in den ärmsten Diözesen. Papst Pius XI. hatte den „Sonntag der Weltmission" 1926 ins Leben gerufen.

Missio-Projektpartner Father Luan Trinh Kinh mit Binnenvertriebenen in Tigray © Simon Kupferschmied / Missio Österreich
In Österreich wird der Weltmissionssonntag am 18. Oktober sowie rund um diesen Termin vor allem in den Pfarren begangen, mit Äthiopien und der Krisenregion Tigray als Schwerpunkt. Die Päpstlichen Missionswerke (missio) stellen dafür Materialien für Gottesdienste und den Religionsunterricht zur Verfügung. Nationaldirektor Johannes Laichner versteht den Aktionstag als Einladung, „über den eigenen Kirchturm hinauszuschauen" und die weltweite Verbundenheit der katholischen Kirche sichtbar zu machen. Der Blick auf die Situation von Christen und Menschen in anderen Teilen der Welt könne auch die Kirche in Österreich bereichern.

Missio-Projektpartnerin Schwester Mary Joachim in Gode © Simon Kupferschmied / Missio Österreich
Festmesse im Linzer Mariendom
In Linz findet am 18. Oktober zum 100. Weltmissionssonntag im Mariendom eine Festmesse mit Bischof Manfred Scheuer und Missio-Nationaldirektor Johannes Laichner statt.
Ein wichtiger Teil der österreichweiten Aktivitäten ist alljährlich die missio-Jugendaktion. Dafür wurden heuer rund 460.000 Packungen fair gehandelter Schokoladepralinen sowie „Happy Blue Chips" produziert. Die Produkte werden im Rahmen der Aktion von Jugendlichen und Pfarren angeboten, die Spendenerlöse fließen dann in Hilfsprojekte in verschiedenen Ländern. Die Aktion soll damit die Auseinandersetzung mit weltkirchlichen Themen mit konkreter Unterstützung für Menschen in Not verbinden.
Laichner betont zugleich einen partnerschaftlichen Ansatz der Missionsarbeit. Die Unterstützung von missio richte sich nach den Angaben der Organisation an lokale Kirchen und Projektpartner, die ihre jeweiligen Bedürfnisse und Lösungsansätze am besten kennen. "Wir haben zwar finanzielle Ressourcen, aber die Ideen und Umsetzung kommt von den Projektpartnern vor Ort", sagte der missio-Nationaldirektor. Der Weltmissionssonntag verbinde damit Gebet und Spenden mit dem Anliegen, die Eigenständigkeit der Ortskirchen zu stärken.
Infos: www.missio.at/weltmissions-sonntag-2026







