Donnerstag 8. Oktober 2026

Internationaler Mädchentag: Bildung darf nicht verboten werden

2,6 Millionen Mädchen sind in Afghanistan von weiterführender Bildung ausgeschlossen, kritisiert Jugend Eine Welt zum Internationalen Mädchentag am 11. November 2026 und fordert: Bildung darf nicht verboten werden!

„2,6 Millionen Mädchen – ungefähr ein Viertel der Bevölkerung Österreichs – haben in Afghanistan laut UNICEF keinen Zugang zu weiterführender Schulbildung. Seit über fünf Jahren wird ihnen der Schulbesuch ab der siebten Klasse von den regierenden Taliban verboten. Afghanistan ist damit weltweit das einzige Land, in dem Mädchen und Frauen keinen Zugang zu weiterführender und höherer Bildung haben. Umso wichtiger sind daher alternative Bildungsangebote für verzweifelte Mädchen und Frauen, die wir von Jugend Eine Welt, dank engagierter Spenderinnen und Förderer, in Afghanistan ermöglichen", sagt Reinhard Heiserer, Geschäftsführer der österreichischen Entwicklungsorganisation Jugend Eine Welt, anlässlich des „Internationalen Mädchentages“ am 11. Oktober.

 

Im von Jugend Eine Welt und dem Wiener Verein AKIS geförderten Privatunterricht erhalten sie grundlegende schulische Bildung, die ihnen im regulären System von den Taliban derzeit verwehrt wird. © Jugend Eine Welt

 

Trotz Schulverbot: Mädchen lernen weiter

 

Zahra* ist eine von 55 Schülerinnen, die an einem von Jugend Eine Welt und dem Wiener Verein AKIS unterstützten alternativen Bildungsangebot regelmäßig teilnimmt. Die 14-Jährige besucht im Zuge des Privatunterrichts Fächer wie Englisch, Farsi und Mathematik und erhält damit eine grundlegende schulische Bildung, die ihr im regulären System von den Taliban derzeit verwehrt wird. „Der Unterricht vermittelt den Mädchen nicht nur Wissen. Er gibt ihnen auch Struktur und einen geregelten Alltag. Gerade in einer Zeit, in der sie kaum Möglichkeiten haben, zur Schule zu gehen, ist das besonders wichtig", so Heiserer. Gleichzeitig sei es im gegenwärtigen Umfeld essenziell, der jetzigen Generation Grundlagen zu vermitteln, die für ihr zukünftiges Leben wichtig seien. Ansonsten bleiben sie als ‚lost generation‘ zurück“, erklärt er den Grundgedanken des Projekts, das im Laufe der Jahre immer größeren Zulauf erfahren hat.

 

Für die Mädchen ist Bildung mehr als Unterricht

 

Denn die teilnehmenden Mädchen und jungen Frauen wissen, dass Projekte wie jene von Jugend Eine Welt die einzige Möglichkeit bieten, um wichtige Schuljahre nicht zu verpassen. Trotz meist schwieriger Lebensumstände sind die Schülerinnen hochmotiviert, zu lernen und ihre Zukunft selbst in die Hand zu nehmen. „Sie wollen sich weiterentwickeln. Sie wissen, dass Bildung der einzige Schlüssel für ein selbstbestimmtes Leben ist. Auch wenn das unter der Herrschaft der Taliban aktuell nicht möglich ist, geben sie den Traum nicht auf. Immer wieder erzählen uns Teilnehmerinnen, dass der Unterricht ihnen nicht nur Wissen, sondern auch Hoffnung zurückgibt“, berichtet ein Jugend Eine Welt-Projektpartner vor Ort, der aus Sicherheitsgründen anonym bleiben muss. Um die Kurse nicht zu gefährden, werden politische Inhalte vermieden.

 

Wenn Lehrerinnen weiter unterrichten, bleibt Bildung möglich

 

Das Projekt von Jugend Eine Welt und dem Kulturverein AKIS unterstützt aber nicht nur die Schülerinnen, sondern auch ehemalige Lehrerinnen. Alle waren bereits vor der Machtübernahme der Taliban im Jahr 2021 im öffentlichen Schulwesen tätig und verfügen über langjährige pädagogische Erfahrung. Die Lehrerinnen erhalten für ihre private Lehrtätigkeit monatliche Vergütungen sowie Lebensmittelpakete für ihre Familien. Somit wird ihr Lebensunterhalt gesichert, ihre pädagogischen Kompetenzen erhalten und die unterrichteten Mädchen erfahren weiterhin wichtige Schulbildung. „Wo Mädchen nicht lernen und Frauen nicht arbeiten dürfen, wachsen Abhängigkeit und Perspektivlosigkeit. Gerade in einer Situation, in der Mädchen und Frauen aus dem öffentlichen Leben gedrängt werden, ist es entscheidend, nicht wegzusehen. Gemeinsam mit unseren lokalen Partnern erhalten wir Bildungszugänge und schaffen konkrete Perspektiven. Denn jede Lehrerin, die weiter unterrichtet, und jedes Mädchen, das weiterlernen kann, sind ein wichtiger Hoffnungsschimmer und ein Zeichen dafür, dass Bildung auch unter schwierigsten Bedingungen möglich bleibt“, betont Heiserer. „Daher bitte ich Sie: Helfen Sie den Mädchen und Lehrerinnen mit Ihrer Spende Zukunftsperspektiven zu aufrechtzuerhalten.“

 

* Name zum Schutz der Person geändert

 

Online-Spenden unter www.jugendeinewelt.at/spenden

 

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