Bildungshaus Schloss Puchberg wird generalsaniert
Das Bildungshaus Schloss Puchberg im Norden von Wels wird seit 1953 als Bildungseinrichtung der Diözese Linz mit Seminar- und Beherbergungsbetrieb genutzt. Im Jahr 2025 wurden bei den 1798 Veranstaltungen 57.114 Besucher:innen gezählt.
Neben dem im 16. Jahrhundert erbauten Schloss Puchberg, in dem die Veranstaltungen stattfinden, gibt es am Gelände ein Ensemble an Gebäuden, die aus den 1960er-, 1970er- und 1980er-Jahren stammen. Bereits im Jahr 2015 wurde ein Architekturwettbewerb ausgeschrieben, den das Projekt des Büros Architektinnen Schremmer-Jell ZT GmbH aus Linz für sich entscheiden konnte. Ziel der Neugestaltung ist es, die Bestandsbauten sowie die neuen Gebäude zu einem zukunftsfähigen Ganzen zu gestalten.
Die Arbeiten starten Ende September 2026 und finden in den kommenden Jahren bei laufendem Seminarbetrieb statt.
Die Arbeiten an den Gebäuden erfolgen in drei Etappen:
- 2026/2027: Bauetappe 1 – Errichtung eines Zubaus für Küche und Speisesaal (beide sind für heutige Verhältnisse zu klein dimensioniert und entsprechen nicht mehr den Standards), Anbindung an den Bettentrakt, Installation der Kühltechnik und Lüftung sowie Verlegung der Anlieferungszufahrt
- 2028 – 2031: Bauetappe 2 und 3: Umbau der Rezeption, Verlegung der Büroräumlichkeiten, sowie Generalsanierung des Personalhauses, in dem der derzeitige große Speisesaal untergebracht ist, Errichtung weiterer Gästezimmer sowie Generalsanierung der bestehenden Gästezimmer, Abriss der aktuellen Küche, die direkt an das Schloss angebaut ist
Die Kosten der ersten Bauetappe betragen rund 6,7 Millionen Euro und werden vor allem von der Diözese Linz und dem Land Oberösterreich getragen. Bauherren sind die Diözesane Immobilienstiftung als Grundeigentümerin sowie das Bildungshaus Schloss Puchberg als Pächter.

v. l.: Johannes Lettner (Diözesane Immobilienstiftung), Bischofsvikar Johann Hintermaier, Architektin Gerhild Schremmer, Bürgermeister von Wels Andreas Rabl, Bildungsreferentin Christine Haberlander, stv. Leiterin Schloss Puchberg Gabriele Hofer-Stelzhammer, Leiter Christoph Burgstaller, Bischof Manfred Scheuer, Ökonom Reinhold Prinz, Leiter des Bereichs Bildung & Kultur Andreas Kaltseis, Gerhard Taferner (Baumeister, Gf. Gesellschafter Taferner Baumanagement GMBH) und Manfred Eckerstorfer (Baumeister und Bauleiter Hochbau Kapl Bau). / Bildungshaus Schloss Puchberg - Magdalena Bartak
Start der Bauarbeiten im Herbst 2026
Am 29. September 2026 erfolgte mit dem Spatenstich für den knapp 1140 Quadratmeter großen Zubau mit Anbindung an den Bettentrakt der Start der Bauarbeiten für die 1. Bauetappe. Als Teilnehmer:innen vor Ort konnten der Leiter des Bildungshauses Schloss Puchberg, Mag. Christoph Burgstaller, sowie die stv. Leiterin und Bildungsreferentin des Bildungshauses, Dipl.-Päd.in Gabriele Hofer-Stelzhammer, MA, Bischof Dr. Manfred Scheuer, LH-Stv. Bildungslandesrätin Christine Haberlander, den Welser Bürgermeister Dr. Andreas Rabl, die Architektin DIin Gerhild Schremmer sowie Dr. Johann Hintermaier, Bischofsvikar für Bildung, Kunst und Kultur, Mag. Johannes Lettner, Geschäftsführer Diözesane Immobilienstiftung, Ing. Gerhard Taferner, Baumeister, Gf. Gesellschafter Taferner Baumanagement GMBH und Manfred Eckerstorfer, Baumeister und Bauleiter Hochbau Kapl Bau begrüßen. „Der Umbau schafft die Voraussetzungen dafür, dass Puchberg auch in Zukunft ein offenes und einladendes Haus für viele Menschen sein kann“, betonte der Bischof im Rahmen des Spatenstichs. Und er werde der Bildungsstadt Wels zusätzlichen Schwung verleihen, ergänzte Bürgermeister Andreas Rabl.
Neuer Zubau verbindet Historisches mit Zeitgemäßem
Bei der Planung des neuen Gebäudes wurde auf Umwelt- und Klimaverträglichkeit geachtet. Die Hybridbauweise mit sichtbaren Holztragkonstruktionen verbindet ressourcenschonendes Bauen mit einer warmen, natürlichen Atmosphäre. Materialien und Farbtöne des angebundenen Bestandsgebäudes werden im Farb- und Materialkonzept aufgegriffen und zeitgemäß weitergeführt. Der neue Zubau trete somit in einen bewussten Dialog mit dem historischen Bestand und setze einen zeitgenössischen Akzent, sagte Architektin Gerhild Schremmer.
Das neue Gebäude passt sich auch in die Topografie ein. Jener Teil, der die Küche beinhaltet, wird in den bestehenden Hang hineingebaut, daraus ergibt sich im Sommer ein kühlender, im Winter ein wärmender Effekt. Die begrünten und begehbaren Dächer werden als Teil der Landschaft gestaltet und erweitern den Außenraum.
Der neue Speisesaal mit seinen Terrassen orientiert sich zum Teich und schafft einen besonderen Ort mit großzügigem Ausblick und hoher Aufenthaltsqualität.
„So entwickeln wir schöpfungsverantwortlich weiter, was in den vergangenen 73 Jahren in dem Bildungshaus so wunderbar gewachsen ist“, freut sich Bildungshaus-Leiter Christoph Bugstaller über die Weiterentwicklung des Hauses. Durch die Neugestaltung „wird die Bedeutung von Schloss Puchberg für die Region und weit darüber hinaus nachhaltig gestärkt“, zeigte sich Landeshauptmann-Stellvertreterin Bildungslandesrätin Christine Haberlander überzeugt.
Alle Statements im Wortlaut:
Statement von Dr. Manfred Scheuer
Bischof der Diözese Linz
Der heutige Spatenstich ist ein wichtiges Zeichen für die Zukunft des Bildungshauses Puchberg. Ein Bildungshaus ist mehr als ein Gebäude. Es ist ein lebendiger Ort der Begegnung, des Lernens, der persönlichen intellektuellen, kreativen und spirituellen Auseinandersetzung. Damit ein solcher Ort seine Aufgaben auch künftig erfüllen kann, braucht er entsprechende Rahmenbedingungen.
Puchberg steht seit Jahrzehnten für einen fruchtbaren Dialog zwischen Kirche und Gesellschaft. Hier werden Fragen unserer Zeit aufgegriffen, hier kommen Menschen mit unterschiedlichen Erfahrungen und Überzeugungen miteinander ins Gespräch. Dieses Wechselspiel von außen nach innen und von innen nach außen bereichert Kirche und Gesellschaft gleichermaßen.
Der Umbau schafft die Voraussetzungen dafür, dass Puchberg auch in Zukunft ein offenes und einladendes Haus für viele Menschen sein kann.
Statement von Mag.a Christine Haberlander
Landeshauptmann-Stellvertreterin, Bildungslandesrätin des Landes Oberösterreich
Schloss Puchberg ist seit vielen Jahren ein wichtiger Ort der Bildung, der Begegnung und des Austauschs. Umso mehr freut es mich, dass jetzt die nächsten Schritte gesetzt werden, um das Haus weiterzuentwickeln. Mit der Neugestaltung entstehen moderne und zeitgemäße Rahmenbedingungen für die vielen Menschen, die hier lernen, arbeiten und miteinander ins Gespräch kommen. Gleichzeitig bleibt Schloss Puchberg ein Ort, an dem Werte vermittelt, Gemeinschaft gelebt und Orientierung gegeben wird. Es ist schön zu sehen, dass in diesen besonderen Ort investiert wird. Bildung hat für uns in Oberösterreich einen hohen Stellenwert – deshalb schaffen wir als Land die bestmöglichen Rahmenbedingungen dafür und wird die Bedeutung von Schloss Puchberg für die Region und weit darüber hinaus nachhaltig gestärkt.
Statement von Dr. Andreas Rabl
Bürgermeister der Stadt Wels
Im grünen Norden von Wels betreibt die Diözese Linz seit rund sieben Jahrzehnten ihr Bildungshaus. Gäste aus ganz Österreich und dem Ausland schätzen seit jeher das besondere Ambiente im Schloss Puchberg: So können etwa Kurseinheiten bei Schönwetter kurzerhand im wunderschönen Park stattfinden, oder man lässt die Seminartage spontan bis spät am Abend in der legendären „Roten Bar“ ausklingen. Besonders bei mehrtägigen Veranstaltungen bietet es sich an, in der Freizeit unsere historische Innenstadt mit ihren zahlreichen Geschäften und Gastrobetrieben aufzusuchen. Die nunmehrige Sanierung der Schloss-Anbauten aus den 1960er- bis 1980er-Jahren wird diesem wichtigen Bestandteil der Bildungsstadt Wels zusätzlichen Schwung verleihen.
Statement von DIin Gerhild und DIin Ute Schremmer
Architektinnen und Geschäftsführerinnen der Schremmer-Jell ZT GmbH
Das Bauen im denkmalgeschützten Bestand ist für uns eine besonders spannende architektonische Aufgabe. Es geht darum, die Qualitäten und die Geschichte eines Ortes zu erkennen, zu bewahren und zugleich sensibel weiterzuschreiben. Der neue Zubau tritt dabei in einen bewussten Dialog mit dem historischen Bestand und setzt einen zeitgenössischen Akzent. Als atmosphärischer Speisesaal wird er zugleich zu einem neuen Treffpunkt im Areal. In Puchberg verwebt sich der Zubau mit der bestehenden Topografie und führt die Landschaft architektonisch weiter.
Statement von Mag. Christoph Burgstaller
Leiter des Bildungshauses Schloss Puchberg
Baustellen sind Zeichen der Hoffnung!“: So drückt es Abt Martin Werlen aus. In Puchberg wird kräftig investiert: Die Erneuerung unserer Küche, des modernen Speisesaals, unseres zukünftigen Schlosscafés, der Zimmer, der Rezeption und der Büroräume stehen an. Wir freuen uns auf die Weiterentwicklung, damit Puchberg auch zukünftig Anziehungspunkt ist, gute Impulse setzen wird und Strahlkraft hat! So entwickeln wir schöpfungsverantwortlich weiter, was in den vergangenen 73 Jahren in dem Bildungshaus so wunderbar gewachsen ist – damit viele Begegnungen, die begeistern, möglich sind.
Statement von Dr. Johann Hintermaier
Bischofsvikar für Bildung, Kunst und Kultur
Beim Spatenstich haben viele symbolisch eine Schaufel in der Hand. Jesus ist in der Kunstgeschichte manchmal mit einer Schaufel dargestellt, weil Maria Magdalena den auferstandenen Jesus für den Gärtner hielt. Möge das, was hier gebaut wird, immer auf der Botschaft Jesu aufbauen und diese hoffnungsvolle Botschaft die Menschen im Bildungshaus bereichern.
Das Bildungshaus Schloss Puchberg in Wels
Das kirchliche Bildungshaus Schloss Puchberg im Norden von Wels ist seit über 70 Jahren ein wichtiges Zentrum der katholischen Erwachsenenbildung in Oberösterreich. Seit 1953 wird es als Bildungseinrichtung der Diözese Linz mit Seminar- und Beherbergungsbetrieb genutzt. Gemessen an der Zahl der Kursteilnehmenden und der Bildungsangebote ist Puchberg das größte kirchliche Bildungshaus Österreichs. Das Leitwort „Begegnung, die begeistert“ hat Strahlkraft: Im Jahr 2025 wurden bei fast 1.800 Veranstaltungen 57.114 Besucher:innen gezählt. Mit seinem vielfältigen Programm bietet das Haus Raum für Begegnung, Bildung, Kultur und Spiritualität und greift zentrale Fragen des Lebens und der Gesellschaft auf.
Das Renaissanceschloss wurde ab 1595 erbaut und zuletzt 2002 erweitert. Das besondere Ambiente ergibt sich aus sechs Jahrhunderten Architekturgeschichte: Renaissance, Barock, Rokoko, Klassizismus, moderne Sachlichkeit und gegenwärtige Glasarchitektur. Durch die Erweiterungsbauten von 2002 ist eine Gesamtgestalt entstanden, die das Bildungsprogramm auch architektonisch abbildet. Neben dem im 16. Jahrhundert erbauten Schloss Puchberg, in dem die Veranstaltungen stattfinden, gibt es am Gelände ein Ensemble an Gebäuden, die aus den 1960er-, 1970er- und 1980er-Jahren stammen.







