Neues Mural am St. Barbara Friedhof gegen Gewalt an Zivilist:innen
Anlässlich des 40-jährigen Jubiläums der Friedensstadt Linz haben Julia Heinisch und Frederic Sontag ein aufrüttelndes Mural gestaltet, um auf die schrecklichen Folgen von Bombenangriffen auf die Zivilbevölkerung aufmerksam zu machen. Es unterstützt damit die Kampagne „Stop Bombing Civilians“ der Hilfsorganisation Handicap International (HI). Das Wandgemälde kann ab sofort am Linzer St.Barbara Friedhof im Bereich der Weltkriegsgedenkstätten besichtigt werden.

V. l.: Friedhofsverwalter Clemens Frauscher, Bürgermeister Dietmar Prammer, Künstlerin Julia Heinisch, Inez Kipfer-Didavi (Handicap International Deutschland), Künstler Frederic Sontag und Johannes Kainzbauer, Landesgeschäftsführer des Österreichischen Schwarzen Kreuzes © Stadt Linz / Michael Dworschak
Am Internationalen Tag des Friedens präsentierten Bürgermeister Dietmar Prammer und Dr.in Inez Kipfer-Didavi, Geschäftsführerin von Handicap International Deutschland, das Mural, beide betonten die verheerenden Folgen von Explosivwaffen gegen Zivilist:innen in kriegerischen Auseinandersetzungen. „Die Stadt Linz engagiert sich in ihrer Rolle als Friedensstadt seit 1986 aktiv für den Frieden. Die Friedenserklärung wird jährlich aktualisiert und im Gemeinderat beschlossen. Leider erinnern uns Nachrichten aus aller Welt täglich an die verheerenden Folgen von Kriegen für die Zivilbevölkerung. Ich halte dieses zeitgenössische Kunstwerk für sehr wichtig und gerade in Verbindung mit der bewussten Wahl des Ortes für absolut notwendig und gelungen“, betonte Prammer.
„Die Auswirkungen von Explosivwaffen in Wohngebieten sind verheerend. 90 Prozent der Opfer stammen aus der Zivilbevölkerung. Wir wollen mit unserer Kampagne ‚Stop Bombing Civilians‘ dazu aufrufen, dass menschenverachtende Bombardierungen der Zivilbevölkerung beendet werden müssen. Außerdem ist es dringend geboten, dass sich die internationale Staatengemeinschaft mehr für die Opfer und für die Räumung von Blindgängern in bombardierten Gebieten einsetzt“, erklärte Kipfer-Didavi.
„Unser Mural an der Wand des Barbara-Friedhofs ist allein durch die Einladung an diesen Ort mehr als nur eine dekorative Wandmalerei. Als Teil einer Gedenkstätte verbindet es einen historisch geprägten Ort mit der Gegenwart. Mit ‚Stop Bombing Civilians‘ richtet sich die Arbeit gegen Gewalt an Zivilist:innen – bewusst ohne Bezug auf einen konkreten Konflikt, ein Land, eine Ethnie oder Religion. Die künstlerische Abstraktion schafft Raum für persönliche Identifikation und lädt dazu ein, die Verbindung zwischen Geschichte und Gegenwart selbst zu hinterfragen“, sagten Julia Heinisch und Frederic Sontag.
Über die Kampagne „Stop Bombing Civilians“
Explosivwaffen in Wohngebieten haben verheerende Auswirkungen. Explosivwaffen töten oder verletzen jedes Jahr zehntausende Zivilist:innen weltweit, hinterlassen verwüstete Städte in der Ukraine, im Irak, in Afghanistan, Syrien oder Jemen, im Sudan und im Gazastreifen, führen zu starken psychologischen Traumata, zu Vertreibung und Verarmung der Bevölkerung, zerstören lebensnotwendige Infrastrukturen und zerrütten das soziale und wirtschaftliche Gefüge. Wenn Explosivwaffen in bewohnten Gebieten eingesetzt werden, sind 90 Prozent der Opfer Zivilist:innen. Besonders die Flächenwirkung vieler Explosivwaffen macht ihren Einsatz in Wohngebieten verhängnisvoll. Im Jahr 2025 waren Zivilist:innen in mindestens 65 Ländern und Gebieten von Explosivwaffeneinsätzen betroffen.
Über Handicap International e.V.
Handicap International (HI) ist eine gemeinnützige Organisation für Nothilfe und Entwicklungszusammenarbeit, die in rund 60 Ländern aktiv ist. Die Organisation setzt sich für eine solidarische und inklusive Welt ein. Ziel ist es, langfristig die Lebensbedingungen für Menschen mit Behinderung zu verbessen und diejenigen zu unterstützen, die besonderen Schutz benötigen. Außerdem engagiert sich HI uns für eine Welt ohne Minen und Streubomben sowie für den Schutz der Zivilbevölkerung im Krieg. HI ist Co-Preisträgerin des Friedensnobelpreises von 1997.
Über VIDEO.SCKRE
VIDEO.SCKRE ist ein seit 2018 gemeinsam arbeitendes Künstler:innenduo, bestehend aus Julia Heinisch (*1990, Linz) und Frederic Sontag (*1988, Ludwigsburg), das nationale und internationale Projekte im Bereich der zeitgenössischen Kunst und Wandmalerei realisiert. Heinisch studierte Kunstgeschichte an der Universität Wien und Bildende Kunst an der Kunstuniversität Linz. Sontag absolvierte eine Ausbildung zum Theatermaler. In ihrer künstlerischen Suche verstehen die beiden die Natur als Sanatorium: Ihre Formen, Strukturen und ihr ständiger Wandel bilden die Grundlage für eine spielerische Auseinandersetzung mit Wahrnehmung und Wirklichkeit. Neugier und Freestyle sind dabei zentrale Werkzeuge. Im Zusammenspiel eröffnen sie einen undefinierten Raum, in dem sich Beobachtung, Intuition und Experiment verbinden.

Julia Heinisch und Frederic Sontag sind VIDEO:SCKRE © Stadt Linz / Michael Dworschak
VIDEO.SCKRE hat auch bereits Murals an den Außenmauern des St. Barbara Friedhofs realisiert.
Über die Friedensstadt Linz
Die Vereinten Nationen (UNO) haben das Jahr 1986 zum Friedensjahr erklärt. Dieses Friedensjahr zum 40-jährigen Bestehen der UNO und die Erfahrungen der Linzer Bevölkerung im Zweiten Weltkrieg durch Bombenangriffe und andere Kriegshandlungen, waren Anlass für den Gemeinderat der Stadt Linz, Friedensarbeit und Friedensengagement als Bestandteil der Kommunalpolitik wahrzunehmen. In einer Erklärung des Linzer Gemeinderats 1986 hat sich „Linz als Friedensstadt“ zu einer aktiven Friedenspolitik und zur Sicherung und Erhaltung des Friedens in der Welt bekannt. Am 22. Oktober 1987 wurde dieses Bekenntnis durch die Deklaration „Linz als Friedensstadt“ in einem einstimmigen Gemeinderatsbeschluss gefestigt. Diese Friedenserklärung wird jährlich angepasst und vom Gemeinderat erneut beschlossen. Der Linzer Bürgermeister ist darüber hinaus Mitglied der „Mayors for Peace“, eine von Hiroshima ausgehende, weltweite Initiative von Städten, die sich der Friedensarbeit und der atomaren Abrüstung verschrieben haben.







