Frauenkraftweg eröffnet: Eine Reise zu inspirierenden Frauen und zu sich selbst
Der rund 86 Kilometer lange Rundweg führt entlang des Inns, durch die sanfte Hügellandschaft des Sauwaldes sowie durch Wälder und idyllische Bachlandschaften. Immer wieder eröffnen sich beeindruckende Ausblicke auf die Natur- und Kulturlandschaft der Region. Kapellen, Kraftorte und kulturell bedeutsame Stätten säumen den Weg und laden zum Innehalten, Nachdenken und Krafttanken ein. Insgesamt umfasst der Frauenkraftweg elf Stationen und ist als etwa dreieinhalbtägige Pilgerwanderung konzipiert. Er verbindet die Schönheit der Landschaft mit Geschichten, Inspirationen und Impulsen rund um Frauen, ihre Lebenswege und ihre Stärke. Damit schafft der Frauenkraftweg ein besonderes Angebot für alle, die auf der Suche nach Erholung, Orientierung, Gemeinschaft oder spiritueller Vertiefung sind.

Eröffnung des Frauenkraftweg: v.l.: Hermine Hofinger, Andrea Dirmhirn, Andrea Reisinger, Maria Wollersberger, Pfarrer Edi Bachleitner, Elisabeth Seyfried, Elke Liebl, Paula Hintringer und Edith Hofinger. / © Stephanie Hofinger-Eder
Aus dem Wunsch heraus, Pilgern direkt vor der eigenen Haustür erlebbar zu machen, entstand die Idee zum Frauenkraftweg in der Region Schärding. Den Anstoß dazu gab eine Pilgerbegleiterausbildung der Diözese Linz in den Jahren 2022/23, in deren Rahmen eine mehrtägige Pilgerwanderung als Abschlussarbeit konzipiert werden sollte. Die Initiatorin Maria Wollersberger erkannte dabei das große Potenzial der Region: Der Bezirk Schärding und die angrenzenden bayerischen Gemeinden bieten eine abwechslungsreiche und landschaftlich reizvolle Kulisse mit Flusslandschaften, sanften Hügeln und zahlreichen spirituellen Kraftorten. Besonders die Fatima-Kapelle in Schardenberg, ein beliebter Wallfahrtsort, war ein wichtiger Ausgangspunkt für die Überlegungen. So entwickelte sich Schritt für Schritt die Vision eines Pilgerwegs, der Naturerlebnis, Spiritualität und die inspirierenden Geschichten starker Frauen miteinander verbindet.
Auf den Spuren starker Frauen
Ein besonderes Merkmal des Frauenkraftwegs sind die Frauenpersönlichkeiten, deren Geschichten die Pilgerinnen und Pilger entlang des Weges begleiten. Für Initiatorin Maria Wollersberger stehen dabei Frauen im Mittelpunkt, die bis heute durch ihren Glauben, ihren Mut und ihre Lebenshaltung inspirieren. „Diese Frauen können uns Orientierung geben und zeigen, wie Vertrauen, Nächstenliebe und innere Stärke auch in schwierigen Zeiten gelebt werden können“, betont Wollersberger.
Zu den wichtigsten Wegbegleiterinnen zählt die Gottesmutter Maria, der sowohl das Glasbild in der „Sei friedlich in allen Dingen“-Kapelle in Allerding als auch die Fatima-Kapelle in Schardenberg gewidmet sind. Maria werde vielfach als Fürsprecherin, Mutter und Helferin in der Not wahrgenommen, erklärt Wollersberger. In der Filialkirche Pfaffing begegnen Pilgerinnen und Pilger der heiligen Katharina, Patronin der Frauen, Gelehrten und Suchenden. Sie wird für ihre tiefe Spiritualität sowie ihren Einsatz für Arme und Kranke verehrt.

Die Initiatorin des Frauenkraftweges Maria Wollersberger. / © Diözese Linz / Andrea Reisinger
Auch die heilige Theresia von Lisieux spielt auf dem Frauenkraftweg eine wichtige Rolle. Die der Heiligen geweihte Kapelle mit Kreuzweg in Königsedt bei Kopfing erinnert an ihren „kleinen Weg“ des Vertrauens und der Liebe im Alltag. „Theresia zeigt uns, dass oft die kleinen Schritte und Gesten eine große Wirkung entfalten können“, so Wollersberger. Eine besondere Verbindung zur Region schafft darüber hinaus die selige Tuta von Vornbach, die als Gründerin des Klosters Suben bis heute in der regionalen Geschichte verankert ist. Ihre Lebensgeschichten verleihen dem Frauenkraftweg zusätzliche Tiefe und machen ihn, wie Wollersberger betont, „zu einer Reise, die weit über das Wandern hinausgeht“.
Ein Weg, der Mut macht
Der Weg von der Idee bis zur Umsetzung brachte auch einige Herausforderungen mit sich. So sei es laut Maria Wollersberger nicht immer einfach gewesen, die Tagesetappen so zu planen, dass entlang der Strecke passende Übernachtungsmöglichkeiten zur Verfügung stehen. Auch die Zustimmung der betroffenen Grundbesitzer einzuholen, habe mitunter viel Zeit und Überzeugungsarbeit erfordert. Umso mehr habe sie sich über die Unterstützung in der Region gefreut: „Das Entgegenkommen der Gemeinden und der Verantwortlichen bestehender Wanderwege war groß und hat wesentlich zum Gelingen des Projekts beigetragen.“ Besonders beeindruckt zeigte sich Wollersberger von der Begeisterung der Mitglieder des Vereins Frauenkraftweg. „Ob bei der Beschilderung, der Werbung oder Veranstaltungen, überall waren Menschen mit großem Engagement dabei“, betont sie.

v.l.: Edith Hofinger, Elisabeth Seyfried, Hermine Hofinger, Maria Wollersberger, Paula Hintringer und Elke Liebl / © Diözese Linz / Andrea Reisinger
Der Frauenkraftweg richtet sich an alle, die gerne pilgern, Ruhe suchen und sich Zeit für persönliche Reflexion nehmen möchten. Ein besonderes Anliegen ist der Initiatorin jedoch, Menschen anzusprechen, die an sich selbst zweifeln oder sich nicht trauen, ihre Träume und Ziele zu verwirklichen. Die Geschichten und Vorbilder entlang des Weges sollen Mut machen und neue Perspektiven eröffnen. „Die Beispiele am Weg zeigen, dass aus einer Idee oder einem Traum etwas Großes entstehen kann, nicht nur für einen selbst, sondern auch für andere“, so Wollersberger. Damit versteht sich der Frauenkraftweg nicht nur als Pilgerroute, sondern auch als Einladung, den eigenen Lebensweg mit Zuversicht und Vertrauen zu gehen.
Portal pilgern.at macht Österreich als Pilgerland sichtbar
Österreich ist Pilgerland: Das verdeutlicht das neue Portal www.pilgern.at, das am 7. Juli 2026 online gegangen ist. Das Webportal bündelt rund 100 Pilgerwege, die ein Netz von rund 30.000 Kilometern Länge über ganz Österreich spannen. Neben Informationen zu Wegführung, Länge, einzelnen Etappen und Schwierigkeitsgraden der jeweiligen Wege bietet das Portal Interessierten auch die Möglichkeit, sich mit Pilgerbegleiterinnen und Pilgerbegleitern zu vernetzen und einen kostenlosen "digitalen Pilgerpass" zu aktivieren.
Die nahezu 100 auf der Website verzeichneten und mit einer praktischen Kartenansicht auffindbaren Wege bestehen aus insgesamt fast 800 Etappen, die ebenfalls kurz beschrieben und mit Kartenmaterial versehen sind. Zudem finden sich laufend aktuelle Nachrichten zum Thema Pilgern in Österreich auf der Seite sowie Tipps und Anregungen für gelingende Pilgerreisen. Pilgerbegleiterinnen und Pilgerbegleiter können sich dort außerdem kostenlos registrieren und ihre Angebote unterbreiten.
Geplant ist künftig auch noch eine Erweiterung um wichtige Punkte auf den Wegstrecken wie Kirchen samt den nächsten Gottesdiensten, Kapellen oder anderen Sehenswürdigkeiten. Auch der Bereich der geistlichen Impulse soll weiter ausgebaut werden, hieß es seitens der Initiatoren.







