Monday 5. October 2026

Erntedank 2026: Bischof Manfred Scheuer ruft zu Solidarität auf

Das Erntedankfest steht im Jahr 2026 im Zeichen des Klimawandels und der anhaltenden Trockenheit. Angesichts der zum Teil dramatischen Situation in der Landwirtschaft ruft Bischof Manfred Scheuer zu Solidarität auf.

Die katholische Kirche feiert beim Erntedankfest, das in den Pfarren und Pfarrgemeinden zumeist zwischen Ende September und Anfang Oktober gefeiert wird, den Dank an Gott für die Gaben der Schöpfung, insbesondere für Nahrung, Natur und menschliche Arbeit. Angesichts des Klimawandels erhält es eine neue Aktualität. Die sommerliche Dürreperiode hat gezeigt, dass nichts selbstverständlich ist: Felder trockneten aus, Wiesen brachten zu wenig Futter hervor, Hausgärten verdorrten, Bäche und Flüsse führten kaum noch Wasser, in der Landwirtschaft kam es zum Teil zu dramatischen Ernteeinbußen. Damit stellt sich die Frage: Wofür danken wir heuer?

 

Erntedank 2026 – Solidarität in Zeiten der Dürre

Die Erntekrone stellt das zentrale Element des Erntedankfestes dar. © Diözese Linz / Frauenkommission / Laurenz Kaiser

 

Bischof Scheuer: „Hinter den Zahlen stehen Menschen“

 

„Wenn wir heute Erntedank feiern, dann tun wir das heuer mit anderen Gefühlen als in vielen Jahren zuvor“, betont Bischof Manfred Scheuer. Hinter Zahlen und Berichten über die Dürre würden Menschen stehen: „Bäuerinnen und Bauern, die vor ganz schwierigen Situationen stehen“, sagt der Bischof. „Es sind nicht nur die ausgetrockneten Felder, es sind nicht nur die Ernteeinbußen. Es ist auch ein Ringen um die wirtschaftliche Zukunft, die Sorge, wie es in den nächsten Jahren weitergehen wird, welche Entwicklungen absehbar sind, welche nicht.“

 

Die Arbeit der Landwirtinnen und Landwirte gehöre zu den grundlegenden Diensten für das Gemeinwohl, so der Bischof. „Menschen, die täglich mit Boden, Pflanzen, Tieren und Wäldern arbeiten, entwickeln ein feines Gespür für die Schöpfung. Sie lernen zu beobachten, zu warten und die Zeichen der Natur ernst zu nehmen.“ Diese Erfahrung sei ein wertvoller Schatz, den unsere Gesellschaft braucht. „Bäuerinnen und Bauern sorgen für Nahrung, pflegen die Kulturlandschaft und tragen Verantwortung für einen Lebensraum, den viele Menschen als selbstverständlich erleben. Dafür verdienen sie Anerkennung und Wertschätzung.“

 

Erntedank in der Pfarrkirche von Spital am Pyhrn.

Gaben zu Erntedank: Auch in Oberösterreich gab es heuer für zahlreiche Bauern Ernteeinbußen.  © Diözese Linz / Jack Haijes

 

Für Bischof Manfred Scheuer reicht Dankbarkeit allein allerdings nicht aus. „Erntedank ruft auch zur Solidarität auf“, sagt er. „Dankbar zu sein heißt, die Arbeit der Menschen wertzuschätzen, die unsere Lebensmittel erzeugen. Dankbar zu sein heißt, Verantwortung für die Schöpfung zu übernehmen. Dankbar zu sein heißt auch, jene nicht allein zu lassen, die unter den Folgen von Trockenheit und Klimaveränderungen besonders leiden. Dankbar zu sein heißt, dem auch mit dem eigenen Konsumverhalten Rechnung zu tragen.“ Daher ruft der Bischof auch dazu auf, regionale Produkte zu kaufen, um solidarisch mit der heimischen Landwirtschaft zu handeln.

 

Mehr Bewusstsein für die Herausforderungen der Bauern entwickeln

 

Bauern und Bäuerinnen seien meist die ersten, die Veränderungen in der Natur direkt erleben und erfahren. Sie seien es auch, die wie kaum ein anderer Berufsstand zu Flexibilität und zu Innovation gezwungen seien, sagt der Bischof. Für diese Herausforderung brauche es ein verstärktes gesellschaftliches Bewusstsein und bestmögliche Unterstützung von der öffentlichen Hand.

„Bäuerinnen und Bauern können aber auch mit Selbstbewusstsein und Stolz auf das blicken, was angesichts der klimatischen Veränderungen im Bereich der Land- und Forstwirtschaft an Anpassung und Umstieg bereits gelungen ist, um ihren Aufgaben in der Lebensmittelproduktion und Kulturlanderhaltung nachzukommen“, so Bischof Manfred Scheuer abschließend.

 

Erntedank im Mariendom

 

Das traditionelle Erntedankfest der Linzer Pfarrgemeinde Mariendom, der Landwirtschaftskammer OÖ und der oberösterreichischen Bäuerinnen und Bauern findet am Sonntag, dem 20. September 2026, statt. Der Festgottesdienst mit Bischof Manfred Scheuer beginnt um 10.00 Uhr im Mariendom Linz. Musikalisch gestaltet wird die Messe vom Bäuerinnen-Chor des Bezirks Linz-Land sowie dem Bauernchor aus Micheldorf. Im Anschluss, zwischen 11.00 und 15.00 Uhr, werden auf dem Domplatz beim Schmankerl-Markt bäuerliche Produkte aus Oberösterreich angeboten.

 

Informationen zum Erntedank, dessen Geschichte und Symbolik unter www.dioezese-linz.at/erntedank

 

 

Schöpfungszeit – Schöpfungsverantwortung

 

Erntedank erinnert daran, dass der Mensch Teil der Schöpfung ist und sorgsam mit ihr umgehen muss. Das wird auch in der Schöpfungszeit verdeutlicht. Diese beginnt am 1. September, dem Tag der Schöpfung, und endet am 4. Oktober, dem Gedenktag des heiligen Franziskus. Während dieser Zeit finden österreichweit themenbezogene Veranstaltungen, Gottesdienste und Aktionen zum Thema Umwelt- und Klimaschutz statt.

 

Mehr Informationen zur Schöpfungszeit unter www.dioezese-linz.at/schoepfungszeit

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