Kirche beim Ars Electronica Festival 2026
Der Mariendom war am Mittwoch, 9. September, erneut Schauplatz der offiziellen Festival-Eröffnung. Der kostenlos zugängliche Abendevent vor und in Österreichs größter Kathedrale verband klassische Orchesterkultur mit zeitgenössischen Technologien.
Noch während des gesamten Festivals ist die Klanginstallation „Holy Echo: Clair de Lune" des japanischen Soundkünstlers evala zu sehen. Sie geht von der Idee aus, dass ein Raum sakral wird, wenn ein außergewöhnliches akustisches Feld die menschliche Wahrnehmung neu ordnet.
In dieser extra für den Dom geschaffenen Performance nutzt evala das räumliche Soundsystem von „Holy Echo", um die Architektur des Doms klanglich aufzulösen und in eine fließende, jenseitige Welt zu verwandeln, die Zeit und Raum überwindet.
Donnerstag & Freitag: 10.00 bis 17.30 Uhr
Samstag & Sonntag: 12.30 bis 17.30 Uhr
Information zum AEC-Erlebnis im Mariendom

Raumperformance im Mariendom durch den japanischen Soundkünstler evala © Susumu Kunisaki
Kunstinstallation in der Ursulinenkirche
Im Kirchenraum der Ursulinenkirche hängen im Rahmen des AEC Festivals von 9. bis 13. September drei fleischfarbene Gebilde der mexikanischen Künstlerin Berenice Olmedo von der Decke. Sie leuchten schummrig und pulsieren langsam. Das dazugehörige Geräusch der Elektromotoren klingt wie beruhigender Atem im großen barocken Kirchenraum.

Künstlerin Berenice Olmedo fragt mit ihrer Kunst, was es bedeutet Leben mithilfe von Technologie aufrechtzuerhalten. © Diözese Linz / Angelika Stummer
Weitere Informationen zur Kunstinstallation
FESTIVAL WALK führt durch Kirchen zur KU
Bereits am 8. September 2026 wird im Rahmen des Pre-Opening Walks auch der FESTIVAL WALK eröffnet. Dieser startet am OK-Platz und führt unter anderem auch durch die Krypta der Karmelitenkirche, zu den Gängen und Kapellen des Priesterseminars und zu den Elisabethinen. Über das Francisco Carolinum führt der Festivalparcours weiter zum BRG Fadingerstraße und zur Katholischen Privat-Universität Linz (KU).
In der Priesterseminarkirche zeigt die Mediengruppe Bitnik die Video-Installation „Qwen Stefani Against Tech-Fascism". Die Arbeit setzt sich mit der Macht von Algorithmen und autoritären Entwicklungen auseinander. Bitnik greift dabei die Idee des während des Zweiten Weltkriegs verbreiteten „Feldhandbuchs zur einfachen Sabotage" auf und überträgt sie auf den Umgang mit algorithmischen Systemen.
Im Festsaal der Elisabethinen zeigt der kolumbianische Künstler Paolo Almario „Marmelade". Aus Etiketten kolumbianischer Höchstrichter entstehen Mosaike, deren Teile nach und nach von einem Plotter entfernt werden. Die Arbeit verweist auf den in Kolumbien verwendeten Begriff „mermelada" für die Verteilung politischer Macht an Verbündete und damit auf Korruption und politische Willkür.
An der KU Linz sind insgesamt sechs künstlerische Positionen zu sehen sein: Bespielt werden die Räumlichkeiten im Erdgeschoss – die Hörsäle 1 bis 3, das Foyer und der Lesesaal der Bibliothek – und der Garten im Hof des Priesterseminars.
Weitere Informationen zum AEC-Erlebnis an der KU Linz
Deep Space 8K
Eine der größten Deep Space-Produktionen in diesem Jahr ist „Unbreakable Ukraine“. Gemeinsam mit der Produktionsfirma Saravá (IT) entwickeln Ars Electronica Center und Ars Electronica Futurelab eine interaktive 3D Applikation rund um das Kulturerbe der Ukraine. Gezeigt werden fünf Institutionen aus Bildung, Kunst und Religion, darunter die Kiewer Sophienkathedrale und die Oper in Odessa, die in Zeiten des Krieges zu Symbolen der ukrainischen Widerstandskraft wurden.
Das Ars Electonica Festival, das dieses Jahr unter dem Titel „Negotiating Humanity – Future Begins“ steht, macht noch bis zum 13. September die gesamte Linzer Innenstadt zur Bühne. Es gibt mehr als 40 Schauplätze.







