Schutzengelsonntag: Maturanten trugen Schutzengelstatue in Wilhering
Vorangegangen war der Prozession eine Andacht in der Stiftskirche, bei der die Pfarrvorständin der Pfarre Rodl-Donau St. Anna, zu der Wilhering gehört, Maria Krone, die Predigt hielt. Sie bezeichnete darin in Anlehnung an die Bibelstelle, wo Jesus von Engeln der Kinder spricht, die „allzeit das Angesicht Gottes schauen", die Engel als „Interessensvertretung der Menschen bei Gott". Gott ist dabei besonders der Anwalt der Kleinen und Schwachen.

Vier Maturanten trugen die Schutzengelstatue © Walter Retschitzegger
Krone griff in ihrer Predigt auch die ignatianische Lehre von der Unterscheidung der Geister auf und bezog sie auf die Schutzengel. Bei allem Handeln müsse sich der Mensch fragen: Lasse ich mich von einem guten oder einem bösen Geist leiten. In den Engeln ist das mächtige Schutzhandeln Gottes an den Menschen gegenwärtig, das ihn aber nicht seiner eigenen Verantwortung beraubt.
Beim Hochamt am Vormittag hatte schon Abt Reinhold Dessl auf das Wirken der Schutzengel hingewiesen und sich auf ein Wort des hl. Bernhard von Clairvaux bezogen, der meinte: „Ehrfurcht soll uns wegen der Anwesenheit der heiligen Engel erfüllen, Andacht wegen ihres Wohlwollens und Vertrauen wegen ihres Schutzes. Wir sehen uns nach einem Engel, der uns behütet, hilft und stärkt, und können füreinander auch ,Engel' sein."

Abt Reinhold Dessl mit den Maturant:innen © Walter Retschitzegger
Das Schutzengelfest in Wilhering geht bis in die Barockzeit zurück und ist aus Dankbarkeit über die Fertigstellung der Kirche trotz kriegsbedingter Unterbrechung entstanden. Alljährlich kommen viele Pilger nach Wilhering, um sich in besonderer Weise dem Schutz der Engel anzuvertrauen.







