Sonntag 1. November 2026

Wels: Europas Ortskirchen beraten über Weg der Synodalität

Schloss Puchberg in Wels wird von 14. bis 17. September 2026 zum Diskussionsort für Kirchenvertreter aus ganz Europa. Unter dem Titel „Shaping Synodality in Europe. From Vision to Roadmap" wird  über die konkrete Umsetzung des weltweiten synodalen Prozesses beraten.

Nach Angaben der Veranstalter werden Delegationen aus 28 europäischen Bischofskonferenzen sowie insgesamt rund 180 Teilnehmer aus mehr als 30 Ländern in dem kirchlichen Bildungshaus erwartet, darunter 23 Bischöfe und die beiden Kardinäle. 

 

Das viertägige Symposium versteht sich als wichtiger Schritt auf dem Weg zur nächsten kontinentalen Synodenversammlung 2028. Erarbeitet werden soll eine gemeinsame „Roadmap" für Europa. Inhaltlich geht es an den drei Arbeitstagen um Liturgie als Ausgangspunkt kirchlichen Handelns, um das Hören auf die gesellschaftlichen Realitäten Europas sowie um die konkrete Weiterentwicklung von Strukturen, Ämtern und Entscheidungsprozessen.

 

„Meilenstein" auf dem Weg zur nächsten kontinentalen Phase

 

Organisiert wird die Tagung von der Abteilung für Synodalität der KU Linz gemeinsam mit der europäischen Task Force für Synodalität und unter der Schirmherrschaft des Rates der Europäischen Bischofskonferenzen (CCEE). Eine zentrale Rolle spielt die Linzer Pastoraltheologin Klara Csiszar. Sie hatte das Treffen bereits im Frühjahr als „Meilenstein" auf dem Weg zur nächsten kontinentalen Phase bezeichnet. Europa hinke im synodalen Lernprozess im Vergleich zu anderen Kontinenten teilweise hinterher, so die Expertin. Das Treffen solle deshalb Räume schaffen, in denen die europäischen Ortskirchen voneinander lernen und Erfahrungen austauschen können.

 

Klara-Antonia Csiszar, Universitätsprofessorin für Pastoraltheologie an der Katholischen Privat-Universität Linz

Klara-Antonia Csiszar, Universitätsprofessorin für Pastoraltheologie an der Katholischen Privat-Universität Linz  © Diözese Linz / Johannes Kienberger

 

Die Tagung knüpft an ein ebenfalls von Csiszar in Linz organisiertes Treffen europäischer Synodenteilnehmer vom September 2024 an. Seither ist der weltweite Synodenprozess von der Beratungs- in eine Implementierungsphase übergegangen. Auf europäischer Ebene begleitet eine vom CCEE eingesetzte Arbeitsgruppe unter Leitung von Kardinal Nemet diesen Prozess; Csiszar gehört ihr ebenfalls an.

 

Österreich gilt nach Einschätzung der Theologin als vergleichsweise gut aufgestellt. Die Unterstützung durch die österreichischen Bischöfe sei international keineswegs selbstverständlich. Synodalität – verstanden als „gemeinsamer Weg" – soll dabei nicht nur innerkirchlich Bedeutung haben. Gerade angesichts gesellschaftlicher Polarisierung könne die Kirche zeigen, wie Zuhören, Dialog und gemeinsames Entscheiden gelingen können, so Csiszar.

 

Kathpress

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