60.000 Bücher gingen für Campus7-Bibliothek auf Reisen
Die notwendige Sanierung der Privaten Pädagogischen Hochschule der Diözese Linz (PHDL) gab den Anstoß, die diözesanen Ausbildungs- und Forschungsstätten gemeinsam an einem Campus zu vereinen. Ab 2030 werden sieben Bildungseinrichtungen – neben der Privaten Pädagogischen Hochschule der Diözese Linz sind dies die Katholische Privat-Universität Linz, die Schulen für Sozialbetreuungsberufe, die Adalbert-Stifter-Praxisschulen, das Kolleg für Sozialpädagogik, das Konservatorium für Kirchenmusik sowie die Diözesan- und Universitätsbibliothek mit Medienverleih – am „Campus7 für Bildung, Wissenschaft und Soziales“ am jetzigen Standort der Privaten Pädagogischen Hochschule der Diözese Linz (PHDL) zusammenkommen.
Aus Hallenbad wird Bibliothek
Die bestehenden denkmalgeschützten Gebäude werden nach Plänen des Grazer Architektenteam „Atelier Thomas Pucher“ im Sinne der Nachhaltigkeit adaptiert und erweitert. Dabei bekommt auch das alte Hallenbad eine neue Funktion: Es wird zur lichtdurchfluteten Bibliothek mit eingezogener Zwischenebene umgestaltet.

So soll sie aussehen, die neue Bibliothek am Campus7. © Atelier Thomas Pucher
Damit die Bauarbeiten ungestört vor sich gehen können, muss das PHDL-Gebäude am Linzer Freinberg geräumt werden. Studierende und Lehrende übersiedeln ins ehemalige Caritas-Wohnheim „Guter Hirte“, die Bestände der Bibliothek müssen ab 2027 vorübergehend in den Räumlichkeiten der KU Linz an der Bethlehemstraße untergebracht werden. Zusätzlich werden Bestände neu geordnet und Arbeitsabläufe angepasst.
Um an der KU Linz für die rund 110.000 Medieneinheiten der PHDL Platz zu schaffen, wurden in einem ersten Schritt rund 60.000 Bücher in hunderten Bücherkisten mittels Spedition in den Kulturgutspeicher der Diözese Linz im Stift Gleink transferiert – einem Ort, der nicht nur als Zwischenquartier für Bücher gedacht ist, sondern zusätzliche Möglichkeiten bietet, Bestände sinnvoll auf verschiedene Standorte zu verteilen und damit die Bibliotheksmagazine am Campus7 zu entlasten.
© KU Linz / Hermine Eder
Zwei Hochschulbibliotheken rücken zusammen
Obwohl mit der Übersiedlung der Bestand im Lesesaal der KU Linz deutlich reduziert wurde, steht durch die Einrichtung eines Freihandmagazins den Bibliotheksnutzer:innen auch während des Bauzeitraums aktuelle Forschungsliteratur direkt und uneingeschränkt zur Verfügung. Mit dem Umzug im Jahr 2027 wird auch räumlich sichtbar, was institutionell und organisatorisch schon seit Jahren Realität ist: Aus den Bibliotheken von KU Linz und PHDL ist die gemeinsame Diözesanbibliothek Linz entstanden, die ab Sommer 2030 schließlich ihr neues, finales Zuhause am Campus7 finden wird.
Rund 525.000 Bücher, Zeitschriften und andere analoge Medien gehören heute zum Bestand der Diözesanbibliothek Linz – aneinandergereiht füllen sie mehr als zehn Kilometer Regale. Der Umzug stellt eine logistische Herausforderung dar. Die Reihenfolge der Bücher muss beim Transport erhalten bleiben, freie Regalmeter müssen genau berechnet und Ausgangs- und Zielbestand aufeinander abgestimmt werden.
Moderner Lern-, Arbeits- und Forschungsort am Campus7
Am Campus7 soll weit mehr entstehen als ein Ort zur Aufbewahrung von Büchern: Geplant ist eine moderne Bibliothek als Lern-, Arbeits- und Forschungsort für die Hochschulen und die weiteren tertiären Bildungseinrichtungen der Diözese Linz. Ein Bibliothekslernzentrum, frei zugängliche Bestände sowie unterschiedliche Lern- und Arbeitsbereiche für rund 2.000 Schüler:innen und Student:innen aus unterschiedlichen Kulturen und Lebenswelten sollen gleichermaßen Raum für konzentriertes Arbeiten bieten wie für Austausch und gemeinsames Lernen.







