Pfarrstrukturreform: Dekanat Rohrbach ins Vorbereitungsjahr gestartet
Der Herbst ist für sechs Dekanate der Beginn eines ganz besonderen Arbeitsjahres: Sie werden als sechste und damit letzte Gruppe die Umsetzung der Pfarrstrukturreform auf dem Zukunftsweg mit dem Vorbereitungsjahr beginnen. Die Dekanate Kallham, Rohrbach, Unterweißenbach, Bad Ischl, St. Johann am Wimberg und Sarleinsbach werden einen zweijährigen Prozess durchlaufen, an dessen Ende die neuen Pfarren als pastorale Räume mit Pfarrteilgemeinden stehen. Sie profitieren dabei von den Erfahrungen von insgesamt 33 Dekanaten, die diesen Weg schon gegangen sind bzw. ihn gerade beschreiten.
Mit Engagement und Gottvertrauen auf dem Weg zur neuen Pfarre
Das Dekanat Rohrbach umfasst 10 Pfarrgemeinden, die vor allem vom Stift Schlägl seelsorglich betreut werden. Das Stift soll auch weiterhin als geistliches Zentrum die umliegenden Pfarrgemeinden stärken und inspirieren. Zum Dekanat gehören die Pfarren Aigen im Mühlkreis, Arnreit, Haslach an der Mühl, Klaffer am Hochficht, Oepping, Rohrbach, St. Oswald bei Haslach, St. Stefan am Walde, Schwarzenberg am Böhmerwald und Ulrichsberg.
Das Dekanat Rohrbach startete am 26. September 2026 im Pfarrheim Ulrichsberg in den Umstellungsprozess. Um den Pfarrwerdungsprozess kümmert sich ein Kernteam, das von Mayella Gabmann und Daniel Neuböck begleitet wird. Inhaltliche Beauftragte ist Nicole Leitenmüller.
Zum Kernteam, das den Prozess leitet, gehören Dechant Paulus Manlik (Stift Schlägl, Pfarradministrator Arnreit, Pfarrprovisor Ulrichsberg), Martina Kastler (Dekanatsassistentin, Projektkoordination), Petrus Bayer (Prior Stift Schlägl, Kooperator Ulrichsberg), Florian Bischof (Beauftragter für Jugendarbeit), Anna Bräuer (Leiterin Treffpunkt mensch & arbeit Rohrbach), Matthäus Dorfner (Pfarrgemeinderat Klaffer am Hochficht), Monika Eisner (Pfarrgemeinderats-Obfrau Ulrichsberg), Vitus Glira (Stift Schlägl), Manfred Harringer (Dekanatsobmann der Katholischen Männerbewegung), David Haudum (Stift Schlägl), Gerhard Kobler (Pfarrer Haslach, Pfarrprovisor St. Oswald), Julia Leitner (Pfarrgemeinderätin Haslach an der Mühl), Hannah Siegl (Pastorale Mitarbeiterin Aigen) und Christian Winkler (Pfarrgemeinderats-Obmann Rohrbach).
Etwa 110 Vertreter:innen aus allen 10 Pfarren und weiteren pastoralen Orten des Dekanats sowie Vertreter:innen der politischen Gemeinden und Vereine waren gekommen, um sich über den Prozess der Pfarrwerdung zu informieren und erste Schritte zum neuen Miteinander zu setzen. Für die musikalische Gestaltung sorgten Juliane Watzl, Sabina Grinninger und Magdalena Bayr. Die gemeinsam gesungenen Lieder brachten den Willen zur Mitgestaltung des Prozesses und das Vertrauen zum Ausdruck, dass der Weg vom Dekanat zur Pfarre vom Segen Gottes begleitet ist. Die Auftaktveranstaltung war geprägt von viel Interesse, regem Austausch und einem guten Miteinander.
Als Kirche im Oberen Mühlviertel nah bei den Menschen sein
Dechant Paulus Manlik wies in seinen Begrüßungsworten auf den Wandel des kirchlichen Lebens hin, der „eine neue Sichtweise, ein neues Denken, auch ein neues Handeln“ erfordere. „Die Startveranstaltung ist dazu der erste Impuls eines Prozesses, den wir konsequent Schritt für Schritt gehen werden. Dazu braucht es Ehrlichkeit, Offenheit und Transparenz, vor allem aber das Interesse aller Beteiligten. Ich danke deshalb allen, die heute und in Zukunft aktiv an diesem Prozess teilnehmen“, so der Dechant. Mit der Entscheidung für den Zukunftsweg der Diözese Linz sei eine Grundsatzentscheidung getroffen worden. „Es wird an uns liegen, dieses Konzept so auszugestalten, dass unsere Pfarrgemeinden lebendig bleiben und die Menschen im Oberen Mühlviertel erfahren, dass wir als Kirche Jesu Christi wirklich nahe bei den Menschen sind“, betonte Manlik.
Nach einem spirituellen Impuls und dem „Sichtbarmachen“ der vielfältigen Funktionen der Teilnehmer:innen stellten sich die Mitglieder des Kernteams, die Prozessbegleiter und die inhaltliche Begleiterin vor. Danach gab Christoph Lauermann, Ordinariatskanzler der Diözese Linz und Leiter der Stabsstelle Pfarrstruktur, grundlegende Informationen zur Struktur der zukünftigen Pfarre und beantwortete alle Fragen der Anwesenden. Lauermann betonte, zur Organisation kirchlicher Gemeinschaften brauche es seit jeher Strukturen. Diese seien im Lauf der Geschichte stets an die Situation der jeweiligen Zeit angepasst worden. Die Kernfrage sei aber vielmehr: Wozu ist Kirche da? Darauf gab Lauermann eine mögliche Antwort: „Damit mehr Glaube, Hoffnung und Liebe in die Welt kommen – und damit möglichst viele Menschen erfahren, wie gut es Gott mit uns meint.“ Ein wesentlicher Aspekt der Pfarrstrukturreform sei, so Lauermann, dass es auch in Zukunft in Oberösterreich ein flächendeckendes Netz von Pfarren als kirchliche Gemeinschaften geben werde. Dieses Netz werde von Priestern, Diakonen, Seelsorgerinnen und Seelsorgern, hauptamtlich und ehrenamtlich engagierten Gläubigen gemäß ihren Berufungen, Beauftragungen und Charismen getragen.
Gute Gespräche, lebendiges Interesse
In Themengruppen wurden Fragen und Unklarheiten, aber auch Positives zum bevorstehenden Prozess diskutiert. Diözesane Verantwortliche und Pastoral- bzw. Verwaltungsvorständ:innen aus bereits gegründeten neuen Pfarren berichteten von ihren Erfahrungen und standen für Nachfragen zur Verfügung. Als Herausforderung wurde von den Teilnehmer:innen unter anderem die Frage genannt, wie es gelingen kann, engagierte Ehrenamtliche, aber auch Hauptamtliche zu finden. Ebenfalls thematisiert wurde die Sorge, wer künftig die „Repräsentationsrolle“ des Ortspfarrers übernimmt. Positiv gesehen wurden etwa die künftige Vernetzung, der Austausch und die Zusammenarbeit über Pfarrgemeindegrenzen hinaus und die Entlastung durch den Verwaltungsvorstand/die Verwaltungsvorständin. Als Hoffnung wurde unter anderem genannt, „dass Kirche am Ort präsent bleibt“.
Dekanatsassistentin Martina Kastler, die im Dekanat den Prozess koordiniert, zeigte sich nach der Veranstaltung zufrieden mit dem Auftakt. „Trotz des schönen Wetters sind viele Interessierte gekommen und haben sich engagiert eingebracht. Es war aus meiner Sicht eine gelungene Veranstaltung, die durch die Mithilfe vieler fleißiger Hände möglich wurde – danke an Monika Eisner und das Pfarrteam von Ulrichsberg!“