Freitag 10. Juli 2026

Jugend Eine Welt: Bildung als Hoffnungsschimmer für Kinderarbeiter

Anlässlich des "Internationalen Tags der Hoffnung" am 12. Juli 2026 macht Jugend Eine Welt darauf aufmerksam, dass Bildung das wirksamste Gegenmittel gegen Kinderarbeit ist. 

138 Mio. Kinder und Jugendliche müssen täglich arbeiten, anstatt in die Schule zu gehen. „Bildung überwindet Armut und beendet Kinderarbeit nicht von heute auf morgen. Sie ist aber das wirksamste Gegenmittel. Wer Bildung fördert, schenkt Kindern Hoffnung und legt den Grundstein für Frieden, Gerechtigkeit und nachhaltige Entwicklung“, betont Reinhard Heiserer, Geschäftsführer der österreichischen Entwicklungsorganisation Jugend Eine Welt, anlässlich des "Internationalen Tags der Hoffnung" am 12. Juli 2026. „Wir dürfen daher nicht nachlassen, benachteiligten Kindern den Zugang zu Bildung zu ermöglichen. Denn jedes Kind, welches lernen darf statt arbeiten zu müssen, ist ein Gewinn für unsere gemeinsame Zukunft.“

 

 

138 Mio. Kinder müssen arbeiten

 

Weltweit müssen laut Schätzungen der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) 138 Millionen Kinder und Jugendliche täglich arbeiten. 54 Millionen – das entspricht etwa der Bevölkerung Polens und Rumäniens – sogar unter Bedingungen, die ihre Gesundheit, Sicherheit oder Entwicklung gefährden. Statt die Schule zu besuchen, tragen sie zum Überleben ihrer Familien bei und verlieren damit die Chance auf Bildung und eine bessere Zukunft. „Kinderarbeit ist ein Teufelskreis, aus dem die wenigsten Kinder allein herausfinden. Gemeinsam mit unseren Projektpartnern helfen wir konkret“, sagt Heiserer. „Oft müssen Eltern erst überzeugt werden, ihre Kinder in die Schule zu schicken. Das ist meist ein langer Prozess. Das Angebot einer kostenlosen warmen Mahlzeit für das Kind im Zuge des Schulbesuchs bringt die Eltern durchaus zum Umdenken. Denn so lapidar es auch klingt: Wenn ein Esser weniger zu Hause am Tisch sitzt, dann haben die anderen Familienmitglieder mehr.“

 

 

Kampf gegen Kinderarbeit

 

Sankoh ist einer von vielen Buben und Mädchen, die aus der Kinderarbeit befreit wurden. Der Zwölfjährige arbeitete im Norden Sierra Leones in einem Steinbruch. Stundenlang zerschlug er ohne Schutzkleidung Steine mit einem schweren Hammer. „Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie sich der feine Staub auf meine Haut legte und in meinen Augen brannte. Jeder Atemzug tat mir weh. Am Abend bekam ich dafür nicht einmal 26 Leones Lohn (Anm.: das entspricht weniger als einem Euro)“, erzählt Sankoh.

 

Mit Unterstützung von Jugend Eine Welt und den Don Bosco-Partnern vor Ort gelang ihm der Ausstieg aus der Kinderarbeit. „Bildung ist der Schlüssel zu einem selbstbestimmten Leben und die wirksamste Investition in eine gerechtere Zukunft“, erklärt Heiserer. „Doch der Kampf gegen Kinderarbeit beginnt nicht nur in den Ländern des Globalen Südens, sondern auch bei uns in Europa. Wir müssen darauf achten, dass die Produkte, die wir kaufen, nicht mit Kinderarbeit hergestellt wurden.“

 

Kinder als Steineklopfer in Sierra Leone

Ein leider gewohntes Bild in Sierra Leone. Stundenlang zerschlagen Kinder in der Hitze Felsen zu Schotter, oft um den Lebensunterhalt ihrer Familien mitzufinanzieren. Diese extrem harte Arbeit findet meist unter gefährlichen Bedingungen statt, bei denen Verletzungen und tödliche Unfälle durch Steinschlag keine Seltenheit sind.
© Jugend Eine Welt

 

Zeigen Sie Kinderarbeit die Rote Karte

 

Gemeinsam mit der Initiative „Kinderarbeit stoppen!“, deren Bündnispartner Jugend Eine Welt ist, ruft Heiserer – angelehnt an die laufende Fußball-WM – dazu auf, Kinderarbeit die Rote Karte zu zeigen. Die Aktion kann auch unterstützt werden. Infos unter www.kinderarbeitstoppen.at/rote-karte-gegen-kinderarbeit.

 

Die Initiative „Kinderarbeit stoppen!“ – bestehend aus Jugend Eine Welt, der Dreikönigsaktion der Katholischen Jungschar, FAIRTRADE Österreich, Kindernothilfe Österreich und solidar Austria – wird von der Austrian Development Agency (ADA) gefördert und setzt sich gemeinsam mit Partnerinnen und Partnern in Ländern des Globalen Südens für den Schutz von Kinderrechten, für gerechte Lieferketten und für ein Ende ausbeuterischer Kinderarbeit ein. Infos: www.kinderarbeitstoppen.at

 

Jugend Eine Welt-Spendenkonto: AT66 3600 0000 0002 4000 | Onlinespenden unter www.jugendeinewelt.at/spenden | Spenden sind steuerlich absetzbar!

 

Ausführliche Informationen zum Thema Kinderarbeit finden Sie unter www.jugendeinewelt.at/kinderarbeit.

 

Thomas Zach | Öffentlichkeitsarbeit Jugend Eine Welt

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