Freitag 10. Juli 2026

40 Grad, 28 Medaillen: Hitze konnte St. Pius nicht bremsen

Tosender Applaus, strahlende Gesichter und große Emotionen: Eine Woche nach ihrer erfolgreichen Rückkehr von den Nationalen Sommerspielen der Special Olympics in Wien wurden die 31 Sportler:innen des Caritas-Standorts St. Pius am 9. Juli 2026 in Peuerbach empfangen.

Die größte Herausforderung für die rund 1.900 Sportler:innen aus ganz Österreich war die Hitze von fast 40 Grad. Etliche Outdoor-Wettkämpfe wurden deshalb abgesagt. Als auch der Tennisbewerb abgesagt werden sollte, brach für Sonja Königseder eine Welt zusammen. Monatelang hatte sie auf diesen Moment hingearbeitet. Schon vor der Abreise hatte sie gesagt: „Wenn ich keine Medaille mache, ist das auch in Ordnung. Das Wichtigste ist, dabei zu sein und zu zeigen, was ich kann.“ Nun schien alles vorbei, bevor es überhaupt begonnen hatte.

Am frühen Nachmittag kam für die niedergeschlagene Sportlerin die erlösende Nachricht: Es konnte eine Tennishalle organisiert werden. Obwohl die Halle durch die Hitze einer Sauna glich und manche mit dem Kreislauf kämpften, war plötzlich nur noch eines wichtig: Endlich dürfen sie spielen. „Das war der schönste Moment“, sagt Caritas-Mitarbeiter Patrick Oriold, der die Delegation aus St. Pius leitete. „Nach dieser großen Enttäuschung doch noch auf den Platz zu gehen und zu sehen, mit welchem Eifer und welcher Freude sie gespielt haben. Das war unglaublich. Es geht nicht um Medaillen, sondern darum, zeigen zu können, was in ihnen steckt – und für einen Moment im Mittelpunkt zu stehen.“ Dass am Ende dennoch 28 Medaillen zu Buche standen, war umso bemerkenswerter.

 

28 Medaillen brachten die Sportler:innen von St. Pius mit nach Hause.

Stolze 28 Medaillen brachten die Sportler:innen von St. Pius mit nach Hause. © Caritas OÖ

 

6 Gold, 9 Silber und 13 Bronze-Medaillen

 

Mit insgesamt 28 Medaillen im Gepäck kehrten die Sportler:innen nach Peuerbach zurück und nahmen die Glückwünsche von Bürgermeister Roland Schauer entgegen.

 

Besonders erfolgreich war Friederike Altreiter. Die Schwimmerin gewann zwei Gold- und eine Bronzemedaille – obwohl ihr Start aufgrund gesundheitlicher Probleme lange ungewiss gewesen war. Insgesamt errang das Team sechs Gold-, neun Silber- und 13 Bronzemedaillen „Wir sind sehr stolz auf die Ergebnisse unserer Sportler:innen, die sich vier Jahre lang gut vorbereitet haben. Obwohl wir diesmal mit vielen Neulingen und keinen haushohen Favorit:innen angetreten sind, haben wir sehr gut abgeschnitten“, freut sich Patrick Oriold.

 

Eine goldene und vier Bronze-Medaillen errangen die Athlet:innen von St. Pius beim Boccia. Über Gold durfte sich das Doppel Angela Schmidleithner und Heidi Jellinger freuen. Zudem gewann Johanna Weber zwei Bronze-Medaillen im Einzel-Bewerb und im Doppel mit Michael Luftensteiner.

 

Das Schwimm-Team errang zwei Gold-, drei Silber- und fünf Bronzemedaillen. Neben Friderike Altreiter gab es für Jana Razenberger, Patrick Seifriedsberger und Susanne Kramer jeweils Silber und Bronze.

 

2x Gold, 4x Silber und 1x Bronze lautete die Bilanz der Tischtennis-Mannschaft, wobei sich Jakob Wilfingseder und Stefan Haslinger über Edelmetall in Gold freuen durften.

 

Außergewöhnlich war auch der allerletzte Bewerb der Stockschützen – beim Unified-Wettkampf an dem je ein Sportler und ein Trainer teilnahmen – schrammte das Team aus St. Pius nur knapp an der Goldmedaille vorbei. Aber auch die Freude über Silber ist riesengroß. Gold gab es im Einzel für Peter Brandstetter, jeweils Bronze für Ronald Falkner und Franz Röbl.

 

Tischtennis: Trainer und Unified Partner Reinhard Haidinger und Sportler Jakob Wilflingseder
Tennis-Siegerehrung: Silber für Sonja Königseder
Siegerehrung Stocksport-Mannschaft Silber mit Trainer Wolfgang Auer
Friederike Altreiter in Action

©  Anton Wildberger / ©  GEPA pictures, GEPA pictures/ Edgar Eisner / ©  Helmut J.Laufenboeck HJL-Fotografie / ©  Philipp Hofbauer

 

Gänsehaut-Moment und Überraschungsbesuch

 

Für einen weiteren Gänsehautmoment sorgte die Eröffnungsfeier: Pius-Sportsprecher Michael Wilhelm sprach gemeinsam mit Snowboard-Weltmeister Arvid Auner den Olympischen Eid. Als schließlich bei den Wettkämpfen noch der nachgereiste Peuerbacher Fanclub rund um Caritas OÖ-Direktor Stefan Pimmingstorfer auftauchte, war die Freude bei den Sportler:innen und Betreuer:innen riesig. Es waren genau diese Momente der Anerkennung und Gemeinschaft, die die Nationalen Sommerspiele 2026 für viele unvergesslich machten.

 

Maria Knapp | Kommunikation Caritas OÖ

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