Donnerstag 8. Oktober 2026

Benedictus-Preis 2026: Junge Salzburger Theologen ausgezeichnet

Im Benediktinerstift Lambach überreichte am 7. Juni 2026 Bischof Manfred Scheuer den Benedictus-Preis für herausragende wissenschaftliche Arbeiten junger Theolog:innen an Absolvent:innen der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Salzburg.

Der Benedictus-Preis wurde heuer zum dritten Mal verliehen. Erstmals gingen alle Auszeichnungen an Absolvent:innen der Universität Salzburg.  In der Kategorie Dissertationen wurde der Preis geteilt. Ausgezeichnet wurden Julia Kuhn für ihre fundamentaltheologische Dissertation „Spannungsfeld Israel. Eine katholische Theologie des Landes im Austausch mit jüdischen und kulturwissenschaftlichen Ansätzen" und Christian Elsen für seine kirchenhistorische Arbeit „Benediktiner in Ostafrika. Die Missionsstation Kloster Pugu im Kontext deutscher Kolonialherrschaft 1887/89".

 

Judentum, Kirchengeschichte, Pastoraltheologie
 

Die inzwischen veröffentlichte Arbeit von Julia Kuhn entwickelt eine katholische Theologie des Landes Israel im Dialog mit jüdischen Perspektiven und kulturwissenschaftlichen Ansätzen und versteht sich als Beitrag zum jüdisch-katholischen Dialog. Kuhn studierte Sozialwirtschaft an der Johannes Kepler Universität Linz sowie Katholische Fachtheologie, Geschichte, Sozialkunde und Politische Bildung an der KU Leuven und der Universität Salzburg. Im Rahmen eines internationalen jüdisch-christlichen Forschungsprojekts promovierte sie an der Universität Salzburg und koordiniert das internationale „Network of Young Scholars in Jewish-Christian Dialogue".

 

Die Dissertation von Christian Elsen untersucht die Anfänge der Benediktinermission in Deutsch-Ostafrika vor dem Hintergrund der Kolonialherrschaft und analysiert das Verhältnis von missionarischem und kolonialem Handeln. Darüber hinaus geht sie der Frage nach, ob die 1889 in Pugu getöteten Benediktiner als Märtyrer oder Kriegsopfer zu bewerten sind. Elsen studierte Lehramt für Deutsch und Katholische Religionslehre an der Ludwig-Maximilians-Universität München und promovierte an der Theologischen Fakultät der Universität Salzburg im Fach Kirchengeschichte. Erst wenige Tage vor der Preisverleihung wurde er für die Erzdiözese München und Freising von Kardinal Reinhard Marx zum Priester geweiht.

 

Den Preis für die beste Diplomarbeit erhielt Paul Oswald Faulhaber. Seine pastoraltheologische Arbeit „Pastoralvisitation im Raum heiliger Gastfreundschaft" verbindet die bischöfliche Visitation mit dem biblischen und monastischen Verständnis der Gastfreundschaft. Faulhaber zeigt auf, wie Visitation als geistlicher Begegnungsraum verstanden werden kann, der diakonisches Handeln, Rollenwechsel und kirchliche Gemeinschaft fördert.

 

Theologischer Nachwuchspreis
 

Der Benedictus-Preis wird vom Benediktinerstift Lambach gemeinsam mit der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Salzburg vergeben. Er würdigt wissenschaftliche Arbeiten von Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftlern bis zum 35. Lebensjahr, die sich mit theologischen Fragestellungen, insbesondere im Horizont der benediktinischen Tradition, auseinandersetzt haben. Das Preisgeld beträgt insgesamt 4.000 Euro.

 

Zum Auftakt der Feier im Sommerrefektorium des Stiftes begrüßte der Lambacher Abt Maximilian Neulinger Preisträger und Gäste und dankte der Initiatorin des Preises, Prof. Birgit Feldbauer-Durstmüller, für ihr Engagement. Die Preisträgerinnen und Preisträger wurden vom Dekan der Katholisch-Theologischen Fakultät Salzburg, Prof. Dietmar Winkler, vorgestellt.

 

Kathpress

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