OÖ Seniorenbund: 70-Jahr-Feier mit Festmesse im Dom
Am 26. Juni 1956 wurde der OÖ Seniorenbund als „Österreichischer Rentnerbund – Landesgruppe Oberösterreich“ von Josef Ratzenböck gegründet. Mit rund 77.400 Mitgliedern ist er heute die größte Seniorenorganisation des Landes.
Das Jahr 2026 steht ganz im Zeichen des Jubiläums „70 Jahre OÖ Seniorenbund“. Dieses besondere Ereignis wird mit einer Reihe von Aktivitäten und Veranstaltungen gewürdigt, die die Geschichte, das Wirken und die Gemeinschaft des OÖ Seniorenbundes in den Mittelpunkt stellen.

Festmesse im Mariendom: Superintendent Gerold Lehner, Bundeskanzler Wolfgang Schüssel, Anneliese Ratzenböck, Landesseelsorger Abt em. Mag. Martin Felhofer, LH Thomas Stelzer, Landesobmann LH a.D. Josef Pühringer, Bischof Manfred Scheuer, Landesgeschäftsführer BR Franz Ebner, Präsidentin LAbg. Ingrid Korosec, Senioren-Union Vorsitzender Franz Meyer, Domkurat und Bischofsvikar Slawomir Dadas, Vorsitzender der Südtiroler Senioren Otto von Delleman und weitere Konzelebranten © OÖ Seniorenbund
Die Festveranstaltung am 26. Juni mit rund 1.200 Gästen im Linzer Musiktheater war einer der Höhepunkte im Jubiläumsjahr. Den Auftakt bildete um 9.00 Uhr eine Festmesse im Mariendom. Der Gottesdienst wurde von Bischof Manfred Scheuer, Landesseelsorger Abt em. Martin Felhofer und mehr als zehn Konzelebranten gefeiert. Auch der evangelische Superintendent Gerold Lehner nahm mit Grußworten daran teil. Für die musikalische Umrahmung sorgten Carina Tybjerg Madsen, Domorganist Gerhard Raab sowie das Blasorchester des Seniorenbundes Bezirk Perg.

Bischof Manfred Scheuer bei der Predigt © OÖ Seniorenbund
Bischof Scheuer: Seniorenbund bringt Humor, Liebe und Freude ins Leben
Bischof Manfred Scheuer sinnierte in seiner Predigt über das Alter, das Altwerden und -sein: „70 Jahre alt: Wie alt ist das? Meine Großnichte hat zu meinem 70er gemeint: Du bist auch schon ein bisserl alt! Ist das ein stolzes Alter oder gar schon ein hohes Alter?" Die Einschätzung darüber, wie alt 70-Jährige seien, habe sich in den 70 Jahren massiv verändert.
Der Seniorenbund sei da, „damit mehr gelacht wird, mehr Humor da ist, damit mehr Liebe und Freude in die Welt kommen." Er glaube, so der Bischof, dass die Senioren, Fürsprecher, Anwälte und Schutz für die jüngere Generation seien: „Großvater, du bist mein bester Freund! Oder eine Oma zur Enkelin: Ich denke an dich, ich bete für dich, ich zünde für dich eine Kerze an!"
Großeltern seien oft ganz wichtige Bezugspersonen und Freunde für ihre Enkelkinder. „Wie oft sagen wir zueinander: Heute habe ich eine Untersuchung oder Operation, bitte denke an mich? Oder: Heute habe ich ein Bewerbungsgespräch, eine Prüfung, bitte bete für mich. Vielleicht zünden wir auch eine Kerze an in Christkindl, im Dom, auf dem Pöstlingberg." Hilft beten?, fragte der Bischof, und: „Geht eine Prüfung besser, wenn die Oma eine Kerze anzündet? Rein rational, rein naturwissenschaftlich ist es nicht zu erklären. Und doch: Es ist eine Energiezufuhr, wenn andere uns mögen, gernhaben, Lasten mittragen, uns den Rücken stärken, uns nicht aufgeben oder einfach da sind, dass wir nicht allein, nicht im Stich gelassen werden."
Es ist nie zu spät, sich an Gott zu wenden
Viele würden erst im Laufe ihres Lebens die Zärtlichkeit Gottes entdecken, manchmal gerade auf dem letzten Lebensabschnitt, so Bischof Scheuer. Denn: „Anders als früher geschieht es immer häufiger, dass Menschen älter werden, ohne je eine echte Glaubenserfahrung gemacht zu haben. In diesem Fall kann das fortgeschrittene Alter, ausgehend von den Fragen, die man sich in dieser Lebensphase mit größerer Dringlichkeit stellt, zur günstigen Gelegenheit werden, um ein geistliches Leben zu beginnen oder wiederaufzunehmen. Auf diesem neuen Weg kann man erkennen, dass Gott, wie der heilige Augustinus sagt, „Mutter ist, weil er wärmt, weil er nährt, weil er stillt, weil er behütet“ (Kommentar zum Psalm 26, II, 18).
Dieses Bewusstsein hilft, sich der aufkommenden Gebrechlichkeit nicht zu schämen und zu verstehen, dass wir stets einander brauchen und dass wir alle um Aufmerksamkeit und Fürsorge „betteln“. Zu Gott, der uns seine Nähe schenkt und den wir in seiner Zärtlichkeit immer besser kennenlernen, können wir nun mit kindlichem Vertrauen beten." Es sei nie zu spät, sich an ihn zu wenden. Das könne ein großes Geschenk für alle sein.
Predigt von Bischof Manfred Scheuer zum Nachlesen

oösb-Landesobmann Josef Pühringer und Bischofsvikar Slawomir Dadas © OÖ Seniorenbund
Im Anschluss fand der Festakt im Linzer Musiktheater statt, der mit Werken von Franz Lehár und Emmerich Kálmán künstlerisch umrahmt wurde. Zu den Ehrengästen des Tages zählten neben den Festrednern Bundeskanzler a. D. Wolfgang Schüssel und Landeshauptmann Thomas Stelzer sowie Seniorenbund-Präsidentin LAbg. Ingrid Korosec, auch der Landesvorsitzende der Senioren-Union Bayern Franz Meyer, der Vorsitzende der Generation 60+ in Südtirol Otto von Dellemann, zahlreiche Vertreter und Vertreterinnen von den Seniorenbünden anderer Bundesländer sowie aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft.
Für ihr langjähriges Engagement erhielt Anneliese Ratzenböck, die Witwe von Gründer Josef Ratzenböck, als Zeichen des Dankes und der Anerkennung das Goldene Ehrenzeichen sowie den Kristall des OÖ Seniorenbundes, die höchsten Auszeichnungen der Organisation.








