Caritas: Kindergartensozialarbeit stärkt Familien und entlastet Pädagog:innen
Familien erhalten bei dem Angebot, das vom Sozialministerium in Auftrag gegeben wurde, niederschwellige Unterstützung, Kinder profitieren von besseren Chancen und Pädagog:innen werden entlastet. Aus Sicht der Caritas zeigen die Ergebnisse deutlich, dass Kindergartensozialarbeit dauerhaft verankert werden sollte.
„Der frühe Ansatz hilft, die Weichen so zu stellen, dass Kinder bessere Startchancen erhalten und Benachteiligungen früh ausgeglichen werden können“, sagt Theresa Lackner, Leiterin von MOSAIK in Oberösterreich. „Die Evaluierung bestätigt, was wir in unserer täglichen Arbeit erleben: Wenn Unterstützung dort angeboten wird, wo Familien ohnehin sind, wird sie deutlich leichter angenommen.“ Die Wirkung zeigt sich auch in den Befragungen: Alle Eltern fühlten sich besser über Unterstützungsangebote informiert, 98 Prozent sehen ihre Möglichkeiten gestärkt, Herausforderungen selbst zu bewältigen.
Insgesamt wurden in Oberösterreich, Salzburg und der Steiermark 52 Kinderbildungs- und Betreuungseinrichtungen in die Pilotprojekte der Caritas eingebunden. Die Berater:innen standen Eltern direkt in den Kindergärten für Gespräche zur Verfügung, vermittelten an spezialisierte Stellen und organisierten Elterncafés, Vorträge und Workshops. Das Angebot wurde an allen Standorten intensiv genutzt.
In Oberösterreich ist MOSAIK derzeit an neun Standorten in Linz, Wels, Freistadt, Sierning und Kremsmünster verankert. Bisher fanden mehr als 300 Beratungsgespräche mit über 80 Familien statt. „Bei den Beratungen ging es häufig um finanzielle Sorgen, psychische Belastungen oder die Vereinbarkeit von Familie und Beruf“, berichtet Lackner. „Aber auch Fragen zu Arbeitslosigkeit, Wiedereinstieg in den Beruf, Ausbildungsmöglichkeiten oder Erziehung spielten eine große Rolle.“
Oft sind es kleine Hinweise wie ausbleibende Essensbeiträge, fehlende Kleidung oder ein Rückzug aus gemeinschaftlichen Aktivitäten. „Der Kindergarten ist häufig die erste Bildungseinrichtung, mit der Familien regelmäßig in Kontakt kommen. Hier werden Herausforderungen oft erstmals sichtbar“, erklärt Lackner. „Wenn Sozialarbeit direkt vor Ort verfügbar ist, können wir rasch Familien helfen.“

Caritas-Mitarbeiterin Theresa Lackner (re.) mit Kindergarten-Leiterin Sabine Auböck vom "Schwalbennest" in Linz-Urfahr. © Caritas OÖ
Eine Brücke zwischen Frühen Hilfen und Schule
Die Evaluierung zeigt, dass Kindergartensozialarbeit eine bislang wenig beachtete Lücke im Unterstützungssystem schließt. Während es für Familien mit sehr jungen Kindern das Angebot der „Frühen Hilfen“ gibt und später die Schulsozialarbeit zur Verfügung steht, fehlt für die Altersgruppe der Drei- bis Sechsjährigen und ihre Eltern bislang vielfach ein entsprechendes Angebot. „Gerade diese Jahre sind für die Entwicklung von Kindern entscheidend“, betont Marion Huber, Vorständin der Caritas OÖ. „Problemlagen lassen sich hier oft noch gut auffangen. Wird erst später eingegriffen, haben sich Belastungen häufig bereits verfestigt.“
Auch die Pädagog:innen profitieren: Rund drei Viertel der Befragten erlebten die Kindergartensozialarbeit als wichtige Unterstützung – etwa in der Elternarbeit oder bei der Einschätzung möglicher Gefährdungen. Die Sozialarbeiterinnen schaffen Freiräume für die pädagogische Arbeit mit den Kindern. In den vergangenen zwei Jahren erreichte MOSAIK in Oberösterreich rund 1.000 Kinder und ihre Familien.
Wirkung sichern und Chancen ermöglichen
MOSAIK läuft im Sommer aus. Für die Caritas unterstreichen die Ergebnisse der Evaluierung die Notwendigkeit, Kindergartensozialarbeit langfristig abzusichern. „Die Evaluierung bestätigt, was wir in der Praxis erleben: Kindergartensozialarbeit stärkt Familien, entlastet Pädagog:innen und verbessert die Chancen von Kindern. Wer faire Bildungschancen von Anfang an will, muss genau dort investieren, wo Entwicklung beginnt“, so Marion Huber abschließend.
Maria Knapp | Kommunikation Caritas OÖ








