„Hab Mut, steh auf!": 74.000 Menschen beim Deutschen Katholikentag in Würzburg
Mit Appellen für Frieden, Demokratie und gesellschaftlichen Zusammenhalt ist am Sonntag der Deutsche Katholikentag in Würzburg zu Ende gegangen. Beim Abschlussgottesdienst unter freiem Himmel rief der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Heiner Wilmer, zu mehr Engagement gegen Krieg und Leid auf. Anders als bei der verregneten Eröffnungsveranstaltung und dem Himmelfahrtsgottesdienst schien bei der Feier auf dem Residenzplatz die Sonne.
Die Kirche müsse hinausgehen mitten ins Chaos und ins Leid dieser Welt, sagte Wilmer vor Tausenden Teilnehmern. „Eine Kirche, die hinausgeht, die Brandherde löschen will, wird vielleicht müde, vielleicht angegriffen, vielleicht missverstanden – aber sie wird leuchten."
Gruß vom Papst
Vor dem Gottesdienst überbrachte der Generalsekretär der Weltsynode, Kardinal Mario Grech, Grüße von Papst Leo XIV. Der Kurienkardinal würdigte insbesondere das Engagement junger Menschen beim Katholikentag und rief dazu auf, den christlichen Glauben mutig in die Gesellschaft hineinzutragen. Lobend äußerte sich Wilmer über Leo XIV.: „Papst Leo XIV. geht hinaus, ist ein unerschrockener Anwalt des Friedens." Auch wenn Mächtige versuchten, ihn lächerlich zu machen, lasse sich der Papst nicht einschüchtern, sagte der Bischof und erhielt dafür Applaus.
Warnung vor Antisemitismus
Der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster, warnte in einem Grußwort vor wachsendem Antisemitismus. Jüdisches Leben in Deutschland sei bedroht und nur noch unter Schutz möglich. Antisemitismus richte sich nicht nur gegen Juden, sondern gegen Demokratie und gesellschaftlichen Zusammenhalt insgesamt. „Beweisen Sie Zivilcourage. Stehen Sie auf gegen Judenhass und für unsere Werte", so Schuster.
Die Präsidentin des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, Irme Stetter-Karp, zog als Veranstalterin eine positive Bilanz der fünf Tage in Würzburg. Gemeinsam habe man sich gegen Hass und Hetze gestellt. Der Katholikentag habe Mut gemacht, für Demokratie, Frieden und Gerechtigkeit einzustehen.
Mut, für wichtige Anliegen gemeinsam aufzustehen
„Hab Mut, steh auf“ war auch Motto des Österreicher-Treffens vor Ort, das von der Katholischen Aktion initiiert wurde. Rund 30 Personen, darunter viele Studierende aus Österreich, trafen einander nach dem Gottesdienst am Residenzplatz, um inmitten des umfangsreichen Programms und den vielfältigen Aktivitäten innezuhalten. Sie reflektierten ihren persönlichen Zugang zum Motto des Katholikentags und tauschten sich darüber aus, was sie von den Begegnungen in Würzburg mitnehmen. Als wichtigste Themen für die Weiterarbeit kristallisierten sich in den Gesprächen die Bereiche Demokratie, Menschenwürde, Frieden und Frauen heraus.

Teilnehmer:innen der Katholischen Aktion Österreich beim Deutschen Katholikentag in Würzburg © KAÖ
Manfred Hofmann, Generalsekretär der Katholischen Aktion Oberösterreich, zog ein Resumee: „Wir nehmen von hier sehr viel positive Energie mit. Die Begegnungen mit Gleichgesinnten machen Mut, für wichtige Anliegen gemeinsam aufzustehen.“
Bericht der Katholischen Aktion Österreich
Rund 74.000 Teilnehmende, 700 Veranstaltungen
Insgesamt haben rund 74.000 Menschen den 104. Deutschen Katholikentag in Würzburg besucht. Das teilten die Veranstalter vom Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) am Sonntag zum Abschluss des fünftägigen Christentreffens mit. Rund 700 Veranstaltungen in Kirchen, auf Plätzen, in Sälen und an besonderen Orten der Stadt öffnten Räume für spirituelle Erfahrungen, spannende Debatten und kulturelle Entdeckungen. Ob Gottesdienste, Bibeldialoge, Werkstätten, politische Diskussionsforen, Konzerte, Theater, Kleinkunst oder die bewe gende „Nacht der Lichter“ – das vielfältige Programm griff die Fragen und Herausforderungen unserer Zeit auf und lud dazu ein, Hoffnung sichtbar und Gemeinschaft erlebbar zu machen.

© Katholische Aktion OÖ
Der 105. Deutsche Katholikentag findet vom 24 bis zum 28. Mai 2028 in Paderborn statt.







