Montag 18. Mai 2026

Bischof Scheuer zum Bauernkrieg-Gedenken: „Friede braucht Mut"

Bischof Manfred hat beim ökumenischen Gedenken an die Bauernkriege am 16. Mai 2026 in Lembach anlässlich der Eröffnung der „communale 26" den „Mut zum Frieden" betont und damit das Motto der Veranstaltung bekräftigt.

In seiner Predigt betonte Bischof  Manfred Scheuer die Mitverantwortung aller für ein friedliches Zusammenleben. Friede falle nicht einfach vom Himmel, sondern brauche den Mut, „aufeinander zuzugehen, alte Konflikte zu überwinden, eigene Fehler und Anteile einzugestehen, einander zuzuhören und voneinander zu lernen, Mut, den ersten Schritt zu tun und die Hand auszustrecken."

 

Anlass für den ökumenischen Begegnungsgottesdienst mit Bischof Scheuer, dem evangelischen Superintendent  Gerold Lehner und Pfarrer Maximilian Pühringer war die Eröffnung der „communale 2026" in der Auftaktgemeinde Lembach. Sie widmet sich dem Thema „400 Jahre Bauernkrieg in Oberösterreich". In der Pfarrkirche erinnerte der Bischof daran, dass es schon in den 1590er-Jahren zu kleineren Schlachten der Bauern gegen den Adel gekommen war. „Der Krieg endete mit einer schmerzlichen Niederlage der Bauern. Doch der Konflikt schwelte weiter. Es wurde dann ein Religionskonflikt, bei dem freilich immer auch soziale, politische und wirtschaftliche Fragen mit hineinspielten."

 

Explosive Mischung mit katastrophalen Folgen

 

Immer mehr Bauern seien damals in die Armut abgerutscht. Zugleich wurden die Last und die Abgabenpflicht, die der Landesherr Ferdinand II., der Bayernherzog Maximilian, die Adeligen, die Grundherren und auch die Abteien und Klöster den Bauern auferlegten, immer höher. „Eine explosive Mischung. Im Mai 1626 begann hier in Lembach der oberösterreichische Bauernkrieg mit katastrophalen Folgen und Auswirkungen", so Scheuer, denn: „Über Jahrhunderte hinweg konnten und wollten Protestanten und Katholiken nicht mehr miteinander!"

 

Die Gegensätze, die Unterschiede, die Trennlinien, die Unversöhnlichkeiten, die ideologischen und religiösen Ausgrenzungen, die Ohnmacht und Ungerechtigkeiten, die Konflikte und Barbareien von damals hätten sich verändert und verschoben. „Sie sind aber nicht einfach wegplaniert und in eine Harmonie der gesellschaftlichen, sozialen, kulturellen und konfessionellen Gruppen hinein aufgelöst", gab der Bischof zu bedenken, weswegen es auch und gerade heute den „Mut zum Frieden" brauche.

 

Vollständige Predigt von Bischof Manfred Scheuer zum Nachlesen

 

LH Stelzer: Werte von damals auch heute zentral

 

1626 begann der Bauernkrieg in Lembach im Mühlviertel mit einem Aufstand, der bald das ganze Land erfasste. Heute steht Lembach für Verständigung und Dialog. Als Auftaktgemeinde der communale oö 2026 zeigt die Mühlviertler Gemeinde mit Brauchtum, Volkskultur und zeitgenössischer Kunst, dass Mut zum Frieden bedeutet: mitanånda redn & af glei kema – mit offenen Ohren, ehrlichem Interesse und dem Willen, gemeinsam weiterzukommen. „Die Ereignisse von 1626 erzählen von Mut, Courage, Zusammenhalt und dem Wunsch nach einem Leben in Frieden. Genau diese Werte sind auch heute zentral. Die communale oö 2026 bietet die Chance, diesen Blickwinkel in die Gesellschaft zu tragen und einen konstruktiven, zukunftsorientierten Diskurs zu führen", betonte Landeshauptmann Thomas Stelzer bei der Eröffnung. 

 

communale 26

 

Kathpress

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