Dienstag 21. April 2026

„In unseren Herzen lebendig": Papst Leo XIV. würdigt Franziskus am ersten Todestag

Warmherzige Worte fand Papst Leo XIV. in Würdigung des vor einem Jahr verstorbenen Papstes Franziskus, Österreichs Bischöfe bezeichneten ihn als Impulsgeber und „außergewöhnliche Leuchtfigur der Hoffnung".

Ein Jahr ist es her, dass der aus Argentinien stammende Papst Franziskus am 21. April 2025 – es war ein Ostermontag – im Alter von 88 Jahren im Vatikan nach längerer Erkrankung gestorben ist. Einen Tag zuvor hatte der Pontifex noch den Ostersegen „Urbi et orbi" gespendet und war wider allen Erwartens mit dem Papamobil eine Runde über den mit Pilgern gefüllten Petersplatz gefahren. Er ist heute in der römischen Basilika Santa Maria Maggiore begraben, zu der er schon zu Lebzeiten bei jeder Gelegenheit gepilgert war.

 

Mit warmherzigen Worten hat Papst Leo XIV. seines Vorgängers Franziskus gedacht. Er würdigte am 21. April 2026 während seines Afrika-Besuchs dessen Engagement und Nähe insbesondere zu benachteiligten und ausgegrenzten Menschen. „Danken wir Gott für das große Geschenk, das er der Kirche und der Welt durch Franziskus' Leben gemacht hat", sagte Leo XIV. vor Journalisten auf dem Flug von Angola nach Äquatorialguinea, der letzten Station seiner elftägigen Afrikareise. Der im Alter von 88 Jahren verstorbene Franziskus habe viel hinterlassen durch sein Leben, sein Zeugnis, seine Gesten und seine Worte, betonte das aktuelle Kirchenoberhaupt.

 

Papst Leo XIV.: Franziskus „in unseren Herzen lebendig"

 

Leo XIV. erinnerte vor allem an den Einsatz seines Vorgängers für eine universale Geschwisterlichkeit, die den gleichen Respekt für alle Männer und Frauen zu fördern versuche. Zudem sei Franziskus' Botschaft der Barmherzigkeit Gottes hervorzuheben.

 

Der damalige Pontifex hatte speziell zu diesem Thema ein außerordentliches Heiliges Jahr einberufen. Statt dieses „Jubiläum der Barmherzigkeit" mit Öffnung der Heiligen Pforte im Petersdom zu beginnen, eröffnete er es 2015 bei seinem Besuch in der Zentralafrikanischen Republik, unweit von Leos XIV. aktuellen Reisezielen. „Beten wir, dass er bereits die Barmherzigkeit Gottes genießt", so der Papst im Flugzeug.

 

„Am ersten Jahrestag des Todes unseres lieben Papstes Franziskus bleiben seine Worte und Taten in unseren Herzen lebendig", schrieb Leo auch in einer Nachricht auf der Plattform X. „Wir tragen sein Erbe weiter, indem wir stets die Freude des Evangeliums und die Barmherzigkeit Gottes verkünden und Geschwisterlichkeit unter allen Menschen fördern."

 

Bischof Krautwaschl: „Dankbr für viele Impulse"


Auch Österreichs Bischöfe würdigten den verstorbenen Papst. Bischof Wilhelm Krautwaschl erinnerte am Dienstag via Instagram daran, Franziskus habe „ein letztes Mal 'die Welt in sich aufgesogen'", als er sich am Ostersonntag nach dem Segen unter die Gläubigen begab. Er selbst sei in den vergangenen zwölf Monaten mehrmals an dessen Grab gepilgert und „dankbar für viele Impulse", die der Papst hinterlassen habe, schrieb der Grazer Bischof.

 

Bischof Glettler: „Außergewöhnliche Leuchtfigur der Hoffnung"


Auch der Innsbrucker Bischof Hermann Glettler erinnerte auf Instagram an Franziskus als „außergewöhnliche Leuchtfigur der Hoffnung" und „Geschenk für die ganze Menschheit". Vor genau einem Jahr habe der damalige Papst „seine Mission – zumindest auf unserem Planeten, für den er den liebevollen und prophetischen Ausdruck 'gemeinsames Haus' geprägt hat", beendet, so Glettler. Dieses Vermächtnis gelte es fortzuführen. Zugleich verwies er auf Papst Leo XIV., der sich „mit Mut, Weitblick und derselben Herzensenergie" in diese Linie stelle.

 

Kardinal Schönborn: „In vieler Hinsicht prophetisch"


Zuvor hatte bereits Kardinal Christoph Schönborn den vor einem jahr verstorbenen Papst als „in vieler Hinsicht prophetisch" bezeichnet. Der emeritierte Wiener Erzbischof verwies auf die Impulse des früheren Kirchenoberhauptes hinsichtlich der Option für die Armen, den interreligiösen Dialog, die Themen Frieden, Migration und Schöpfungsverantwortung sowie den synodalen Prozess in der Katholischen Kirche und den Umgang mit wiederverheirateten Geschiedenen.

Der Papst aus Argentinien leitete die Weltkirche mit ihren rund 1,4 Milliarden Katholiken zwölf Jahre lang – seit dem 13. März 2013 –, als der erste Lateinamerikaner im Papstamt. In 2.000 Jahren Kirchengeschichte war er auch der erste Papst, der sich Franziskus nannte, und der erste Jesuit auf dem Stuhl Petri. Seine Gesten, Enzykliken und Initiativen prägen die katholische Kirche auch noch unter seinem Nachfolger Leo XIV. bis heute, darunter vor allem der weiter laufende Synodale Prozess.

 

Zum 1. Todestag von Franziskus veröffentlichten die Vatikanmedien einen knapp halbstündigen Dokumentarfilm. Er ruft anhand von Archivbildern das Wirken des Papstes in Erinnerung, der die Barmherzigkeit und die Peripherien zu Schlüsselthemen seines Pontifikates machte und über die katholische Kirche hinaus beliebt war. Die Vatikan-Post brachte zum Todestag einen Sonderstempel heraus, der sein stilisiertes Porträt zeigt. Auch die italienische Post kündigte ihm zu Ehren eine Papst-Franziskus-Briefmarke an.
 

 

Kathpress

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