Donnerstag 8. Oktober 2026

Bischof Scheuer am Palmsonntag: "Christ:innen sind keine Wirklichkeitsflüchtlinge"

Als "Spiegel für uns und für unsere Beziehungen" beschrieb Bischof Manfred Scheuer in seiner Predigt am Palmsonntag 2026 die Passion Christi. In der Feier des Palmsonntags, im Eintauchen in die Karwoche und in Ostern "können wir mit Jesus das Leben lernen", so Scheuer.

Zu Ostern gehöre der dramatische Bogen vom Palmsonntag über den Gründonnerstag, den Karfreitag, den Karsamstag hin zum Ostermorgen, zur Freude der Auferstehung. "Die ganze Spannbreite unseres Lebens kommt in Leben, Leiden, Sterben und Auferstehung Jesu vor. Sie sind ein Spiegel für uns und für unsere Beziehungen. Es klingt etwas von uns selbst und von unseren Erfahrungen mit. Und im Mitgehen erfahren wir Verwandlung und Aufbruch", so der Bischof in seiner Predigt beim Festgottesdienst am Palmsonntag, 29. März 2026 im Linzer Mariendom.

 

Entscheidend sei, den Weg Jesu mitzugehen, denn: "Die Passion Jesu kennt keine Zuschauer, keine reinen Beobachter, keine Konsumenten. Die Passion Jesu ist kein Theaterspiel mit einer Bühne vorne und dem Zuschauerraum hinten. Die Passion Jesu lässt uns nicht in der Distanz einer Touristenführung, sie lässt uns nicht unbeteiligte Zuschauer sein. Die Passion Jesu kennt nur Beteiligte. Wir sind selber hineingenommen und mit hineingezogen als Leidende, Spötter, Verspottete, Schläger und Geschlagene, Verleugnende, Verräter und Verratene, ins Abseits Gedrängte, Schreier und Verstummte, Barmherzige und Kalte, Distanzierte und Nahe, Suchende, Glaubende und Gottlose, Angenagelte, ob wir wollen oder nicht. Wir sind Beteiligte, Mitakteure, Mitspieler."

 

In der Feier des Palmsonntags, im Eintauchen in die Karwoche und in Ostern könnten Christ:innen mit Jesus das Leben lernen, betonte Scheuer. Das sei nur dann möglich, "wenn wir Menschen in 'Freude und Hoffnung, Trauer und Angst' beistehen, sie begleiten und in eine je größere Fülle des Lebens führen." Christ:innen seien keine Wirklichkeitsflüchtlinge; mit dem Glauben sei keine Weltfremdheit verbunden, denn "Jesus hat sich nicht herausgehalten aus der Zeit, sich nicht entzogen den Ängsten und Abgründen, sich nicht zynisch gezeigt gegenüber den Bedürfnissen der Menschen", so der Bischof. Christ:innen seien von der Auferstehung her Diener der Freude und der Hoffnung. "Wir sind nicht berufen, Agenten der Resignation oder Unheilspropheten zu sein, sondern Anwälte der Hoffnung."

 

Predigtgedanken von Bischof Manfred Scheuer zum Palmsonntag zum Nachlesen

 

In der Feier des Palmsonntags, im Eintauchen in die Karwoche und in Ostern können Christ:innen mit Jesus das Leben lernen.

"Die Passion Jesu kennt nur Beteiligte", so Bischof Manfred Scheuer, der dazu einlädt, den Weg Jesu mitzugehen. 
© Geralt / www.pixabay.com 

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