Dienstag 16. Juni 2026

Österreichs katholische Influencer:innen vernetzen sich

Zum ersten bundesweiten Vernetzungstreffen "Digitale Kirche in Österreich" sind am 28. Februar 2026 in Linz rund 30 katholische Influencerinnen und Influencer aus allen Bundesländern zusammengekommen.

Ziel des Treffens war es, im Rahmen des Aufbaus einer "Digitalen Kirche Österreich" zentrale Akteurinnen und Akteure kirchlicher Social-Media-Arbeit zu vernetzen, Erfahrungen auszutauschen und inhaltliche Unterstützung anzubieten. Eine Fortsetzung des Formats ist geplant.

 

Initiiert wurde das Treffen vom Österreichischen Pastoralinstitut (ÖPI). Beteiligt waren zudem Vertreterinnen und Vertreter aus Pastoraltheologie und diözesanen Innovationsbereichen. Unter den Teilnehmenden befand sich auch Bischof Wilhelm Krautwaschl, der Vorsitzende des Medienreferats der Bischofskonferenz.

 

Erstes bundesweites Vernetzungstreffen 'Digitale Kirche in Österreich' in Linz

Das erste bundesweiten Vernetzungstreffen "Digitale Kirche in Österreich" fand in Linz statt. © Bengt Beier

 

Die Franziskanerin Sr. Ida Vorel (Franziskanerinnen von Vöcklabruck) berichtete bei dem Treffen von ihren Erfahrungen als Ordensfrau auf Social-Media-Plattformen. Im vergangenen Jahr habe sie insbesondere auf TikTok einen deutlichen Anstieg ihrer Followerzahlen verzeichnet. Sie beobachte eine große Neugier auf Fragen zu Glauben, Kirche und Ordensleben. "Die Menschen sind interessiert, was wir glauben. Es geht um Glauben und Leben gleichzeitig", sagte sie. Zugleich dürften grundlegende Begriffe des Glaubens nicht vorausgesetzt werden; viele Anfragen zielten auf einfache und verständliche Erklärungen.

 

Mit wachsender Reichweite steige auch die Verantwortung für Themenwahl und Tonalität, betonte die Ordensfrau. Sr. Vorel veröffentlicht neben geistlichen Inhalten auch regelmäßig Beiträge zu gesellschaftspolitischen Themen, darunter etwa zur Prävention von Gewalt gegen Frauen. Seelsorgliche Anfragen leite sie bei Bedarf an Ansprechpersonen in den Bundesländern weiter. Verkündigung beginne für sie mit einer "Mission des Zuhörens"; viele Menschen hätten große Sehnsucht nach Interaktion mit "echten" Menschen.

 

Der in Wien wirkende Franziskaner Pater Manuel Sandesh verwies auf seine langjährige Tätigkeit im digitalen Raum. Der gebürtige Inder hat bislang mehr als 13.000 Videos veröffentlicht und erreiche über verschiedene Kanäle rund 1,1 Millionen Follower. Evangelisierung verstehe er als franziskanisches Glaubenszeugnis in verständlicher Sprache. "Für guten Content gehören Demut und innere Freiheit dazu", sagte er. Authentizität entstehe, wenn die eigene Lebenshaltung im Mittelpunkt stehe. Zugleich ermutigte er dazu, kulturelle und gesellschaftliche Vielfalt wahrzunehmen und über bestehende Kommunikationsräume hinauszugehen.

 

P. Manuel Sandesh
Sr. Ida Vorel, Franziskanerin von Vöcklabruck
Vor dem Mariendom
Christliche Influencer:innen im Mariendom

© Bengt Beier

 

Am Nachmittag gestaltete die Gruppe im Linzer Mariendom ein Friedensgebet. Der Fokus war dabei auf den oberösterreichischen Seligen Franz Jägerstätter gerichtet, als Beispiel für Gewissensentscheidung und Standhaftigkeit. Am Gebet nahmen auch Bischof Manfred Scheuer, Domrektor Slawomir Dadas und Seelsorgerin Stefanie Hinterleitner teil. Anschließend bestand die Möglichkeit, den Dom aus unterschiedlichen Perspektiven zu erkunden.

 

Erkundung des Mariendoms.

Erkundung des Mariendoms. © Bengt Beier

 

Kathpress

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