#weare: Kraftvolles Zeichen für Gleichberechtigung
Die Poxrucker Sisters holten das 2018 von Singer- Songwriterin Virginia Ernst initiierte Konzertformat #weare erstmals ins Musiktheater Linz – zur Einstimmung auf den Weltfrauentag (8. März). Sie luden zum bereits vierten Mal als Gastgeberinnen zu einem besonderen musikalischen Abend, der ausschließlich Frauenacts auf die Bühne brachte. Als Partnerin des Konzerts, das unter dem Motto „Laut im Dialekt“ stattfand, war heuer erstmals die Katholische Frauenbewegung Oberösterreich mit an Bord.
Feiern und fordern
„Feiern und fordern – das wollen wir heute“, betonten die Poxrucker Sisters und freuten sich über die breite Unterstützung dieser Initiative aus Zivilgesellschaft, Wirtschaft und Politik. Allen voran Frauenlandesrätin Landeshauptmann-Stellvertreterin Christine Haberlander, die in ihren Grußworten betonte: „Musik begleitet uns jeden Tag. Im Büro, im Supermarkt, im Auto – sie ist immer da. Musik kennt keine Grenzen. Und doch müssen wir uns bewusst machen: Frauen sind in der Musik nach wie vor stark unterrepräsentiert. Wir brauchen mehr Frauen in der Musik. Wir brauchen mehr Frauen im Kulturbereich. Aber es macht mich auch stolz, dass es in Oberösterreich so mutige Musikerinnen wie die Poxrucker Sisters gibt, die sich mit Herzblut und großem Einsatz für mehr Gleichberechtigung starkmachen.“

Die Künstlerinnen und Organisatorinnen des Konzerts #weare, organisiert von den Poxrucker Sisters (vorne). © Land OÖ/Andreas Krenn
Den musikalischen Einstieg gestaltete das Frauenstreichquartett des Bruckner Orchester Linz mit dem Scherzo in D-Dur von Emilia Mayer – einer fast vergessenen deutschen Komponistin. Eine unkonventionelle Frau mit immenser Schaffenskraft eröffnete so einen Abend, der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft weiblicher Musikgeschichte miteinander verband.
Gemeinsam mit dem Streicherinnen-Ensemble schufen anschließend auch die Gastgeberinnen selbst einen ersten Gänsehautmoment: Mit „So jung kumma nimma zaum“ in eigens arrangierter Version arrangiert von der Oberösterreichischen Cellistin
Anna Aigner wurde das Publikum musikalisch willkommen geheißen.
Newcomerin Shinade überzeugte mit ihrer warmen Stimme und charismatischen Bühnenpräsenz. Ihre Mischung aus Country-, Folk- und Pop-Elementen im oö. Dialekt erwies sich als frischer, authentischer Zugang zur Mundartmusik.
Einen humorvollen und zugleich gesellschaftskritischen Kontrapunkt setzten Die Duetten, die mit ihrem musikalischen Kabarett zwischen Wienerlied und Pop für Lacher ebenso sorgten wie für nachdenkliche Momente.
Für kraftvolle Akzente und Live-Premieren stand Die Mayerin, die gemeinsam mit Special Guest Mintha vor der Pause ihr Duett „Carolina“ präsentierte. Mit der Zeile „Carolina, von Frau zu Frau ich bin für dich da“ wurde der thematische Kern des Abends pürbar – ein musikalisches Zeichen für Zusammenhalt, Sichtbarkeit und Selbstbestimmung. Das Musiktheater erlebte ein erstes Finale, tanzte, klatschte und sang lautstark mit und wurde von der Bühnenpräsenz mitgerissen.
Zu Beginn des zweiten Teils schuf das Theaterkollektiv Das Schauwerk eine mitreißende szenische Sequenz mit Hexenkraft und Magie als Hommage an das erste Musical, das vor 13 Jahren im Musiktheater Linz aufgeführt wurde. Das Publikum schloss sich ihrer Jahreshauptversammlung enthusiastisch an und es wurde gezaubert, gehext und gelacht – bis das Patriachat weg war.
Mit großer künstlerischer Eigenständigkeit folgte Ausnahmetalent Anna Buchegger (aktuell nominiert für drei Amadeus Austrian Music Awards), die Tradition und Avantgarde miteinander verschmelzen ließ. In Duo-Besetzung schafften sie musikalische Höhenflüge, versetzte das Publikum in Staunen ob ihrer Musikalität und stimmlich Vielfalt. Dieses bedankte sich mit tosendem Applaus.
Durch den Abend führte Sabine Kronberger. Voll Empathie und feinem Gespür für die Atmosphäre verband sie die verschiedenen Beiträge zu einem großen Ganzen.
Den Bogen zum gemeinsamen Abschluss spannten schließlich die Poxrucker Sisters selbst: Mit ihrer unverwechselbaren Mischung aus Energie, Nähe und musikalischer Authentizität führten sie den Zauber des Abends ungebrochen weiter. „Deafs a bissl mehr sei?“, fragten sie – und die Antwort unmissverständlich: „Jo, sicha!“ Lautstark wurde mitgesungen, geklatscht und getanzt. Beim Finale der Künstlerinnen wurde der Gedanke von #weare – Zusammenhalt statt Konkurrenz – hör- und spürbar. Der Chor „Sie is net ohne...“ hallte durch das Musiktheater und begleitete das inspirierte Publikum wohl bis nach Hause.
„Wir sind einfach überwältigt von diesem Abend. Die Energie vom Publikum, die Kraft und überzeugende Vielfalt dieses Abends und der gegenseitige Support der Künstlerinnen auf und hinter der Bühne haben heuer wieder ein neues Level erreicht“, freuen sich die Poxrucker Sisters.
www.poxruckersisters.at/weare/








